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Die Zeitschrift der DLRG Bayern . Ausgabe6 . 2015Foto: DLRG OV Neumarkt e.V.Bayern aktuellTOPTHEMA: BäderSchwimmenlernen? Nurmit Bädern!(Seite 6 - 16)Deutsche Meisterschaften im RettungsschwimmenNeue Weltrekorde - und Bayern mittendrin(Seite 17)Eisprävention vor neuen HerausforderungenEis? Für viele nicht vorstellbar! (Seite 20 - 21)bayern.dlrg.de

EditorialHorst AuerLeiter VerbandskommunikationDLRG BayernhconiegtL2BAYERN AKTUELL 06 - 2015rovtnich

i nhalt2EDITORIALBUNDESWEIT31041 Bäder in Deutschland dicht oder von Schließung bedrohtDLRG BAYERN4Auf ein Wort.von Horst Auer, Leiter VerbandskommunikationAuf dem TrockenenVon Julia von Seiche-Nordenheim, Präsidentin der DLRG BayernTopthema6Schwimmen lernen? - Nur mit Bädern!8So ist es amtlich.9Sanierung im Hallenbad Küps abgeschlossen11Frankenhof Hallenbad Erlangen: Lange Zitterpartie12Burgkunstadt: Durchhalten mit dem Betreibermodell13Nürnberg: Jetzt Platz für 495 Schulklassen14Ingolstadt: Neues Sportbad im Bau15Kurzmeldungen: Wenig Positives, viel Negatives.16Bad Aibling: Etappenziel Nutzungsvereinbarung16DLRG-Stiftung Bayern:17Deutsche Meisterschaften im Rettungsschwimmen:18PSNV bei der DLRG Bayern: Mit20JugendEis? - Für viele nicht vorstellbarREGIONALES22Rettungshunde fit am Wasser DLRG Forchheim23Nobbi jetzt in Lebensgröße DLRG Bamberg-Gaustadt2424 Stunden im Crana Mare DLRG Kronach25Neun neue DLRG Bootsführer DLRG Unterfranken25Dank dem Ehrenamt: Einmal überraschend anders DLRG Ansbach26Schwerarbeit im Inn DLRG Mühldorf am InnUnterfranken „knackt“ die Million6Fast jedes dritte Hallenbad in Bayernist sanierungsbedürftig, es drohenweitere Schließungen. Auf den Seiten6 - 16 unser Topthema: Bäder.18Peers-Treffen in Bamberg. DieEinsatzkräfte mit Ausbildung in psychosozialer Notfallversorgung trafen sichzum Erfahrungsaustausch.Neue Weltrekorde - und Bayern mittendrinKrisen umgehen20Eis? - Für viele nicht vorstellbar.Damit in der bevorstehendenWintersaison Eisunfälle verhindert werden, ist die DLRG jetzt schon aktiv.Trauer um Reinhard Hülsmann DLRG Schäftlarn-WolfratshausenHofRegatta - eine sichere Sache DLRG Hof27Reger Bootsverkehr auf Oberfrankens Gewässern DLRG OberfrankenINFORMATION28Danke an alle Werbepartner und SponsorenWeihnachtsgruß und Hinweis der DLRG-Landesgeschäftsstelle Bayern29Termine, Termine, Termine.30Impressum22Die Personensuche mit Rettungshunden an und in Gewässern wurdein Forchheim geübt.BAYERN AKTUELL 06 - 20153

b undesweit1041 Bäderin Deutschland dichtoder akut von Schließung bedrohtDas Bad um die Ecke gibt es in weiten Landesteilennicht mehr – DLRG begrüßt Sanierungsprogrammdes Bundes.Von Juli 2007 bis September2015 sind in Deutschland 371 Bädergeschlossen worden. Weitere 670Bäder sind akut von der Schließungbedroht. Im gleichen Zeitraum wurden nur 21 Bäder neu gebaut und90 saniert. Diese Zahlen gab jetztder DLRG Bundesverband bekannt.In den vergangenen acht Jahrenwurden im Durchschnitt 46 Bäderpro Jahr geschlossen. Von den371 Bäderschließungen waren 223Hallenbäder.„Die Ausdünnung der Bäderlandschaftmuss endlich aufhören“, richtete DLRGPräsident Hans-Hubert Hatje einenAppell an Städte und Gemeinden,finanzpolitischumzudenkenundauch über den eigenen Tellerrandhinauszublicken.Besondersproblematisch stelle sich die Situationin den ländlichen Regionen dar. Vordiesem Hintergrund begrüßt dieDLRGdasSanierungsprogrammfür kommunale Einrichtungen desBundesbauministeriums, das plant,bis zum Jahr 2018 insgesamt 100MillionenEurozurVerfügung4BAYERN AKTUELL 06 - 2015zu stellen. Hatje: „Städte undGemeinden müssen nun ihre Anträgeauf Fördermittel stellen, denn auchBäder gehören zu den kommunalenEinrichtungen.“ Bis zum 13. Novemberhaben sie Zeit. Auch wenn dieslediglich ein Tropfen auf dem heißenStein sei.Der DLRG-Präsident zeigt sich kämpferisch: „Die Daseinsvorsorge ist nebender Sicherheit der Bürger eine originäre staatliche Aufgabe. Diese müssenwir gemeinsam einfordern und Bund,Länder und Kommunen in die Pflichtnehmen.“ Die Medienberichte machendeutlich, dass sich die Bürger zunehmend gegen Schließungsabsichtenzur Wehr setzen. Eine repräsentativeEmnid-Umfrage im Auftrag der DLRGzeigt, dass 87% der Bundesbürger dasBad wichtig oder sehr wichtig ist.Quelle: Pressemeldung derDLRG-BundesgeschäftsstelleWie die Lage in Bayern ist,beleuchtet das Topthemadieses Heftes ab Seite 6.

