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SchülerpraktikumEin Leitfaden für BetriebeMitpraktischenBeispielen

InhaltHinweis:Wegen der besseren Lesbarkeit wird auf die Ausweisungder weiblichen und männlichen Form verzichtet und ausschließlich die männliche Bezeichnung gewählt. Gemeintist stets sowohl die weibliche als auch männliche Form.1. Verschiedene Arten von Schülerpraktika . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42. Rechtliche Rahmenbedingungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53. Vor dem Praktikum. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74. Während des Praktikums . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85. Nach dem Praktikum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96. Praktische Beispiele . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe3

1. Verschiedene Arten von Schülerpraktika2. Rechtliche Rahmenbedingungen1.1 Zielsetzungen – Erwartungen an die UnternehmenPauschale Regelungen für Schülerpraktikanten existieren nicht. Individuelle Absprachen können aber in einem Praktikantenvertrag vereinbart werden. Die vertraglichen Vereinbarungen müssen sich innerhalb bestimmter gesetzlicher Vorgaben bewegen.So sind bei Schülerpraktika vor allem das Jugendarbeitschutzgesetz (JArbSchG) und das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) zu berücksichtigen.Sinn eines Praktikums ist es, Schüler an die Arbeitswelt heranzuführen. Das im Unterricht erlernte schulische Wissen über dieWirtschafts- und Arbeitswelt wird durch praktische Erfahrungen ergänzt. Die Schüler sollen erste Erfahrungen mit der Berufsweltin praktischer und sozialer Hinsicht sammeln. Sie lernen außerdem, wie gute Umgangsformen die berufliche und menschlicheAtmosphäre in einem Unternehmen, aber auch an jedem einzelnen Arbeitsplatz beeinflussen.Ein Praktikum hilft dabei, den passenden Beruf zu finden. Die Schüler sollten sich deshalb in verschiedenen Praktika ausprobieren.So können sie unterschiedliche berufliche Situationen erleben und, wenn möglich, durch ihren Einsatz in mehreren Aufgabengebieten betriebliche Zusammenhänge begreifen. Dabei lernen sie, ihre Stärken und Schwächen besser einzuschätzen. Es ist deshalbempfehlenswert, dem Praktikanten Aufgaben zu übertragen, die über „soft skills“ wie Teamfähigkeit, selbstständiges Arbeiten,Leistungsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeiten, Sorgfalt und Umgangsformen Auskunft geben.Es existieren verschiedene Arten von Praktika:Das generelle Verbot von Kinderarbeit für Kinder, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gilt nicht für die Beschäftigung im Rahmen eines Betriebspraktikums während der Schulzeit (§ 5 Abs. 2 Nr. 2 JArbSchG). Auch Jugendliche, die zwar 15aber noch nicht 18 Jahre alt sind, stehen unter dem besonderen Schutz des JArbSchG (s. Abb.). Auf schulpflichtige Jugendliche,die allgemeinbildende Schulen besuchen, finden die für Kinder geltenden Vorschriften Anwendung (§ 2 nKinder (bis 14 Jahre):Höchstens sieben Stunden täglich, 35 Stunden wöchentlich.§ 7 JArbSchG1.2 Berufsorientierendes SchülerpraktikumJugendliche (15 bis 17 Jahre):Nicht mehr als acht Stunden täglich, nicht mehr als 40 Stundenwöchentlich.Zielgruppe sind Schüler aller Schularten. Die Dauer beträgt je nach Schule und Bundesland zwei bis drei Wochen. Der Praktikant soll das gewählte Berufsfeld sowie das Sozialgefüge des Unternehmens in seiner Vielschichtigkeit kennen lernen. Wennmöglich, durchlaufen die Praktikanten mehrere Stationen/Abteilungen im Unternehmen. Einfache, aber typische Tätigkeitenund Aufgaben werden ihnen nach einer kurzen Einarbeitung übertragen. Bei den Praktikanten handelt es sich in der Regel umJugendliche, die