Transcription

ErfahrungsberichtAuslandssemester inTrondheim – NorwegenFlorian HeinbachWintersemester 2016 / 2017NTNU- Norwegian University of Science and TechnologyTrondheim Business SchoolErasmus Programm

IInhaltAbbildungsverzeichnis . IIAbstract. III1. Informationen über das Land Norwegen . 12. Vor dem Auslandssaufenthalt . 32.1 Bewerbungsablauf für ein Auslandssemester. 32.2 Vorbereitungen vor dem Auslandsaufenthalt . 53. Während dem Auslandsaufenthalt . 63.1 „Es geht los“ – Anreise . 63.2 Wohnen in Trondheim . 73.3 Universitätsleben . 93.3.1 Allgemeines zur Universität . 93.3.2 Campus . 93.3.3 Trondheim Business School . 103.3.4 Lehrmaterial . 103.3.5 Einführungswochen. 113.3.6 Kurse und Benotung . 123.4 Freizeitgestaltung und Erkundungsmöglichkeiten . 153.4.1 Sport . 153.4.2 Wandern . 153.4.3 Reisen. 163.4.4 Shoppen und Essen in der Innenstadt . 174. Nach dem Auslandsaufenthalt . 195. Hilfreiche Tipps und Tricks. 196. Fazit / Reflektion . 21Literaturverzeichnis. IV

IIAbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Lage Norwegens . 1Abbildung 2: König Harald V. . 2Abbildung 3: Flug mit Scandinavian Airlines . 6Abbildung 4: Moholt Student Village. 7Abbildung 6: Park Campus Gløshaugen . 9Abbildung 5: Campus Gløshaugen . 9Abbildung 7: Trondheim Business School von außen . 10. 11Abbildung 8: Fußballspiel FC Rosenborg. 11Abbildung 9: Trondheim Business School von innen – Fadderuka . 11Abbildung 10: Studenterhytta am Morgen . 15Abbildung 11: Küste bei Lade 1 von 2 . 16Abbildung 12: Küste bei Lade 2 von 2 . 16Abbildung 13: Trondheim Torg von innen . 17Abbildung 14: Ausblick aus dem Tyholt Tower . 18Abbildung 15, 16, 17: (v.l.n.r.) Weihnachtsmarkt außen, Weihnachtsmarkt Zeltinnen, Weihnachtsmarkt Verkaufszelt . 18Abbildung 18: Hackfleisch in Norwegen . 20Bildquellen:Abbildung 1: Maps, G. (kein Datum). Google Maps, abgerufen am 10.07.2017,13:38 Uhr von www.maps.google.deAbbildung 2: Das Erste, N. (20. 02 2017). www.daserste.ndr.de. Abgerufen am20. 06 2017 von dung 10: Sabrina BohnackerAbbildungen 3 - 18 (ohne 10): eigene Aufnahmen

IIIAbstractIn diesem Erfahrungsbericht über mein Auslandssemester in Trondheim möchte ichzukünftigen interessierten Studierenden einen Überblick und Einblick in das Leben unddas Studieren im Ausland geben.Zu Beginn werden allgemeine Informationen über das Land Norwegen vorgestellt.Anschließend wird erläutert, worauf bei den Vorbereitungen zu achten ist. Darauffolgend werden meine Erfahrungen während des Auslandsaufenthaltes geschildert.Hierbei sind die wichtigsten Aspekte wie Ankunft, Wohnen, Universitätsleben und dieFreizeitgestaltung separat dargestellt. Zum Ende dieser Arbeit wird die Nachbereitungerläutert und hilfreiche Tipps und Tricks genannt. Zum Abschluss werde ich einpersönliches Fazit und eine Reflektion des Auslandsaufenthaltes präsentieren.