bayernAuf ein Wort.Auf dem TrockenenVon Julia von Seiche-Nordenheim,Präsidentin der DLRG Bayern.Als Kind lebte ich längere Zeit amLuganer See im schweizerischenTessin. Zum Grundstück gehörtesowohl ein Pool als auch ein SeeZugang. Alle Kinder ringsum konntenschwimmen – nur ich nicht. In besterAbsicht glaubten meine Eltern, siekönnten mir Schwimmen auf demTrockenen beibringen. Ich sehe michheute noch auf dem Wohnzimmerboden bäuchlings Schwimmbewegungen vollführen, nicht unähnlich einemgestrandeten Maikäfer. Natürlich wardas überhaupt nicht zielführend: nachdem Sprung ins Wasser kam ich garnicht mehr zu den geübten Bewegungen – da war ich schon untergegangenwie ein Stein. Meine Moral von derGeschichte ist, dass man Schwimmennicht auf dem Trockenen lernen kann.Diese Moral möchte ich auch gerneden politisch Verantwortlichen fürden Erhalt von Schwimmbädern insStammbuch schreiben.Sicher kann ich so manchen Kommunalpolitiker verstehen, der für denUnterhalt von Schwimmbädern verantwortlich ist. In den wirtschaftlichprosperierenden Zeiten der 1970erJahre hat sich so manche KommuneEinrichtungen geleistet, ohne die Folgekosten für deren Unterhalt zu bedenken. Da es kein unendliches Wachstumder Gewerbesteuer gibt, stehen heuteviele Kommunen vor der Frage: Waskönnen und was müssen wir uns nochleisten? Was ist Luxus und was gehörtzum Notwendigen für die Bewohnerunserer Gemeinde?Als Hilfe bei der Entscheidungsfindung möchte ich ein paar Aspektebenennen, die dafür sprechen, dassein Schwimmbad eher zu den notwendigen als zu den luxuriösen Einrichtungen gehört.Das Brennendste: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der sinkenden Zahl verfügbarer Hallenbäderund einer wachsenden Zahl von Kindern, die die Grundschule ohne hinreichende Schwimmfertigkeit verlassen.Dass dies unter Umständen zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann,liegt auf der Hand.punkt für Vereine, die sich wie dieDLRG mit vielen Ehrenamtlichen derSchwimmausbildung widmen. Sobietet die Gemeinde jungen wie älteren Einwohnern eine Einrichtung miteinem Mehrfachnutzen. Unsere älterwerdenden Mitbürger leiden zunehmendunterGelenkbeschwerden.Bewegung im Wasser lindert dieseganz enorm.Zudem zählt ein Schwimmbad aufjeden Fall zu den „weichen StandortFaktoren“, mit denen eine Gemeindefür den Zuzug von neuen Mitbürgernwerben kann. Aus der drohenden Not,bald eine Nation von Nicht-Schwimmern zu werden, sollten wir jetzt neueWege gehen, Denk-Verbote aufheben,neue Kooperationen eingehen, bürokratische Vorschriften abbauen. Kurz:alles zu tun, damit wir in Zukunft nichtvollends auf dem Trockenen sitzen.Herzlichst, IhreUnd gerade für kleinere Kommunengibt es noch weitere Aspekte, diefür den Erhalt von Schwimmbädernspricht. Ein Hallenbad ist auch Treff-BAYERN AKTUELL 06 - 20155