ihre ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln.1.3 Freiwilliges Ferienpraktikum1.4 Strukturiertes Praktikum/FachpraktikumZielgruppe sind Schüler aus besonderen Bildungsgängen in beruflichen Schulen (Berufsfachschule, Fachoberschule, Fachschule).Die Dauer des Praktikums ist je nach Bildungsgang unterschiedlich geregelt. Sie reicht von drei Tagen pro Woche bis zumehrmonatigen Blockpraktika. Die Tätigkeitsfelder sind im „Ausbildungsplan“ der Schule beschrieben. Sie richten sich nach derFachrichtung und dem Schwerpunkt des jeweiligen Bildungsgangs. Das betriebliche Praktikum ergänzt die theoretischen Inhalte durch die Arbeitswelterfahrungen. Eine enge Verzahnung zwischen Schule und Betrieb ist vorgesehen und erfahrungsgemäßauch nützlich.1.5 Regelmäßige PraxistageZielgruppe sind Schüler, die Schulen besuchen, die zum Hauptschulabschluss führen (Sonderschulen, Schulen für Lernhilfe,Hauptschulen, Gesamtschulen). Über einen Zeitraum von mindestens einem Schuljahr arbeiten die Schüler ab der 8. Klasse einen Tag pro Woche, in Modellprojekten auch häufiger, in einem Unternehmen mit. Ziel ist es, durch eine frühe und kontinuierliche Einbindung in das Arbeitsleben die Berufsorientierung der Schüler zu stärken, wichtige Schlüsselqualifikationen aufzubauen und dem Betrieb die Möglichkeit zu geben, potenzielle Auszubildende besser kennen zu lernen. Gerade eher „handwerklich“orientierte Jugendliche können durch praktisches Lernen besser für die Arbeitswelt motiviert werden.4Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeNachtruhe:20 bis 6 Uhr; Ausnahmen sind möglich.§ 14 JArbSchGBeschäftigungsdauer:Fünf Tage in der Woche.§ 15 JArbSchGBeschäftigungsverbot:An Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen; branchenbezogeneAusnahmen sind möglich.Werden die Praktikanten ausnahmsweise an solchen Tagen beschäftigt,so müssen sie an einem anderen Tag in derselben Woche freigestelltwerden.Zielgruppe sind Schüler aller Schulformen. Die Dauer eines freiwilligen Ferienpraktikums kann individuell vereinbart werden,beträgt aber meistens zwischen zwei und sechs Wochen. Das Ferienpraktikum gibt Schülern die Gelegenheit, während der Ferienzeit unverbindlich in einen Beruf oder eine Branche „hineinzuschnuppern“. Es erfolgt auf freiwilliger Basis.Volljährige Schülerpraktikanten:JArbSchG gilt nicht, Arbeitszeit darf regelmäßig 8 Stunden am Tagnicht überschreiten.Ruhepausen§ 8 Abs. 1 JArbSchG§§ 16, 17, 18 JArbSchG§ 3 ArbZGRuhepausen sind nicht in die Arbeitszeit einzuberechnen, müssenim Voraus feststehen und mindestens 15 Minuten betragen.Dem Praktikanten sind zu gewähren:30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalbbis zu sechs Stunden;mindestens 60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehrals sechs Stunden.Die erste Pause muss nach spätestens viereinhalb Stunden Arbeitstattfinden.§ 4 JArbSchG§ 11 JArbSchGVolljährige Praktikanten:30 Minuten bei mehr als sechs Stunden Arbeitszeit und45 Minuten bei mehr als neun Stunden Arbeitszeit.§ 4 ArbZGSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe5

ThemaRegelungRechtsgrundlageBezahlungSolange das Praktikum zum Zweck des Kennenlernens eines Berufesdient und auf Erkenntnisgewinn für den Praktikanten zielt und nichtzur Erbringung von Arbeitsleistung, besteht keine Verpflichtung zurVergütung. Der gesetzliche Mindestlohn gilt nicht.UrlaubDer Schülerpraktikant hat mangels eines Arbeits- oderAusbildungsverhältnisses keinen Anspruch auf Urlaub.ArbeitsschutzPraktikanten dürfen keine Arbeiten verrichten, die sie körperlich oderseelisch zu sehr belasten. Ausnahmen existieren soweit die Arbeitz. B. zur Erreichung des Praktikumsziels erforderlich ist oder derSchutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist.3.1 BewerbungsverfahrenDie Suche nach dem richtigen Praktikanten ist nicht immer ganz leicht. Schon vorab sollte geklärt werden, welche Bereicheim Unternehmen „praktikantentauglich“ sind, was den Praktikanten konkret vermittelt werden soll/kann und welche AufgabenPraktikanten übernehmen können. Auf dieser Grundlage kann ein Anforderungsprofil erstellt werden. Im Vorstellungsgesprächsollte dieses mit dem Bewerber durchgesprochen und geprüft werden, ob dieser die Vorgaben erfüllt.