1. Informationen über das Land NorwegenDas norwegische Staatsgebiet erstreckt sich über die Westhälfte der skandinavischenHalbinsel. Zusätzlich zählt die Inselgruppe Svalbard mit der Hauptinsel Spitzbergenund Jan Mayen zum Königreich Norwegen.TrondheimAbbildung 1: Lage NorwegensDie Landesfläche beträgt 385.186 Quadratkilometer. Norwegen hat (Stand01.07.2016) 5.236.000 Einwohner1 und somit eine Bevölkerungsdichte von 13Einwohner / km² 2. Im Vergleich dazu hat Deutschland eine Landesfläche von 357.050Quadratkilometer, 82,2 Millionen Einwohner3 und eine Bevölkerungsdichte von 230Einwohner / km² 4.In dem Vergleich ist zu erkennen, dass Norwegen zwar eine ähnlich große Fläche wieDeutschland hat, aber die Bevölkerung wesentlich geringer ist und sich demnach auchdie Bevölkerungsdichte stark unterscheidet. Die Bevölkerung Norwegens wohntüberwiegend in Ballungsgebieten. Allein in Oslo (inklusive Einzugsgebiet) wohnencirca 1,5 Millionen Einwohner, also ungefähr 28 % der Gesamtbevölkerung.1(Auswärtiges Amt, Informationen Norwegen, 1995 - 2017)Eigene Berechnung3(Auswärtiges Amt, Information Deutschland, 1995 - 2017)4Eigene Berechnung21

Trondheim selbst hat etwa 180.000 Einwohner. Allein 33.000 Einwohner sindStudierende. Daher genießt Trondheim den Ruf, einer der besten StudentenstädtenNorwegens zu sein.5Die Regierungsform ist eine konstitutionelle Monarchie mit starken Zügen einerparlamentarischen Monarchie. Das Staatsoberhaupt ist seit 17. Januar 1991 S.M.König Harald V. Sein Vertreter ist der Kronprinz Haakon Magnus.Abbildung 2: König Harald V.Wie bereits erwähnt, hat die konstitutionelle Monarchie starke parlamentarische llregierteineMinderheitsregierung und die Regierungschefin ist seit dem 16. Oktober 2013 dieMinisterpräsidentin Erna Solberg von der Konservativen Partei Høyre.6Die Landessprache ist Norwegisch, wobei es zwei unterschiedliche Schriftsprachengibt, und zwar bokmål und nynorsk. Da internationale Medien, wie Filme etc. nichtextra auf Norwegisch übersetzt werden und Englisch bereits in den ersten Schuljahrengelehrt wird, beherrschen die Norweger die englische Sprache sehr gut.Norwegen ist kein EU-Mitgliedsstaat, daher ist die Währung auch nicht in Euro,sondern in norwegischen Kronen, kurz NOK. Ein Euro entspricht etwa 9,52 NOK (KursStand: 21.06.2017).56(Norwegian University of Science and Technology)(Auswärtiges Amt, Informationen Norwegen, 1995 - 2017)2

2. Vor dem AuslandssaufenthaltLange bevor das „Abenteuer Auslandssemester“ startet, sind verschiedene Punkte zubeachten. Zum einen muss man sich für einen Platz an einer ausländischen Universitätbewerben und durchläuft dabei einen Bewerbungsprozess. Zum anderen sindVorbereitungen vor dem Aufenthalt zu treffen, damit dieser ohne Komplikationenabläuft.2.1 Bewerbungsablauf für ein AuslandssemesterIn der Regel sollte man sich ein bis eineinhalb Jahre vorher Gedanken über einemmöglichen Auslandsaufenthalt machen. Ich wurde allerdings zwei Wochen vor derBewerbungsfrist durch eine Präsentation der ehemaligen Austauschstudenten auf dieMöglichkeit eines Auslandssemesters aufmerksam. Mir wurde bereits während derPräsentation bewusst, welche speziellen Länder und Universitäten meinenVorstellungen am ehesten entsprechen. Nach dieser Informationsveranstaltung habeich in Absprache mit Kommilitonen/innen und Fr. Prof. Wolf alle weiteren Schritte füreine erfolgreiche Bewerbung erörtert.Das akademische Auslandsamt bietet verschiedene Informationsveranstaltungen an,welche besucht werden sollten. Es wird empfohlen einen Termin bei Fr. Adams,welche für Outgoing-Students im akademischen Auslandsamt zuständig ist, für einpersönliches Gespräch zu vereinbaren. Ich persönlich habe alle Angelegenheiten mitFr. Adams entweder telefonisch oder per Mail gelöst.Als nächstes habe ich mir folgende Fragen gestellt: Was ist der Kosten-Nutzen einesAuslandssemesters? Was ist mir dieses wert? Welches Budget steht mir zurVerfügung? Wie kann ich mir ein Auslandssemester finanzieren?Da die Kosten stark von dem Ort abhängen, an dem man studieren möchte, ist eswichtig die finanziellen Möglichkeiten möglichst genau abzuklären. Es macht nur Sinnsich auf ein Land / Universität zu bewerben, welches man sich auch leisten kann. ZumBeispiel ist es gut möglich, dass im Vergleich zu Norwegen für ein Semester in denUSA etwa das dreifache an Kosten anfallen können.Mögliche Finanzierungsquellen sind private Geldgeber, wie etwa Personen innerhalbder Familie, ersparte Rücklagen, eine Förderung durch das Auslands-BAföG,verschiedene Stipendien, wie zum Beispiel das Erasmus und Kredite verschiedenerBankinstitutionen.3