bayernTOPTHEMA: BäderSchwimmenlernen? Nurmit Bädern!6BAYERN AKTUELL 06 - 2015

Zum Schwimmen lernen und auch zum Retten lernenbraucht es Hallenbäder. Deshalb sind sie unverzichtbar –ob als öffentliche oder als Schulschwimmbäder.Wie jede andere Infrastruktur auch kosten sie Geld –beim Neubau und wenn sie in die Jahre gekommen sind.Fast jedes dritte Hallenbad in Bayern ist sanierungsbedürftig, das belegen amtliche Zahlen. Und landauf landabdrohen weiterhin Schließungen. Aber es gibt auch Neubauten. DLRG-Gliederungen berichten über Vorhaben vorOrt und Josef Maier, Bäderbeauftragter der DLRG Bayern,erläutert die amtlichen Zahlen.BAYERN AKTUELL 06 - 20157

bayernTOPTHEMA: BäderSo ist es amtlich.Den aktuellen amtlichenStand über die öffentlichenBäder in ganz Bayern undüber drohende Schließungenhat Markus RinderspacherMdL über eine Anfrage imBayerischen Landtag erkundet (Drucksache 17/3233).Dazu hat das BayerischeInnenministerium eigensermittelt: Seit 2005 sindD43 öffentliche Bäder geschlossen worden. Insgesamt gibtes in Bayern derzeit noch889 öffentliche Bäder.Von ihnen sind 260 (29 Prozent)sanierungsbedürftig, darunter65 (7 Prozent) sogar von derSchließung bedroht.azu erläutert Josef Maier, Bäderbeauftragter der DLRG Bayern:„Die Zahlen des BayerischenInnenministeriums bringen eineninteressanten und vor allem amtlichenEinblick. Allerdings sind da die Schulschwimmbäder nur in wenigen Fällenberücksichtigt.Das liegt wohl daran, dass sie nichtin dem Sinn öffentlich sind, dass siejedermann offen stehen würden. Abersie sind zum Schwimmen lernen undfür die DLRG genauso wichtig, wie dieöffentlichen Bäder. Ihre Anzahl dürfteungefähr ebenso hoch sein wie die derallgemeinen öffentlichen Bäder.Beispielsweise gibt es allein in München 32 städtische Schulschwimmbäder. Wenn ich die Schulschwimmbädermit berücksichtige, komme ich beiden Schließungen seit 2005 nicht nurauf 43 sondern auf 62. Und vor 2005sind bereits weitere rund 140 Bädergeschlossen worden. Das geht ebenfalls aus amtlichen Landtagsdrucksachen hervor.Was den Zustand derSch u l s ch w i m m b ä d e rbetrifft, wird ähnlichesgelten, wie für die allgemeinen öffentlichenBäder: 25 bis 30 Prozentder Bäder in Bayern sindsanierungsbedürftig.“260 Bäder haben Sanierungsbedarf, 65 droht die Schließung.8BAYERN AKTUELL 06 - 2015

bayernTOPTHEMA: BäderSanierung im Hallenbad Küps abgeschlossen:In 10 Jahren 1,7 Mio. Euro investiertIn Küps, Marktgemeinde undUrlaubsort im Frankenwald,ist seit Oktober das Hallenbadwieder in Betrieb. Im Jahr2004 war die Sanierungbegonnen worden, nun ist sieabgeschlossen.In insgesamt vier Sanierungsabschnitten hat die Gemeinde indiesem Zeitraum Schwimmbecken,Duschanlagen, technische Anlagen zurWasser- und Luftaufbereitung sowieUmkleiden und Eintrittsanlage für insgesamt 1,7 Millionen Euro erneuert.Die Finanzierung konnte sie weitestgehend aus eigenen Haushaltsmittelnbewältigen. Alles neu:Das Hallenbad Küpsseit September 2015.Das Küpser Hallenbad ist Teil eines inden 1970er Jahren gebauten Grundund Mittelschulkomplexes. Eröffnetwurde es im Herbst 1977. Mit seinenvier 25-Meter-Bahnen bietet es seitdem für den Schulbetrieb ebenso wiefür die Öffentlichkeit und mehrere Vereine nahezu perfekte Rahmenbedingungen für Aktivitäten rund um dasThema Schwimmen.Nach 27 Betriebsjahren standenerstmals größere Sanierungsmaßnahmen an. Eine Schließung des Hallenbades war für die Gemeinde keineAlternative. Durch einen einstimmigen Beschluss des Gemeinderats imNovember 2003 erfolgte die Freigabefür die Sanierung in Phasen und gleichzeitig für den ersten Sanierungsabschnitt. Sämtliche Fraktionen setztenmit diesem Beschluss ein deutlichesZeichen zum Erhalt und zur Sanierungdes Hallenbades. Baustelle ade!Heute trainiertKüps wieder.An sechs Tagenin der Wochejeweils währenddesöffentlichenBadebetriebsvonzwei bis drei Stundengeschieht dies nun seitfast 40 Jahren.Eng verbunden mit der DLRGFast untrennbar verbunden mit demHallenbad Küps ist auch die örtlicheDLRG. Mit der Eröffnung des Hallenbades 1977 begannen ehrenamtlicheRettungsschwimmer den öffentlichenBadebetrieb zu betreuen. Das wardie Geburtsstunde der DLRG in Küps.Ausgehend von diesen Aktivitätennahm auch die DLRG in Küps seitdem eine erfolgreiche Entwicklung.Als Stützpunkt des DLRG-Kreisverbandes Kronach begonnen, seit 2001als eigenständiger Ortsverband aktiv,zählt sie derzeit rund 280 Mitglieder.Der Ortsverband Küps ist eine im Ortnicht mehr wegzudenkende Organisation für die Sicherheit am Wasser. BAYERN AKTUELL 06 - 20159