§§ 22-24 JArbSchGGefahrstoffverordnungen mit speziellen technischen Regeln undeinschlägige Unfallverhütungsvorschriften sind zu beachten.Entsprechende Belehrungen des Praktikanten müssen vorPraktikumsbeginn durchgeführt und sollten quittiert werden.VersicherungsrechtlicheRegelungenDas klassische Schülerbetriebspraktikum ist eine ßt der Schulträger ab.Unfallversicherung:Unfälle, die während des Praktikums oder auf dem Weg zwischenPraktikumsstelle und Wohnung stattfinden, werden durch dieUnfallversicherung der Schule abgedeckt.Sozialversicherungsbeiträge:Fallen nicht an.Schülerpraktika ohne schulische Aufsicht:Für Unfälle ist die Berufsgenossenschaft des Betriebs zuständig.Sofern kein Arbeitsentgelt geleistet wird, sind auch keineSozialversicherungsbeiträge zu entrichten. Vermögensund Sachschäden werden einzelfallabhängig von derHaftpflichtversicherung des Betriebs oder des Praktikanten bzw. derEltern übernommen.Für ausführlichere Informationen sollten sich Unternehmen an die Krankenkassen und Berufsgenossenschaften wenden.Praktikumsvertrag6Praktikumsverträge stellen die Zusammenarbeit von Beginn an aufeine klar definierte Basis und vermeiden etwaige Missverständnisse.Zwar ist ein Vertrag bei Schülerbetriebspraktika nicht zwingendnotwendig, da die Praktikumsvoraussetzungen in den einzelnenSchulordnungen geregelt werden. Dennoch ist eine schriftlicheVereinbarung zu empfehlen.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe3. Vor dem Praktikum3.2 Zusammenarbeit mit der SchuleSchülerpraktika sind für Betriebe und Schüler vor allem dann von Nutzen, wenn sie in der Schule vor- und nachbereitetwerden. Sinnvoll ist es daher, vor dem Praktikum mit der Schule zu klären, wie die Vorbereitung der Schüler auf das Praktikumerfolgt.Bestandteile der Vorbereitung sollten sein:· Informationen über das duale Ausbildungssystem.· Informationen über die Wirtschaftsstruktur der Heimatregion.· erste Kenntnisse über den Beruf, der erkundet werden soll, und seine Anforderungen.· eine konkrete schulische Aufgabe, die im Rahmen des Praktikums gelöst werden soll(Betriebliche Möglichkeiten sind zu berücksichtigen).· Hinweise zur Dokumentation des Praktikums.3.3 PraktikantenpassWidersprechen sich die Erwartungen von Schüler und Unternehmen an das Praktikum, kann es zu Schwierigkeiten kommen.Damit jedem der Beteiligten von Beginn an deutlich ist, was sich die andere Seite vom Praktikum wünscht, empfiehlt es sich,einen „Praktikantenpass“ vorzubereiten. Der Schüler kann hierin Fragen zu seinem bisherigen Werdegang, zur schulischen Vorbereitung auf die Berufswahl und zu seinen Wünschen bezüglich des Praktikums beantworten. Auch das Unternehmen sollteseine Vorstellungen hierzu im Praktikantenpass eintragen. Die Antworten können im Vorstellungsgespräch besprochen undabgeglichen werden. Auf diese Weise lernen sich Unternehmen und Schüler näher kennen und können auf einer soliden Basismiteinander arbeiten.Einen Musterpraktikantenpass finden Sie im Teil „Praktische Beispiele“ ab Seite 11.3.4 Persönliches Gespräch mit dem SchülerIn einem einführenden persönlichen Gespräch erhält der Praktikant allgemeine Informationen über