Noch bevor ich mir detailliertere Gedanken zur Geldmittelherkunft gemacht habe,stellte ich mir die Fragen, wie viel mir ein solches Auslandssemester wert ist undwelchen Nutzen / Mehrwert ich daraus ziehen kann. Ich stellte für mich fest, dass diemonetären Kosten eher gering sind im Vergleich zu meinen dadurch entstehendenberuflichen Möglichkeiten und damit verbundenen zukünftigen Einkünften. Hinzukommen nicht-monetäre Aspekte, wie etwa die Persönlichkeitsentwicklung, eigeneGrenzen entdecken, internationale und kulturelle Zusammenarbeit im akademischenUmfeld, eine fremde Kultur kennenlernen, etc.Ich habe mich daher entschlossen, eine Kombination aus den oben genanntenFinanzierungsquellen zu nutzen. Da Norwegen im Erasmus-Netzwerk ist, habe ich einErasmus Stipendium erhalten, welches allerdings nur einen kleinen Teil der Kostenabgedeckt hat. Da ich bereits im Inland BAföG erhalte, habe ich zudem das AuslandsBAföG beantragt und auch bewilligt bekommen. Die größten Kostenpunkte wie Miete,Nahrungsmittel, Flüge etc. habe ich mit Hilfe des Bildungskredits der KfW Förderbankabgedeckt. Ich habe außerdem im Vorfeld im Rahmen meiner 400,00 NebentätigkeitÜberstunden aufgebaut, um auch während des Auslandsaufenthaltes meine FixKosten in Deutschland abdecken zu können.Auf der Basis meiner verfügbaren finanziellen Mittel und meiner persönlichenInteressen habe ich fünf Wunsch-Universitäten priorisiert und die entsprechendenBewerbungsunterlagen erstellt. Hierfür ist ein individuelles Motivationsschreiben proHochschule / Uni, das ausgefüllte Bewerbungsformular des akademischenAuslandsamtes, eine aktuelle Notenübersicht, ein Englischnachweis, ein Passbild unddas abgestimmte Learning-Agreement für die ersten zwei Prioritäten notwendig.Bei dem Erstellen des Learning-Agreements sollte man darauf achten, dass dieLehrinhalte im Ausland zu den Modulen in Deutschland passen und dass man sichauch so viele Credit Points anrechnen lassen kann wie möglich. D.h., dieModulkataloge aller Universitäten müssen mit dem heimischen Modulkatalogabgeglichen werden und die Credit Points müssen übereinstimmen. Es ist zubeachten, dass in Norwegen auch halbe Credit Points vergeben werden, während diesin Deutschland nicht möglich ist. Eine nachträgliche Änderung während desAufenthaltes ist zwar möglich, aber nicht empfehlenswert.Mitte März habe ich die Zusage des akademischen Auslandsamtes erhalten unddiesen Platz auch angenommen.4