bayernTOPTHEMA: BäderFortsetzung von Seite 9Als Ausgangsbasis dient dabei immerdas Hallenbad in der Grund- undMittelschule. Neben der Ausbildungzum Rettungsschwimmer biete dieDLRG jedes Jahr fünf bis sechs KurseWassergewöhnung und Schwimmkurse an. So hat die nun vollendeteSanierung die Weichen gestellt, dassdas Hallenbad auch für die nächstenJahrzehnte den Schulen, der Öffentlichkeit, den Vereinen und nicht zuletztder DLRG für ihre Aktivitäten zur Verfügung steht. Es ist somit ein echtesGenerationenhallenbad.Auch überregional für die DLRGwichtiger StandortMit seiner Beckengröße von 25 mal10 Metern, unterteilt in vier Bahnen,bietet das Schwimmbad in Küpsauch für Schwimm- bzw. Rettungsschwimmwettkämpfe die notwendigen Rahmenbedingungen. Deshalbist es für die DLRG auch auf Kreisund Bezirksverbandsebene immerwieder der begehrte Ort für Rettungsschwimmkämpfe.So ist das Hallenbad in Küps schon imMärz nächsten Jahres Austragungsortfür die Kronacher Kreismeisterschaftenund im Frühjahr 2017 für die Bezirksmeisterschaften des BezirksverbandsOberfranken. Auch für überregionale Ausbildungen wie die Verlängerung der Fachübungsleiterlizenz oder„Kinder- und Jugendschwimmen 1 bis3“ der Landesjugend ist das Hallenbad beliebt. Denn dank der Integrationin das Schulzentrum kann die DLRGneben dem Schwimmbecken sogarSchulungsräume nutzen.Bernd Ament10BAYERN AKTUELL 06 - 2015

bayernTOPTHEMA: BäderFrankenhof Hallenbad Erlangen:Lange ZitterpartieNach über zehn JahrenBangen für die DLRG stehtendgültig fest: Das Frankenhof Hallenbad mitten inErlangen wird geschlossen– aber es bekommt einenNachfolger.D as aus dem Jahr 1963 stammende Hallenbad der ErlangerStadtwerke ist für die DLRG seitJahren ein wichtiger Bestandteilunseres Ausbildungskonzeptes. JedeWoche nehmen etwa 30 junge Mitglieder an unserem freien Trainingteil. Die Kinder im Alter von sechs biszwölf Jahren sind meist nach einemSchwimmkurs Mitglied in der DLRGgeworden. Das Frankenhof Hallenbad ist damit der erste und wichtigsteBaustein für diese besonders jungenMenschen, um eine dauerhafte Begeisterung für das Schwimmen und dieArbeit der DLRG zu festigen.Training im Frankenhof Hallenbad.Ungewissheit und ProtesteNach öffentlichen Protesten, Unterschriftenaktionen und der Bildungeines Sportausschusses, bei dem auchunser Ortsverband vertreten war, gabes glücklicherweise ein Einsehen derPolitik. Ein neues, familien- und seniorengerechtes Hallenbad ging in Planung, mit 25-Meter-Schwimmbecken,Lehrschwimmbecken und Drei-MeterSprungturm.Lange Zeit stand zwar fest, dass „dasFrankenhof“ geschlossen wird, abereine Alternative war nicht in Sicht.Es ersatzlos zu verlieren, wäre einherber Rückschlag für die qualifizierteSchwimmausbildung in Erlangen undeine Katastrophe für die Jugendarbeitunseres Ortsverbandes.Im Oktober haben die Erdarbeitenbegonnen, der aktuelle Stand iststets im Internet bei den ErlangerStadtwerken nachzulesen und dieFertigstellung steht für 2017 in Aussicht. Noch aber haben wir Sorgen:Wird im neuen Bad die gewohntqualifizierte Ausbildung möglichFür uns besonders wichtig: Das Frankenhof Hallenbad bietet mit seinen25-Meter-Bahnen und geringer Wassertiefe von teilweise nur 70 Zentimetern eine optimale Umgebung fürjunge Schwimmer.sein? Wird die DLRG ausreichendWasserflächen zu Zeiten bekommen,zu denen die Ausbildung von Kindern möglich ist? All das müssen wirjetzt noch in ehrenamtlicher Eigeninitiative klären.Wir sind aber schon jetzt allen dankbar, die sich dafür eingesetzt haben,dass ein altbewährtes Hallenbadnicht einfach ersatzlos geschlossen wird. Wir hoffen auch zukünftiggemeinsam mit anderen Vereineneine gute Schwimmausbildung inErlangen ermöglichen zu können unddie Begeisterung für das nasse Element weiter zu verbreiten.Tobias KüpersBAYERN AKTUELL 06 - 201511