Betrieb, Aufgaben, Arbeitszeiten, Arbeitsschutz, Kleiderordnung usw. Außerdem kann der von ihm ausgefüllte Praktikantenpass thematisiert werden.3.5 Praktikumsplan erstellenEin Praktikumsplan hilft den Schülern, sich gut auf das Praktikum vorzubereiten und sich darauf einzustellen. In einem Praktikumsplan werden die Aufgaben des Praktikanten umrissen. Er erhält einfache berufsrelevante Tätigkeiten zugewiesen undwird so in den Arbeitsprozess eingebunden. Sinnvoll ist es, den Praktikanten, wenn möglich, in verschiedenen Arbeitsbereicheneinzusetzen. Der Arbeitsumfang muss realistisch sein, d. h. die Aufgaben müssen in der gegebenen Zeit erledigt werden können.In technischen/handwerklichen Bereichen ist die Erstellung eines kleinen Werkstücks denkbar. Ein eigener sichtbarer Arbeitserfolg motiviert die Jugendlichen erfahrungsgemäß ganz besonders.Einen Musterpraktikumsplan finden Sie im Teil „Praktische Beispiele“ ab Seite 11.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe7

3.6 Betreuung, Kontakt zur SchuleFür die Dauer des Praktikums sollte ein Mitarbeiter aus dem Unternehmen als verantwortlicher Betreuer bestimmt werden.Er wird erster Ansprechpartner in allen Situationen sein und dem Praktikanten ein qualifiziertes Feedback geben. Unterstützend können außerdem Auszubildende, möglichst aus dem zweiten oder dritten Lehrjahr, als Mentoren eingesetzt werden. Siearbeiten mit dem Praktikanten zusammen und können sich auch in den Pausen um ihn kümmern. Der geringe Altersunterschiedwirkt sich erfahrungsgemäß sehr positiv aus.Von Schulseite ist ein Betreuungslehrer beauftragt, der den Praktikanten im Betrieb besucht. Besuchsgespräche sollten nachMöglichkeit im Beisein des Unternehmensansprechpartners und des Praktikanten stattfinden.5. Nach dem Praktikum5.1 AbschlussbewertungNach dem Praktikum erhält der Schüler eine Praktikumsbestätigung. Sie bescheinigt ihm, dass er sich bereits auf das Arbeitsleben vorbereitet und Einblick in eine mögliche Ausbildung erhalten hat. Die Bestätigung sollte die verrichteten Tätigkeitenbenennen, so dass sie bei späteren Bewerbungen den Bewerbungsunterlagen hinzugefügt werden kann.Ein Muster befindet sich im Teil „Praktische Beispiele“ dieses Leitfadens.Für beide Seiten hilfreich ist auch eine gegenseitige Bewertung. Der Betrieb gibt dem Praktikanten eine Rückmeldung über seine Leistungen und sein Auftreten während des Praktikums. Im Gegenzug kann auch das Unternehmen den Praktikanten bitten,einen Feedbackbogen auszufüllen.Vorschläge für Feedbackformulare finden Sie im Teil „Praktische Beispiele“.4. Während des Praktikums4.1 Vorstellung im Unternehmen und BetriebsbesichtigungDer Praktikant ist neu im Unternehmen. Er fühlt sich in dieser ungewohnten Situation meist unsicher. Um ihm den Einstieg zuerleichtern, sollten die Mitarbeiter über die Anwesenheit und Aufgaben des Praktikanten informiert werden. Sie können dannentsprechend auf ihn zugehen und ihn in den Arbeitsalltag integrieren. Hilfreich ist außerdem ein Betriebsrundgang, der miteiner kleinen persönlichen Vorstellungsrunde verbunden werden kann.4.2 Informationen5.2 AbschlussgesprächNeben den Abschlussbewertungen bietet ein Abschlussgespräch die Möglichkeit eines direkten Austauschs. Besprochen werdenkann, ob die gegenseitigen Erwartungen erfüllt wurden, was verbesserungswürdig wäre, was fachlich und persönlich gelerntwurde.Damit sich ein Praktikum auch konkret für das Unternehmen auszahlt, können Praktikanten, mit denen das Unternehmenzufrieden war, für eine mögliche Ausbildung vorgemerkt werden. Im Abschlussgespräch kann der betriebliche Betreuer aucherfragen, ob sich der Praktikant eine Ausbildung im Unternehmen vorstellen kann .Wenn möglich, nimmt