2.2 Vorbereitungen vor dem AuslandsaufenthaltIn der Vorbereitung habe ich mich so schnell wie möglich um einen Reisepassgekümmert. Norwegen ist kein Mitglied der EU. Es wird zwar der Personalausweisunter Umständen akzeptiert, mit einem Reisepass ist man allerdings auf der sicherenSeite. Da die Ausstellung des Reisepasses je nach Gemeinde unterschiedlich langdauert, macht es Sinn sich frühzeitig darum zu kümmern.Das Erbringen eines Erasmus-Sprachtests vor Antritt des Auslandssemesters istPflicht, um die Erasmus Förderung zu erhalten. Diese Informationen werden vorAbreise von dem akademischen Auslandsamt der Hochschule Aalen in einer ErasmusFibel kommuniziert.In Norwegen wird fast ausschließlich Bargeldlos, per Kreditkarte bezahlt. Selbst diekleinsten Beträge werden dort auf diese Art und Weise bezahlt. Daher ist eineKreditkarte dringend notwendig. Um sich das billigste Angebot für Studenten zusichern, benötigt man etwas Zeit verschiedene Anbieter zu vergleichen und diese zubeantragen.Bei manchen Kreditkarten ist eine Auslandskrankenversicherung inklusive. Dabeisollte man auf die Dauer der Versicherung achten und unter Umständen eine weitereprivate Versicherung abschließen.Der Preis der Flüge variiert stark nach Anbieter, Buchungszeitpunkt und auchBuchungszeitraum. Daher sollte man die Flüge mehrere Tage beobachten und dannbuchen. Ich habe mich bei der Buchung an der vorgegeben Semesterzeit orientiertund kam daher eine Woche nach der letzten Klausur wieder zurück. Wer diesvermeiden will, sollte den Rückflug erst nach Ankunft in Norwegen buchen.Die Unterkunft stellt den wichtigsten Punkt in der Vorbereitung dar. Die Universität lMoholteinStudentenwohnheim zur Verfügung. Man wird per eMail vom Studentenwerk und derUniversität kontaktiert und kann sich anschließend auf einen Wohnplatz bewerben. Andieser Stelle ist nun Schnelligkeit gefragt, denn die Plätze sind begrenzt und esbewerben sich alle internationalen Studenten. Nach einer erfolgreichen Bewerbungmuss der Mietvertrag innerhalb einer Woche unterschrieben und die Kaution hinterlegtwerden. Es empfiehlt sich Moholt zu wählen, da man hier am günstigsten wohnen kannund die Zimmer bereits möbliert sind. Die Wohngruppen variieren zwischen zwei bisvier Personen.5

3. Während dem AuslandsaufenthaltWährend des Auslandssemesters ist so einiges geboten. Angefangen von der Anreise,die unterschiedlichen Wohnsituationen, der Alltag an der Universität, bis hin zurFreizeitgestaltung und den Erkundungsmöglichkeiten von Norwegen.3.1 „Es geht los“ – AnreiseDie Anreise nach Trondheim kann über verschiedene Wege ablaufen. Eine Anreisemit dem Auto ist möglich, allerdings sollte man hierfür mehrere Tage einplanen. Mankann sich auch mit anderen Erasmus-Studenten zusammenschließen und eineFahrgemeinschaft gründen. Auf Facebook gibt es für jedes Erasmus-Semesterentsprechende Gruppen und Angebote. Der große Vorteil dabei ist, dass man mehrGepäck mitnehmen kann. Die Nachteile sind eine längere Anreise und evtl. dieAbhängigkeit von anderen Personen. Ich habe mich für die zweite Alternativeentschieden: das Fliegen.Abbildung 3: Flug mit Scandinavian AirlinesEs gibt mit ein paar Ausnahmen keine Direktflüge nach Trondheim, daher führt einFlug zum Beispiel über Oslo oder Kopenhagen. Die Flugdauer beträgt von Münchenetwa 4 Stunden. Es ist darauf zu achten frühzeitig am Flughafen zu sein, um Check-In(evtl. auch Online möglich), Gepäckabgabe und Sicherheitsüberprüfungen ohneZeitdruck bewältigen zu können.6