bayernTOPTHEMA: BäderBurgkunstadt:Durchhaltenmit demBetreibermodellSchließung und NeuanfangAls 2004 der komplette Schulkomplex samt Bad und Sporthalle inTrägerschaft des Landkreises überging, wurde das Lehrschwimmbecken geschlossen. Erst nach langenund zähen Verhandlungen mit Mandatsträgern, Sponsoren und Schulenkonnte das Bad 2005 anlässlich des50-jährigen Bestehens der DLRG Burgkunstadt mit einem völlig neuen Betreibermodell wieder in Betrieb gehen.Die ortsansässige DLRG übernahmdas Hallenbad in einem Pachtvertrag vom Landkreis. Durch unzähligeehrenamtliche Stunden der DLRGkonnten viele nötige Arbeiten ohnePersonalkosten erledigt werden, soz.B. dringende Reparaturen am Hubboden und der Elektrik. Schließlichkonnte das ehemals öffentliche Hallenbad als Schul- und Vereinsbadwiedereröffnet werden. Allerdingsmit der Einschränkung, dass aus versicherungsrechtlichen Gründen - undum Personalkosten einzusparen - kein12BAYERN AKTUELL 06 - 2015öffentlicher Badebetriebmehr stattfand. JedochkonnteninteressierteBürger als Mitglieder vonDLRG, Wasserwacht oderSchwimmverein das Badnutzen.Foto: Archiv DLRG BayernZu dem aus den 1930er Jahrenvorhandenen Freibad hatte sichin Burgkunstadt in Oberfranken 1975 ein Lehrschwimmbeckenim Untergeschoss der „Kathi-BaurSporthalle“ gesellt. Das für damaligeVerhältnisse sehr moderne Hallenbadverfügte sogar über einen Hubboden.Dieses Bad wurde ganz klassisch vonder Kommune betrieben und in denVormittagsstunden von den Schulengenutzt. Nachmittags und am Wochenende stand die Wasserfläche derBevölkerung zum öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung. Am Abend nutztenverschiedene Vereine das Bad.Erfolg durch GemeinsinnDie Auslastung des Bades stieg an,sodass kaum noch freie Kapazitätenfür zusätzliche Nutzer waren. Während der Schulstunden kamen zahlreiche Schulen aus Burgkunstadt undAltenkunstadt. Die Abende wurdendurch Vereine belegt, sodass die Auslastung auf fast 100 Prozent anstieg.Durch den Stundensatz der Schulen von 65 Euro konnten größtenteils die anfallenden Kosten gedecktwerden, wobei auch die örtlichenUnternehmen stets ein offenes Ohrfür kleine und große Anliegen hatten.So konnte das Lehrschwimmbeckendurch das Ehrenamt - und den Rückhalt in Bevölkerung und Wirtschaft weiterbetrieben werden. Gleichwohlwar allen Beteiligten stets bewusst,dass es sich um einen Erfolg mitabsehbarem Ende handelte. Denn dieGremien des Landkreises diskutiertenseit längerem den Abriss des Komplexes Hallenbad-Sporthalle - zugunstenvon neuen Klassenräumen.Schließung, Proteste undVerhandlungenSo wurde im Jahr 2010 das Lehrschwimmbecken endgültig geschlossen und abgerissen. Natürlich wardie örtliche DLRG darauf tungen, Unterschriftenaktionen, Planungsgespräche undVerhandlungen schlossen sich an.Vor allem die DLRG knüpfte Kontaktezu Politik, Ministerien sowie zu Architekten und anderen Fachleuten. Inlangen Nächten wurdenKonzepteerarbeitet, Kalkulationen erstellt undStellungsnahmen verfasst.EndlichGrundzurZuversichtEin wichtiges Teilziel war erreicht, alsBurgkunstadt bei der Regierung vonOberfranken die schulaufsichtlicheGenehmigung erreichte. Schließlichkonnte, nach dem Wechsel der BürgermeisterämterinBurgkunstadtund Altenkunstadt, ein Durchbrucherreicht werden, als der Gemeinderat Altenkunstadt beschloss, sich mit50 Prozent einem Lehrschwimmbecken in der Region zu beteiligen. Auchder Landkreis schloss sich mit 1 Prozent der Kreisumlage - immerhin ca.500.000 Euro - einem Neubau an.Burgkunstadt stellt jetzt den Förderantrag für ein neues Lehrschwimmbecken. Sobald die Genehmigungder Regierung vorliegt, werden diePlanungsverfahren starten, sodassin Burgkunstadt hoffentlich sehr baldwieder direkt Schwimmunterrichtstattfinden kann.Werner Schneider