an dem Gespräch auch der betreuende Lehrer teil. Zumindest aber sollte dieser Rückmeldung über denVerlauf des Gesprächs und des Praktikums erhalten.5.3 Kontakt zu guten Praktikanten haltenUm neue und gute Auszubildende zu gewinnen, kann das Praktikum als eine Art Selbstdarstellung des Betriebes genutztwerden. Informationen über das Unternehmen, die Abteilungen, in denen er eingesetzt wird, und die angebotenen Ausbildungsmöglichkeiten sind für den Schülerpraktikanten eine hilfreiche Entscheidungsgrundlage. Im optimalen Fall kann der Praktikantnach Ende des Praktikums beurteilen, ob er sich eine Ausbildung in dem Bereich, den er kennen gelernt hat, und im Unternehmen selbst, vorstellen kann.Auch wenn gute Praktikanten, mit denen sich das Unternehmen eine weitere Zusammenarbeit wünscht, sich nicht sofort füreine Ausbildung entscheiden können, so ist doch zu empfehlen, weiterhin Kontakt zu ihnen zu halten. Eventuell können siespäter noch für das Unternehmen gewonnen werden.4.3 AufgabenEinfache, für den Ausbildungsberuf typische Aufgaben stellen ideale Arbeitsaufträge für Praktikanten dar. Diese sollten selbstständig – nach einer Einführung oder Anleitung - erfüllt werden. Ein Praktikumsplan bietet den notwendigen organisatorischenRahmen. Als Anregung finden Sie im Teil „Praktische Beispiele“ zwei Leitfäden für Praktikumspläne ab Seite 11.4.4 DokumentationVon der Schule erhalten die Schülerpraktikanten in der Regel die Aufgabe, eine Praktikumsmappe zu erstellen. Darin dokumentieren sie Arbeitserfahrungen im Betrieb. Außerdem dienen die dokumentierten Erkenntnisse der Nachbereitung des Praktikumsin der Schule. Nicht selten erhalten die Jugendlichen für das Praktikum eine spezielle Recherche- oder Beobachtungsaufgabe,die ebenfalls in der Praktikumsmappe dokumentiert wird.Durch beratende Hinweise oder das Bereitstellen von Informationsmaterial können die Unternehmen den Schülern bei derErstellung ihres Berichts behilflich sein. Es bietet sich an, begleitende Gespräche während des Praktikums zu führen, in denendem Praktikanten Fortschritte, Schwächen und Stärken erläutert werden.8Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe9

6. Praktische Beispiele Muster Praktikumsvereinbarung Muster Praktikumsbescheinigung Muster Praktikumsplan gewerblich Muster Praktikumsplan kaufmännisch Muster Praktikumsbewertung durch das Unternehmen Muster Feedback für das Unternehmen Muster PraktikantenpassDie auf den folgenden Seiten abgedruckten Vorlagen finden Sie auch als pdf-Dateienzum Download auf unserer Website: www.dihk.de/schuelerpraktikum.10Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe11

Praktikumsvereinbarung zum Schülerbetriebspraktikum§ 5 Vergütung, UrlaubFrau/Herr§ 6 Versicherungsrechtliche Regelungen- Praktikant/-in -und- Unternehmen -Das Unternehmen und der/die Praktikant/-in schließen folgende Vereinbarung:Der/die Praktikant/-in hat keinen Anspruch auf Vergütung und Urlaub.Der gesetzliche Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz wird durch den Schulträger gewährleistet. Der Krankenversicherungsschutz ist privat geregelt.(Bei Praktikum ohne Schulbeteiligung: Der gesetzliche Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz wird durch den Praktikumsbetrieb gewährleistet.)