Am Flughafen in Trondheim angekommen steht im Foyer ein Wechselautomat zurVerfügung. Direkt beim Ausgang stehen Busunternehmen zum Transport in die Stadtbereit. Der Flughafen ist von der Stadt Trondheim ca. 40 Minuten mit dem Bus entfernt.Eine Fahrt kostet für Studenten 100 NOK, d.h. je nach Kurs zwischen 10,00 und 12,00Euro. Barzahlung ist möglich, Kreditkarte wird bevorzugt.In Moholt mit dem Bus angekommen, kann man während den Öffnungszeiten seinenWohnungsschlüssel am Service-Point (direkt gegenüber der Wohnanlage) abholen,oder in einem Code-gesicherten Schlüsselkasten hinterlegen lassen. Alle notwendigenInformationen, um die Wohnung zu finden etc. erhält man bereits vorab per eMail.3.2 Wohnen in TrondheimNun beginnt der Einzug. Moholt ist ein Stadtviertel, in dem es ein „Student Village“ gibt.Also einen eigenen Bereich, in dem nur Wohnungen des Studentenwerks stehen. Aufder Abbildung 3 sieht man die Wohngebäude in der Moholt Alle.Abbildung 4: Moholt Student VillageDie Wohnungen in Moholt unterscheiden sich stark, aber man hat keinen Einfluss, inwelche Wohnung, mit welchem Standard man letztendlich kommt. Der Standard kannvariieren zwischen sehr alten Wohnungen ohne Geschirrspüler, bis hin zu sehrmodernen Wohnungen. Es ist wichtig ein Plastikteller, Besteck und einen Bechermitzunehmen, da in Moholt die Küchen unterschiedlich ausgestattet sind und jederBewohner für sich selbst verantwortlich ist. Das gleiche gilt für ein Bettlaken, einkleines Kissen und eine Übergangsdecke, bis man sich was Richtiges besorgen kann.7

Es gibt zudem auch ein eigenes „Familienviertel“, d.h. Wohnungen für ExchangeStudents, welche ihre Familie mit ins Ausland nehmen. Bei der Bewerbung für dieWohnungen kann man angeben, welche Präferenzen man hat. Es bestehen dieWahlmöglichkeiten, ob vier Personen WGs, zwei Personen WGs, mit eigenen Badoder mit Gemeinschaftsbad.Ich habe in einer Vier-Personen Wohngemeinschaft gewohnt. Meine drei Mitbewohnerwaren allesamt von unterschiedlichen Nationen, was das Zusammenwohnen noch vielinteressanter gemacht hat. Ein Mitbewohner war US-Amerikaner, der andere einKanadier aus dem überwiegend französischen Teil Québecs und ein Nigerianer. DieLebensstile und Persönlichkeiten hätten nicht unterschiedlicher sein können. Ich binsehr froh, dass ich keine deutschen Mitbewohner hatte, so wurde ich gezwungenEnglisch zu sprechen und hatte unter anderem die Möglichkeit von einemMuttersprachler zu lernen. So hatte ich nicht nur die Möglichkeit die norwegische Kulturkennenzulernen, sondern auch die anderen Kulturkreise.Im Student Village Moholt gibt es mehrere Einkaufsmöglichkeiten, sogar ein kleinerSupermarkt, welcher am Sonntag geöffnet. Auch ist ein kleiner Fitnessbereich (gegenBezahlung) und ein Friseur auf dem Gelände. Zudem gibt es Waschmaschinen in dreiverschiedenen Gebäuden, welche man für ein geringes Entgelt (Online-Buchung,Kreditkarte zwingend erforderlich) nutzen kann.Das Stadtzentrum ist in ca. 30 Minuten zu Fuß oder 10 Minuten mit dem Bus zuerreichen. Es gibt auch die Möglichkeit günstige Fahrräder von anderen Studenten zuerwerben.Für den Fall, dass man noch Kissen, Decken, Deko, Lampen, Geschirr oder ähnlichesbenötigt, ist ein Ikea mit dem Bus in 10 Minuten zu erreichen. Es gibt auch FacebookFlohmarkt-Gruppen, um sich noch zusätzliche Ausstattung, wie eine Kaffeemaschineoder Staubsauger zu besorgen.Es gibt noch weitere Alternativen zum Wohnen. Wie bereits bei den Vorbereitungenangedeutet, kann man sich auf mehrere Wohnheime bewerben. Das WohnheimSteinan ist ebenfalls möbliert, aber etwas teurer. Andere Wohnheime sind nichtmöbliert und daher weniger zu empfehlen. Natürlich kann man sich auch nach eigenenWohnungen oder WGs umschauen, ist aber aufgrund des kurzen Aufenthalts wenigerzu empfehlen.8