bayernTOPTHEMA: BäderDass es nicht nur Bäderschließungen gibt,Auch von außen ist dasneue Langwasserbad einimposanter Bau.sondern auch einmal die Eröffnung einesneuen Bades gefeiert werden kann, hatauch die Stadt Nürnberg bewiesen.Nürnberg:Jetzt Platzfür 495SchulklassenSeit August 2015 läuft der Betriebim neuen Langwasserbad. Esersetzt zwei alte Bäder: das alteBad im Stadtteil Langwasser unddas Hallenbad in Altenfurt. Das neueSchwimmzentrum wartet mit einerWasserfläche von 2200 Quadratmeternauf – die alten Bäder in Langwasserund Altenfurt brachten es zusammennur auf weniger als die Hälfte.In erster Linie bietet das neue Bad jedeMenge Platz für die Schwimmstundender Schulen und Vereine. Erstmals istnun in Nürnberg auch ein Training aufeiner überdachten 50-Meter-MeterBahn möglich. Weil das große Beckendurch zwei Hubbrücken teilbar ist, kannes von sechs Schulklassen gleichzeitiggenutzt werden, drei weitere könnenin den zusätzlichen Lehrschwimmbecken trainieren. Pro Woche hat das Baddamit Platz für 495 Klassen – bislangIn der DLRG-Schwimmstunde amFreitag herrscht seit Septemberreger Trainingsbetrieb.waren es in Langwasser und Altenfurtzusammen nur 180.Seit über 20 Jahrenhat die DLRG ihrAusbildungsangebotfür den NürnbergerOsten im Altenfurter Bad abgedeckt.Durch Verhandlungen mit dem städtischen EigenbetriebNürnbergBad konntesie erreichen, dassdieAltenfurterSchwimmstunde am Freitagnachmittag ungeschmälert in das nicht weitentfernte, neue Langwasserbad übergeführt wurde. Nach den Sommerferien begann die Ausbildung dortin bewährter Weise auf ganzen vierBahnen.Das große 50-Meter-Becken wirddurch Hubbrücken in drei Einzelbecken mit 25 Meter Länge geteilt.Eines davon nutzt die DLRG.Dass sich das neue Langwasserbadzudem gleich bei der nach ihremEhrenmitglied Herta Künzel benanntenStraße befindet, darüber freuen sich dieNürnberger Lebensretter besonders.Wolfram GäbischBAYERN AKTUELL 06 - 201513

bayernTOPTHEMA: BäderIngolstadt:Neues Sportbadim BauNach vielen Jahren der Diskussion um ein neues Sportbadin Ingolstadt ging es 2012 in die Planungsphase und zurzeit wird gebaut. Die Eröffnung soll im Frühjahr 2016 sein.Die Schwimmsport betreibendenVereine, die Schulen und die badelustige Öffentlichkeit dürfen sichfreuen auf ein wettkampfgerechtes50-Meter-Sportbad mit zehn Bahnenund auf ein Lehrschwimmbecken mitebenfalls 25 Metern Länge. BeideBecken sind teilbar, sodass möglichstviele Benutzergruppen berücksichtigt werden können. In die Planungenhatten die Stadtwerke Ingolstadt alsBauherr und Betreiber auch Vertreterder örtlichen Vereine, der Schulen unddes Bayerischen Schwimmverbandseingebunden, die insbesondere aufdie sportlichen Herausforderungenbeim Bau des Bades zu achten hatten.Die Belange der DLRG wurden ebensoberücksichtigt und über den Bayerischen Schwimmverband wahrgenommen, in dem der DLRG-KreisverbandIngolstadt - als einer der weltweiterfolgreichsten Vereine im Rettungssport - außerordentliches Mitglied ist.Für uns waren die wichtigen Kriterien:Nutzbarkeit für den Trainingsbetriebim Rettungssport, für die Ausbildungzu den Rettungsschwimmabzeichenund für die Lernkurse. Zurzeit werdendie Nutzungszeiten mit den Stadt-14BAYERN AKTUELL 06 - 2015werken Ingolstadt abgestimmt. Auchdieser Prozess verläuft vorbildlich, daversucht wird, den Ansprüchen allerNutzer gerecht zu werden.Wir von der DLRG Ingolstadt erhoffenuns, durch die zusätzlichen Wasserflächen unser Angebot erweitern zukönnen. Wir möchten zukünftig denFertig im nächsten Frühjahr:Das neue Ingolstädter Sportbad.Anfragen im Bereich Schwimmenlernen nachkommen und Präventionskurse im Bereich Aquafitness undAquasport anbieten. Auch die Flüchtlinge, die bei uns das Schwimmenlernen, möchten wir in einen regelmäßigen Übungsbetrieb übernehmen.Martina Markus