§ 7 BetreuerVerantwortlich für den/die Praktikanten/-in im Betrieb ist Frau/Herr§ 1 AllgemeinesDas Schülerbetriebspraktikum ist eine Schulveranstaltung.Der/die Praktikant/-in soll die Regeln und Gesetzmäßigkeiten eines betrieblichen Ablaufs kennen lernen und seine/ihreeigenen beruflichen Fertigkeiten erproben. Die sachliche und zeitliche Gliederung ergibt sich aus dem beigefügten Praktikumsplan, der Bestandteil dieser Vereinbarung ist.Ort, DatumUnterschrift Praktikumsbetreuer/ Personalverantwortlicher§ 2 Beginn, DauerDie Praktikumsdauer beträgtWochen/Monate. Das Praktikum beginnt amund endet nach der Praktikumszeit am, ohne dass es einer ausdrücklichen Kündigung bedarf.Unterschrift Praktikant/-in§ 3 Pflichten der VertragspartnerDer Praktikumsbetrieb verpflichtet sich,· dem/der Praktikanten/-in im Rahmen seiner Möglichkeiten die nötigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten so zuvermitteln, dass der/die Praktikant/-in seine/ihre Eignung für das getestete Berufsbild einschätzen kann. Eine Verpflichtung zur späteren Übernahme entsteht nicht.· die Bestimmungen zum Jugendschutz einzuhalten.· dem/der Praktikanten/-in einen schriftlichen Praktikumsnachweis auszustellen.Unterschrift ErziehungsberechtigterDer/die Praktikant/-in verpflichtet sich,· den Praktikumsplan einzuhalten und sich zu bemühen, das Praktikumsziel zu erreichen.· die ihm/ihr übertragenen Aufgaben sorgfältig und gewissenhaft auszuführen.· den Weisungen der Mitarbeiter und des Betreuers im Unternehmen nachzukommen und die geltenden Unfallverhütungsvorschriften sowie die Betriebsordnung zu beachten.· den Vorschriften über die Schweigepflicht während des Praktikums und danach nachzukommen.· das Unternehmen im Falle der Arbeitsverhinderung unverzüglich zu informieren. Im Krankheitsfall ist darüber hinausspätestens ab dem dritten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung einzureichen. Die Schule ist hierüberin Kenntnis zu setzen.§ 4 ArbeitszeitDie wöchentliche Arbeitszeit beträgt maximal 35 Stunden (unter 15 Jahren)*/40 Stunden (unter 18 Jahren)*. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 7 (8)* Stunden. Dem/der Praktikanten/-in stehen täglich 60 Minuten Pause zu. Die erste ist nachspätestens 4,5 Stunden Arbeitszeit zu gewähren.*Nichtzutreffendes bitte streichenSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe

PraktikumsbescheinigungBeispiel eines Praktikumsplans für ein Praktikum imgewerblichen Bereich*Herr/FrauFirma:hat vombisPraktikant:ein Schülerbetriebspraktikum in unserem Betrieb absolviert. Dabei hat Herr/FrauPraktikumszeitraum:Einblick in folgende Bereiche erhalten:Betreuender Lehrer:Tel.:Betreuer im Unternehmen:Tel.:1.2.3.Folgende Tätigkeiten haben wir Herrn/FrauDatumAbteilungMögliche Themen und Aufgaben1. TagPersonal undBetreuerZu empfehlen ist, den Praktikanten, evtl. entsprechend einem möglichenAusbildungsberuf, verschiedene Bereiche durchlaufen zu lassen:· Begrüßung, Vorstellung der eigenen Person (Betreuer und Praktikant).· Informationen über Unternehmen, Produkte, Arbeitsabläufe, Arbeitszeiten,Pausenzeiten, Betriebsordnung.· Sicherheits- und Datenschutzunterweisung.· Rundgang durch das Unternehmen, insbesondere durch die Ausbildungsbereiche,· dabei kurze Vorstellung der Mitarbeiter mit denen der Praktikant voraussichtlich in Berührung kommen wird.· Aushändigung von Zugangsberechtigungskarten, Werksausweisen,Schlüsseln, Schutzkleidung, Werkzeugkoffer.zur Bearbeitung übertragen:1.2.3.Herr/Frauhat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben mit großen Interesse undEngagement erledigt. Sein/ihr Verhalten gegenüber Kollegen war zuvorkommend und höflich. Kunden gegenüber zeigtesich Herr/FrauHerrn/FrauKonstruktionaufgeschlossen und hilfsbereit. Wir bescheinigenGgf. Auszubildenden als Paten zur Seite stellen, der Arbeitsschritte erklären undprüfen kann und sich außerdem in den Pausen um den Praktikanten kümmert., dass er/sie unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen hat2. / 3. TagKonstruktion4. / 5. TagLagerund wünschen ihm/ihr für seine/ihre Zukunft alles Gute.Ort, Datum· von der Idee zum Produkt: Einführung in die Auftragsbearbeitung.