3.3 UniversitätslebenDas Universitätsleben gestaltet sich erfrischend anders, als ich das Hochschullebenaus Deutschland kenne.3.3.1 Allgemeines zur UniversitätDie Norwegian University of Science and Technology, kurz NTNU ist nach derUniversität in Oslo die zweitgrößte Universität in Norwegen. Sie bietet siebenverschiedene Fakultäten und 53 Institute. Drei Nobelpreisträger (Nobelpreis fürChemie 1968, Physik 1973 und Physiologie oder Medizin 2014) kommen von derNTNU.3.3.2 CampusIn Trondheim gibt es verschiedene Campusse in der ganzen Stadt verteilt.Der Hauptcampus ist in Gløshaugen. Eine plateauartige Anhöhe im SüdenTrondheims. Das Universitätsgebäude erinnert an „Hogwarts“ (Abb. 5) und istumgeben von einer schönen Parkanlage (Abb. 6). Von hier aus hat man einenwundervollen Blick bis zur Küste Trondheims.Abbildung 5: Campus GløshaugenAbbildung 6: Park Campus GløshaugenHinzu kommt der Campus „Dragvoll“ am Stadtrand, „Kalvskinnet“ im Stadtzentrum unddie „Trondheim Business School“ gleich unter Gløshaugen. Je nach gewählten Kursenvariieren die Räumlichkeiten.Ich hatte nur Kurse der Business School belegt, daher war ich bis auf einen KlausurTermin nur an der Business School zugegen.9

3.3.3 Trondheim Business SchoolDie Trondheim Business School (Abb. 7), früher HiST, wurde 2015 ein Teil derNorwegian University of Science and Technology.Abbildung 7: Trondheim Business School von außenDie Business School ist von Moholt zu Fuß in 20 Minuten zu erreichen oder mit demBus in 5 - 10 Minuten. Innerhalb des Gebäudes gibt es eine eigene kleine Bibliothek,eine kleine Kantine und einen kleinen Schreibwarenladen, in welchem auchLehrmaterialien verkauft werden.3.3.4 LehrmaterialObwohl Norwegen auf ein freies Bildungskonzept setzt und Bildung jedem zugänglichmachen will, müssen die verwendeten Lehrbücher gekauft werden und können nichtausgeliehen werden. Die Bücher kosten zwischen 35,00 und 50,00 , d.h. bei vierKursen summieren sich die Kosten für die Lehrmaterialien auf 150,00 – 200,00 .Die Lehrbücher können allerdings über Facebook-Gruppen gebraucht für wenigerGeld bezogen werden und dort auch weiterverkauft werden.10

3.3.5 EinführungswochenZu Beginn des Auslandssemesters bietet die Universität eine sogenannte „OrientationWeek“ an. Hierbei werden allerlei Veranstaltungen angeboten, damit sich neueinternationale Studenten schnell in Trondheim und im Hochschulleben zurechtfinden.Diese Woche kann man optimal nutzen, um schnell neue Kontakte zu knüpfen. DasProgramm umfasst unter anderem gemeinsame Mittagessen, eine Schnitzeljagd durchTrondheim, Wanderungen und Ausflüge im Umkreis.Ein Ausflug beinhaltete zum Beispiel den Besuch eines Liga-Spiels des FCRosenborg, eine der erfolgreichsten Fußballclubs in Norwegen (Abb. 8).Abbildung 8: Fußballspiel FC RosenborgIn den ersten Wochen des Semesters ist noch die sogenannte „Fadderuka“, eine Art„Buddy Programm“ der Studierendengemeinschaft, speziell für jeden Campus /Fachrichtung organisiert (Abb. 9).Abbildung 9: Trondheim Business School von innen – Fadderuka11