bayernTOPTHEMA: BäderKurzmeldungen:Wenig Positives,viel Negatives. Ingolstadt:An der Stelle des alten Eisstadions entsteht in Ingolstadt ein neues Hallenbad miteinem 50-Meter-Schwimmbecken und einemNichtschwimmerbecken.ImkommendenFrühjahr geht es in Betrieb.Landshut:Noch ist das Hallenbad mit zwei 50-MeterSchwimmbeckenundinsgesamt12Schwimmbahnen gut in Schuss. Damit daslangfristig so bleibt, erwägen die LandshuterStadtwerke einen Neubau oder alternativ f am Inn/Oberbayern:Die Zukunft des Hallenbads, in dem dieDLRG ausbildet, ist seit langem ungewiss.Schließung aus Kostengründen, Sanierungaber auch ein neues Bad gemeinsam mitder Nachbargemeinde Langenzenn sind imGespräch.In diesem Jahr wurde in Mühldorf eine neugebaute Schulschwimmhalle eröffnet. In einemweiteren Schulschwimmbad im Landkreis unterstützt eine Bundesfreiwilligendienstleistendeder DLRG das aben:Das Hallenbad Wasserpark Starnberg ist seitOktober wegen Sanierung und Erweiterunggeschlossen. Während dieser Zeit fehlt denWasserrettern dort die Möglichkeit zumTraining.Eine Ehrung für Fluthelfer nutzte dieSonthofener DLRG, um Politiker persönlich aufdie Bedeutung der Hallenbäder hinzuweisen.Die 13-jährige Lisa Löscher berichtet demanwesenden Bundesminister Dr. Gerd Müller,dass viele ihrer Mitschüler in der erstenSchulklasse noch nicht hatten schwimmenkönnen. Der Minister staunte nicht wenig.Bürgermeister Christian Wilhelm betonte beidiesem Anlass, dass seine Stadt dem Trenddes Bädersterbens entgegen wirken will undgerade auch deshalb das Lehrschwimmbeckenin der Berghofer Straße heuer sanieren ließ.Dietramszell/Oberbayern:Es gibt die Idee, das Hallenbad Ascholding alsNotunterkunft für Flüchtlinge zu verwenden.Die DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen ist inintensivemAustauschmit den Behörden undOrganisationenvorOrt, um die langjährige Trainingsstätte derWasserretter zu erhalten. Nach denGemeindenhat die DLRG demLandratsamt inzwischenWasser Marsch nacheine sehr realistischelanger Debatte: DieAlternativlösungmitFeuerwehr füllt daseinem WohncontainerAscholdinger Badeinesehemaligenwieder.Kindergartens vermittelt.Schwimmen können ist kein Zufall: Lisa imGespräch mit Bundesminister Dr. Gerd MüllerBAYERN AKTUELL 06 - 201515

bayernTOPTHEMA: BäderBad Aibling:EtappenzielNutzungsvereinbarungNach der endgültigenSchließung des HallenbadsPrantseck im vorigen Jahrmuss die DLRG Bad Aiblingausweichen: Ihre „Kleinen“können vor Ort im Therapiebadder Schönklinik bei über 35 Cschwimmen und teilweise findetdort auch die Ausbildung statt.Dieses Bad wird aber spätestensAnfang 2018 aufgegeben.Die Rettungsschwimmer müssenzum Training sonntags in das 30Kilometer entfernte Sportbad beider Bundespolizei in Bad Endorf.In Planung ist ein Schulschwimmbadfür den ganzen westlichen LandkreisRosenheim.Der aktuelle Sachstand: Für die Förderung eines Bades reicht es aus, dassNutzungsvereinbarungen mit zukünftigen Nutzern über eine bestimmteZeit geschlossen werden. Da sowohlin Bad Aibling als auch in der Nachbargemeinde Bruckmühl verschiedensteSchulen beheimatet sind, ist diese Vereinbarung immens wichtig.Nur mit der Beteiligung des Landkreises können wir die höhere Förderungbeantragen und dadurch das Bad stemmen. Der Aiblinger Bürgermeister hatden Landrat von Rosenheim gebeten,diese Vereinbarung zu unterzeichnen.Elisabeth Geßner16BAYERN AKTUELL 06 - 2015DLRG-Stiftung BayernUnterfrankenknackt die MillionStiftungsratsmitglieder Günther Kolb (li.) und Helga Neun (Mitte)der DLRG-Stiftung Bayern mit Michael Germer, Vorsitzender derDLRG Unterfranken.Die DLRG-Gliederungen bei außergewöhnlichen Vorhaben finanziell zu unterstützen, ist dieAufgabe der DLRG Stiftung Bayern. Im Jahr 1992wurde sie gegründet, mit einer Erstausstattungvon 100.000 DM. Als Ziel hatten sich dieGründerväter vorgenommen, das Kapital nach undnach auf eine Million Deutsche Mark zu erhöhen.Diese magische Grenze hat jetzt die DLRG Unterfrankendurchbrochen. Ihr Bezirksverbandsvorsitzender MichaelGermer überreichte den sichtlich gerührten Mitgliederndes Stiftungsrates - Helga Neun und Günther Kolb - eineSpende in Form eines Schecks von 6.100 Euro.Damit war Ziel aus dem Jahr 1992 von einer Million Mark,heute 511.292 Euro, durchbrochen.Nils Fabarius