· Erstellung einer Handskizze eines einfachen Bauteils.Unterschrift / FirmaSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe· Erläuterungen zur Erstellung eines einfachen 3-D Volumenmodells im CADunter Anleitung, z. B. ein Würfel· Erläuterungen zur Erstellung einer Bauteilzeichnung.· Anleitung zum Lesen der Zeichnung, Ablauf der Herstellung.· Abschlussbesprechung in der Abteilung.Ggf. neuen Auszubildenden als Paten benennen:· Informationen über die Aufgaben der Lagerwirtschaft· Ausgabe und Einlagerung von Roh- und Arbeitsmaterialien.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe

Beispiel eines Praktikumsplans für ein kaufmännisches Praktikum*6. TagProduktion7. - 9. Tag10. TagProduktion· Zwischengespräch mit Praktikumsbetreuer,Kurzes Feedback der letzten Woche, Erfahrungsaustausch, Kritik,Verbesserungsvorschläge, Erwartungen an die aktuelle Woche.Firma:· Kennenlernen aller relevanten Arbeitsstationen:· Zuschnitt,· Bearbeitung (drehen, fräsen, bohren etc.),· Zusammenbau, Fügen von Bauteilen (schweißen, schrauben, nieten usw.),· Oberflächenveredelung,· Erklärungen der Fachkräfte zum jeweiligen Arbeitsschritt.Praktikumszeitraum:· Praktische Übungen an der Werkbank (überwiegend manuell):Alle Aufgaben unter vorheriger Erläuterung und Aufsicht des Fachpersonals:· feilen, sägen, entgraten,· Maße für Bohrbild übertragen,· körnen und bohren, entgraten,· Gewinde von Hand schneiden und bohren,· Bleche nieten oder schrauben.Produktion· Praktische Arbeit wie am Vortag/Fertigstellung des eigenen WerkstücksPersonal undBetreuer· Rückgabe von Zugangsberechtigungskarten, Werksausweisen, Schlüsseln u. Ä.,· Abschlussgespräch unter Beteiligung des Betreuers im Unternehmen und(wenn möglich) des betreuenden Lehrers,· Übergabe der Praktikumsbescheinigung, evtl. kleines Dankeschön(Werbegeschenke o. Ä.),· Verabschiedung.Praktikant:Betreuender Lehrer:Tel.:Betreuer im Unternehmen:Tel.:DatumAbteilungMögliche Themen und Aufgaben1. TagPersonal undBetreuerZu empfehlen ist, den Praktikanten, evtl. einem möglichen Ausbildungsberuf entsprechend, verschiedene Unternehmensbereiche durchlaufen zu lassen:· Begrüßung, Vorstellung der eigenen Person (Betreuer und Praktikant),· Informationen über Unternehmen, Produkte, Arbeitsabläufe, Arbeitszeiten,Pausenzeiten, Betriebsordnung,· Sicherheits- und Datenschutzunterweisung,Rundgang durch das Unternehmen, insbesondere durch die Ausbildungsbereiche.· Aushändigung von Zugangsberechtigungskarten, Werksausweisen, Schlüsselnu. Ä.Einkauf* Es handelt sich um ein Praktikumsbeispiel für einen Betrieb mit mehreren Abteilungen/Bereichen. Es vermittelt eine Vorstellung von einem strukturierten Praktikum. Die einzelnen Tätigkeiten des Schülerpraktikanten können selbstverständlichden jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten des Praktikumunternehmens angepasst werden.· kurze Unterweisung in Word und Excel, Intranet, Internet,· Postein- und -ausgang nach Anweisung bearbeiten,· Schreiben von kurzen Geschäftsbriefen,· Unterweisung in das Ablagesystem,· Ablage.Möglichst einen Auszubildenden als Paten zur Seite stellen, der die jeweiligenArbeitsschritte erklären und prüfen kann und sich außerdem in den Pausen umden Praktikanten kümmert.2. / 3. TagEinkauf····4. / 5. TagRechnungswesen····Postein- und -ausgang nach Anweisung mit Hilfe,Entwurf eines Geschäftsbriefes,Vorbereitung von Sitzungen,Lieferantenangebote auswerten und mögliche Lieferanten für ein speziellesProdukt ermitteln,· Abschlussbesprechung in der Abteilung.Abteilungswechsel; ggfs. neuen Azubi als Paten benennen,Informationen über das betriebliche Rechnungswesen,kurze Unterweisung in den Einsatzbereich,Erfassung von Rechnungsein- und -ausgang unter Aufsicht;dabei Erläuterungen zum Buchungssystem und zum Mahnwesen,· Abschlussbesprechung in der Abteilung.Hinweis: Wegen der besseren Lesbarkeit wird auf die Ausweisung der weiblichen und männlichen Form verzichtet undausschließlich die männliche Bezeichnung gewählt. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch männliche Form.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe

Praktikumsbewertung durch das Unternehmen6. Tag· Zwischengespräch mit Praktikumsbetreuer,· kurzes Feedback der letzten Woche, Erfahrungsaustausch, Kritik, Verbesserungsvorschläge.6. / 7. TagVerkauf······8. / 9. TagLager· Informationen über die Aufgaben der Lagerwirtschaft,· Erfassung von Lagerlisten,· Ausgabe und Einlagerung von Materialien.Informationen über die Aufgaben des Verkaufs und die Produkte,kurze Unterweisung in den Einsatzbereich ggf. neuen Azubi als Paten benennen,Erstellen von Angeboten unter Aufsicht; Erläuterungen zur speziellen Software,Teilnahme an Verkaufsgesprächen, Kundenberatung,Entwurf eines hung in der gkeiten:Praktikumszeitraum:10. TagLager· praktische Arbeit wie am Vortag.Personal undBetreuer· Rückgabe von Zugangsberechtigungskarten, Werksausweisen, Schlüsseln u. Ä.,· Abschlussgespräch unter Beteiligung des Betreuers im Unternehmen und(wenn möglich) des betreuenden Lehrers,· Übergabe der Praktikumsbescheinigung, evtl. kleines Dankeschön(Werbegeschenke o. Ä.),· Verabschiedung.Beurteiler:FÄHIGKEITEN o- o-Allgemeinbildung/Anwendung von /Motivation* Es handelt sich um ein Praktikumsbeispiel für einen Betrieb mit mehreren Abteilungen/Bereichen. Es vermittelt eine Vorstellung von einem strukturierten Praktikum. Die einzelnen Tätigkeiten des Schülerpraktikanten können selbstverständlichden jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten des Praktikumsunternehmens angepasst werden.LEISTUNGSORIENTIERUNGArbeitstempo und eitselbstständiges ArbeitenHinweis: Wegen der besseren Lesbarkeit wird auf die Ausweisung der weiblichen und männlichen Form verzichtet undausschließlich die männliche Bezeichnung gewählt. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch männliche Form.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe

Feedback für das UnternehmenBETRIEBLICHES ZUSAMMENWIRKEN /Tätigkeiten:UmgangsformenVerhalten aum:PünktlichkeitAUFGABENZUTEILUNG o- o-Waren Sie mit der betrieblichen Betreuungzufrieden?Besondere Stärken / sonstige Bemerkungen:Waren Ihre Aufgaben interessant für Sie?Haben die Mitarbeiter sich ausreichend Zeitgenommen, Ihnen die Aufgaben zu erklären?Waren Sie in der Lage, die Ihnen gestelltenAufgaben zu erfüllen?SCHULISCHE VORBEREITUNGOrt, DatumUnterschrift Praktikumsbetreuer/ PersonalverantwortlicherWaren Sie durch die Schule gut auf das Praktikum vorbereitet?Konnten Sie Ihr Schulwissen in der Praxisanwenden?Waren Sie mit der Zusammenarbeit zwischenSchule und Unternehmen zufrieden?Hinweis: Wegen der besseren Lesbarkeit wird auf die Ausweisung der weiblichen und männlichen Form verzichtet undausschließlich die männliche Bezeichnung gewählt. Gemeint ist stets sowohl die weibliche als auch männliche Form.Schülerpraktikum – Ein Leitfaden für BetriebeSchülerpraktikum – Ein Leitfaden für Betriebe

ALLGEMEINES o-Wurden Sie in das „Team“ eingegliedert?Entsprach das Praktikum insgesamt Ihren Vorstellungen?Wurde Ihr Berufswunsch bestätigt?Können Sie sich eine Ausbildung im kennengelernten Unternehmen vors

Unfallversicherung: Unfälle, die während des Praktikums oder auf dem Weg zwischen Praktikumsstelle und Wohnung stattfi nden, werden durch die Unfallversicherung der Schule abgedeckt. Sozialversicherungsbeiträge: Fallen nicht an. Schülerpraktika ohne schulische Aufsicht: Für Unf