Diese Wochen dienen norwegischen Erstsemestern, sowie den Internationals zurOrientierung und zum Kennenlernen in ihrem Universitätsbereich. Dabei werdenverschiedene Events von „Buddies“ organisiert und sind ähnlich zur Orientation Week.Der Fokus liegt allerdings weniger auf organisatorischen Abläufen, sondern um sozialeKontakte zu knüpfen und Spaß zu haben. So organisieren die Buddies zum Beispieleine Fahrt nach Schweden, um dort günstig einzukaufen oder eine Kneipentour durchTrondheim. Weitere Veranstaltungen waren Grillnachmittage oder Konzerte. In diesemZeitraum finden zudem die meisten Partys statt.Die Studierendengemeinschaft in Norwegen ist im Vergleich zu Aalen viel größerorganisiert. So ist fast jeder Student der Business School ein engagiertes Mitglied. ImKeller der Business School betreibt die Studierendengemeinschaft zum Beispiel eineeigene Bar. Während der Fadderuka finden dort wöchentlich bis zu drei (Motto-)Partysstatt. Nach der Fadderuka ist die Bar jeden Donnerstag, Freitag und Samstag geöffnet.3.3.6 Kurse und BenotungNeben der Einführung und dem anfänglichen Party-Leben am Campus standennatürlich auch die belegten Kurse im Vordergrund.Ich hatte vier Kurse gewählt: „Consumer Behaviour“, „Managing gen waren auf Englisch.Anders als unser gewohntes Blockwochensystem in Aalen fanden die Vorlesungennatürlich jede Woche statt. Die Besonderheit dabei war, dass nach 45 MinutenVorlesung eine Pause von 10 – 15 Minuten eingelegt wurde. Zudem waren in denKursen meist 30 - 45 Studenten. Dadurch konnte man den Vorlesungsinhalten besserfolgen und die Besuche der Lehrveranstaltungen war wesentlich angenehmergestaltet.In drei von vier Kursen wurde das Wissen nicht nur durch die Vorlesung vermittelt,sondern auch durch sogenannte Assignments, d.h. kleinere Seminararbeiten. Meistmussten diese Aufgaben in einer Gruppe bearbeitet werden und abhängig vom Modulauch präsentiert werden. Einmal wurde die Gruppenzusammenstellung vorgegeben,während wir in anderen Modulen die Gruppen selber organisieren konnten.12