bayernDeutsche Meisterschaftenim Rettungsschwimmen:Neue Weltrekordeund Bayern mittendrinGleich zwei Weltrekorde gab esbei den Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen derDLRG-Jugend vom 22. bis 25. Oktober in Osnabrück. Über 2000 jungeLebensretter haben ihre Kräfte bei derVeranstaltung gemessen.Das ganze Jahr über trainieren diejungen Sportlerinnen und Sportler verschiedene Fähigkeiten, um im Ernstfallvor dem Ertrinkungstod zu retten. Zuden Disziplinen zählen Hindernisschwimmen, Retten mit und ohneHilfsmittel im Wasser und die HerzLungen-Wiederbelebung an Land. Infünf Altersklassen wurden jetzt dieDeutschen Meisterinnen und Meistersowie die besten Teams ermittelt.Der Freitag gehört bei den DeutschenMeisterschaften traditionell den Mannschaften. Die Damen der OrtsgruppeSchwerte schwammen im erstenDurchgang Weltrekordzeit: Rettungsstaffel in 2:04,77 Minuten. Die JungsDie Bayern-Teams.Fotos: DLRG-Jugend Bundesverbandaus dem Halle-Saalekreis machten esgleich nach und schlagen in 1:39,92Minuten an. Ein toller Auftakt.Für eine Überraschung sorgten diejungen Retter der DLRG Herzogenaurach. In der Altersklasse 12 männlichschwammen Johanna Schaller, AlissaGrothe, David Zai, Marvin Metz undTobias Kreutz auf einen hervorragenden dritten Platz.Weiterhin konnten zwei Staffeln derDLRG Bad Windsheim (Altersklasse 12weiblich und Altersklasse 17/18 männlich) und die Damen aus Dietenhofen(Altersklasse K17/18) Top-Ten-Platzierungen erkämpfen.Keine Weltrekorde, aber viele deutsche Bestzeiten präsentierte derSamstag, der im Zeichen der Einzelwettbewerbe stand.Julia Hennig aus Dietenhofen, die erstim September mit der Deutschen Junioren Nationalmannschaft Europamei-Links im Bild: Julia Hennig wurde inihrer Altersklasse Zweite.ster wurde, konnte auch in Osnabrücksensationelle Leistungen zeigen undwurde in ihrer Altersklasse Zweite.Mit nur sehr wenigen Punkten Unterschied verpassten Thomas Schmeikal(Kreisverband Augsburg/Aichach-Friedberg) in der AK12 und Jakob Hinterholzer (Bad Aibling) in der AK 13/14 dasPodest und beide wurden Vierter.Dank der tollen Leistungen der bereitsgenannten bayerischen Gliederungenkonnten auch Markus Rausch (Marktredwitz) und die Teams aus Ingolstadtwertvolle Punkte erzielen. Somitwurde der Landesverband BayernAchter in der Gesamtwertung.Zeitgleich fand das Bundes-Kinderund Jugendtreffen statt, bei dem dasbreite Spektrum der DLRG-Jugenderlebbar wurde. Highlights waren indiesem Jahr der Parcours von unserem Kletter-Team aus Berlin, die Exkursionen in und um Osnabrück sowiedas Angebot unserer Projektgruppezum Thema „Kinderarmut und Bäderschließung“.Michaela HeldrungBAYERN AKTUELL 06 - 201517

bayernMit KrisenumgehenPeers - das sind Einsatzkräfte mit speziellerAusb

Die Zeitschrift der DLRG Bayern.Ausgabe 6. 2015 Bayern aktuell bayern.dlrg.de Eis? Für viele nicht vorstellbar!