Die Gruppenarbeiten und Assignments waren eine ideale Prüfungsvorbereitung, dasich die Inhalte überschnitten haben und die Assignments zur Vertiefung undAnwendung der erlernten Vorlesungsinhalte dienten.In Consumer Behaviour mussten wir in einer selbst gewählten Gruppe ein „TermPaper“ erstellen und uns für ein geeignetes Produkt entscheiden. Anschließend solltenwir dieses Produkt und die Marketingmaßnahmen mit den erlernten theoretischenKonzepten analysieren und diese Analyse schriftlich darstellen.Hierbei war der Fokus weniger auf den klassischen „vier P s“ des Marketings, sondernkonzentrierte sich auf den Bereich der Segmentierung oder auf psychologischeKonzepte zur Markenbildung. Zum Beispiel wendeten wir verschiedene Lernmodelle,wie etwa das klassische Konditionieren nach Pawlow oder das operanteKonditionieren an, um zu erklären, warum Kunden das gewählte Produkt kaufen undvor allem erneut kaufen, anstatt Alternativprodukte zu wählen.Das Term Paper machte 60% der Endnote aus, die anderen 40% mussten über einevierstündige Klausur erbracht werden. Die Klausur im Fach Consumer Behaviour warähnlich wie eine deutsche Klausur.Managing Business Relationships hatte zwei Gruppen-Assignments. Erneutkonnten wir die Gruppe selbst zusammenstellen. Wir haben uns für die gleicheZusammensetzung, wie in Consumer Behaviour entschieden. Im ersten Assignmentsollten wir anhand eines realen Unternehmens oder einer fiktiven Firma dieGeschäftsbeziehung eines wichtigen Zulieferers oder Kunden mit zwei theoretischenKonzepten analysieren. Das zweite Assignment war offener gestaltet und man konntesich selbst für verschiedene Schwerpunkte bei der Analyse eines Business-Netzwerksentscheiden. Mögliche Themen waren zum Beispiel Supply Chain Management oderInnovation.Die Klausur für Managing Business Relationships war eine außergewöhnliche Klausur.Diese Prüfung war eine „digitale“ Klausur. In den skandinavischen Ländern ist esdurchaus üblich Leistungen am PC zu erbringen. Es wird der eigene Laptop oder einUniversitätscomputer benutzt. Mit einer Software wurden alle anderen Programmegesperrt und die Aufgaben wurden in einer vorgegebenen Maske bearbeitet. In diesemModul wurden die Fragen sehr offen gestellt und ähnelte eher einem Aufsatz. ZurBearbeitung hatte man vier Stunden, welche auch benötigt wurden. Die Assignmentszählten jeweils 20%, also gesamt 40 % zur Gesamtnote und die Klausur 60%.13

Sport Business and Economics beschäftigte sich mit der Organisation, Struktur undProzessen von Sportinstitutionen und anderen Stakeholdern. In diesem Modul wurdenunter anderem volkswirtschaftliche Probleme und deren Gründe besprochen.Zum Beispiel die Ressourcenallokation und die Entstehung von „White Elephants“.Dies betrifft die Vergabe von Sportrechten und die Konsequenz, dass Stadien gebautwerden, welche in der Zukunft nicht mehr genutzt werden. Dabei wurde aufgezeigt,dass dies eine Problematik für die Gesellschaft darstellt, da die verwendetenRessourcen ebenfalls für die Bildung oder Gesundheitsversorgung genutzt werdenkönnte.Die Fragestellung, ob öffentliche Träger Sportveranstaltungen finanzieren sollten, umdie Gesundheit der Bevölkerung zu fördern, wurde dabei ebenfalls berücksichtigt. DesWeiteren behandelte das Modul organisatorische und betriebswirtschaftlicheStrukturen innerhalb der Branche. In diesem Modul gab es kein Assignment und dieKlausur machte die Gesamtnote aus. Die vorgegebene Zeit lag bei vier Stunden unddie Fragestellung war offen gestaltet.Leadership, Communication and Cooperation war das interaktivste Modul mit zweiindividuellen Assignments und drei Gruppen-Assignments. Die Gruppen wurdendiesmal von der Professorin zusammengestellt, um eine möglichst große „Diversity“zu gewährleisten. Mit praktischen Übungen während der Vorlesung konnten wir in denGruppen direkt die Teambildungsphasen nach Tuckman erleben.Die Assignments behandelten theoretische Themen zu Leadership, zum Beispiel dieverschiedenen Führungsstile, sowie eine Filmanalyse zur Kommunikation innerhalbvon Organisationen. Das dritte Assignment war etwas Besonderes. Den Gruppenwurde ein Unternehmen zugewiesen, welches man noch am selben Tag spontanbesuchen sollte, um ein Interview durchzuführen. Dadurch sollten wir die Kultur in einerFirma untersuchen und mit den theoretischen Inhalten in Kontext bringen.Die Klausur war ebenfalls eine vierstündige Klausur und behandelte vertieft dieThemen der Assignments und der Vorlesungen. Erneut war die Fragestellung sehroffen gestaltet und ähnelte eher einem Aufsatz.Für all

Auslandssemester in Trondheim – Norwegen . Abreise von dem akademischen Auslandsamt der Hochschule Aalen in einer Erasmus-Fibel kommuniziert. . Die Flugdauer beträgt von München etwa 4 Stunden. Es ist dara