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Jahresberichtdes Bezirks Schwaben2014Soziales & GesundheitKultur & HeimatpflegeJugend & BildungNatur & UmweltSchwaben & Europawww.bezirk-schwaben.de

2InhaltsverzeichnisEditorialHaushalt und paKloster IrseeBeteiligungenJugend & BildungNatur & UmweltBezirkskliniken SchwabenEppishausenJubiläum 60 Jahre Bezirk SchwabenGesichter des Bezirks345–9910 – 1314 – 151617 – 1920 – 2122 – 2324 – 262728 – 2930 – 31

Editorial3Mit den europäischen Partnerschaften sind wir Botschafter Bayerns und sorgen zugleich für eine Verständigung zwischen Menschen verschiedenster Nationen in Europa.Die Bezirke sind Träger eigener Einrichtungen, vongroßen Kliniken über Bildungszentren bis hin zu Berufs- und Förderschulen und damit über die darin gebotenen Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten einwichtiger Wirtschaftsfaktor im Freistaat.Sehr geehrte Damen und Herren,sehr geehrte Leserinnen und Leser,viele Anlässe gab es in den vergangenen Jahren zumGedenken: 100 Jahre seit Beginn des 1. Weltkrieges,65 Jahre Grundgesetz, 25 Jahre seit Fall der Mauer.Daten von großer oder gar weltgeschichtlicher Bedeutung. Im Vergleich dazu nahm sich das 60-jährige Jubiläum des Bezirks Schwaben, das wir 2013 und 2014 inden Blickpunkt gestellt haben, eher bescheiden aus.Und doch ist es etwas Besonderes: Die erstmaligeWahl der Bezirkstage vor 60 Jahren ist ein wichtigerBaustein innerhalb einer funktionierenden Demokratie, die nach dem Krieg in Deutschland entstandenist. Die Direktwahl der dritten kommunalen Ebene inBayern ist sogar einzigartig in Deutschland.Die Bezirke übernehmen Aufgaben, die nicht vonstaatlichen Verwaltungen, sondern in demokratischerSelbstverwaltung gemeistert werden. Der BezirkSchwaben erledigt seine Aufgaben positiv und verantwortungsbewusst – und dies sind ganz wesentliche, existenzielle Leistungen und Aufgaben, die unserLand prägen.Sowohl im Bereich der sozialen Hilfen als auch im Gesundheitswesen übernehmen wir Verantwortung fürdie Ausgestaltung eines Freistaates, der auch seinenschwächeren und hilfebedürftigen Bürgern Chancengleichheit ermöglicht.In der Kultur- und Heimatpflege prägen die Bezirke,die zugleich die bayerischen Stämme repräsentieren,das Gesicht unserer Heimat mit.Und, weil es für diese Entwicklung, die die bayerischen Bezirke in den vergangenen 60 Jahren genommen haben, eine gesunde Basis braucht, kümmernwir uns nicht zuletzt auch um den Natur- und Umweltschutz.Mein Dank gilt an dieser Stelle ausdrücklich all denKooperationspartnern, den Wohlfahrtsverbänden, densozialen Einrichtungen, den kulturellen Institutionen,den politischen Verbänden, den kommunalen Partnern und allen weiteren Wegbegleitern, sowie denBezirksrätinnen und Bezirksräten und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirks und seiner Einrichtungen für die gute Zusammenarbeit für Schwaben. Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass es sich inSchwaben ein Stück schöner lebt!Natürlich bleiben Aufgaben offen und kommen neueHerausforderungen auf uns zu. Dem sehen wir unsjedoch gewappnet, auch dank einer seit Jahren soliden Haushaltspolitik. Auch der Haushalt für 2015 stehtunter dem Zeichen einer verantwortungsvollen Aufgabenerfüllung, mit einem Blick für das Notwendige,das Machbare und das Finanzierbare. Was wir im vergangenen Jahr 2014 angepackt und weiterentwickelthaben, können Sie diesem Jahresbericht entnehmen.Deutlich wird dabei: Ob bei den Hilfen für Menschenmit Behinderung, ob in der Versorgung von psychischKranken, aber auch im Angebot kultureller Aktivitäten,bei der Heimatpflege, in der Denkmalpflege oder imWasserschutz – der Bezirk Schwaben bewegt etwas!Ihr Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert

4Haushalt & FinanzenDie Beratungen zum Haushalt 2015 standen beimBezirk Schwaben unter besonderen Vorzeichen - unddies nicht nur mit Blick auf die Zahlen, sondern auchin personeller Hinsicht. Zum Jahresende präsentierte Heinz Liebert dem Schwäbischen Bezirkstag „seinen“ letzten Haushaltsentwurf. Nach 40 Jahren beimBezirk Schwaben und seinem 25jährigen Dienstjubiläum als „Herr der Zahlen“ geht der Kämmerer und Finanzchef 2015 in den Ruhestand. Sein Nachfolger istMartin Seitz, zuletzt Kreiskämmerer beim LandkreisAugsburg.Aber auch in zahlentechnischer Hinsicht nimmt derHaushalt 2015 eine besondere Stellung ein: Erstmalsstieg das Haushaltsvolumen auf über 650 Millionen Euro, bedingt durch einen weiteren Anstieg derPflichtausgaben im Sozialbereich, die ebenfalls erstmals mehr als 96 Prozent des Verwaltungshaushaltesausmachen.Rückblick auf das Haushaltsjahr 2014Als „ein solides Zahlenwerk, das auch eine Weiterentwicklung mit Maß und Ziel zulässt“, bezeichneteBezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei den Beratungen Ende 2013 den Haushalt für das Jahr 2014.Und in der Tat konnten im Laufe des Jahres vor allemim sozialen Bereich weitere ambulante, wohnortnaheAngebote für psychisch kranke und behinderte Menschen ausgebaut werden. Maßnahmen, die sich auflängere Sicht als Alternative zu stationären Angeboten, auch positiv auf den Bezirkshaushalt auswirken.Vor allem die gute Umlagekraftentwicklung in Schwaben in den Jahren zuvor war ausschlaggebend dafür,dass der Bezirk die Bezirksumlage 2014 zur Entlastungder Landkreise und kreisfreien Städte um einen PunktEntwicklung der Bezirksumlage 2005 - ,923,92012201322,922,92014201519,920102011Ausgaben des Verwaltungshaushalts 20150 Allg. Verwaltung 1,34 %2 Schulen 0,24 %3 Wissenschaft, Forschung,Kultur 1,38 %4 Soziale Sicherung 96,03 %5 Gesundheit, Sport,Erholung 0,09%6 Bau- und Wohnungswesen,Verkehr 0,01 %7 Wirtschaftsförderung 0,15 %8 Allg. Grund- u. Sondervermögen 0,24 %9 Allg. Finanzwirtschaft 0,52 %Epl. 4SozialeSicherung96,03 %ÜbrigeEpl.auf den Hebesatz von 22,9 Prozent senken konnte.Damit wurden 17 Millionen Euro weniger an Bezirksumlage erhoben, insgesamt betrugen die Einnahmen aus der Bezirksumlage 382.691.421 Euro. DasGesamtvolumen des Haushalts betrug 634.748.151Euro. Die Dominante, wie seit Jahren schon, war imVerwaltungshaushalt der Bereich der Sozialen Sicherung mit Ausgaben von 586,5 Millionen Euro (94.5Prozent des Verwaltungshaushaltes). Im Vergleichdazu nehmen sich die Ausgaben im Kulturbereich mit8,3 Millionen Euro marginal aus.Ausblick auf das Haushaltsjahr 2015Schlug 2014 noch die hohe Steuerkraft der schwäbischen Gemeinden auch auf den Bezirkshaushaltdurch, so gab es für 2015 eine nur moderate Steigerung. Doch trotz schwacher Steuerkraft in Schwabenbeschloss der Bezirkstag, den Hebesatz der Bezirksumlage mit 22,9 Prozent stabil zu halten. Die Einnahmen für 2015 aus der Bezirksumlage sehen für 2015389.738.814 Euro vor, das Volumen des Verwaltungsund Vermögenshaushalts 650.332.280 Euro.Nachdem die Sozialausgaben, vor allem die Aufwendungen für die Eingliederungshilfe, ungebrochen Jahrfür Jahr um rund 30 Millionen Euro ansteigen, warensich bei den Haushaltsberatungen Ende 2014 alle imBezirkstag vertretenen Fraktionen einig: Dringendnotwendig ist die Umsetzung des geplanten Bundesteilhabegesetzes, das eine Beteiligung des Bundesund der Länder an den Kosten für die Hilfen für Menschen mit Behinderung vorsieht. Die Fraktionssprecher pochten auf eine rasche Umsetzung, die zudemgarantiert, dass die Kostenbeteiligung direkt bei denkommunalen Trägern ankommt.

Soziales5Mit 96 Prozent des Bezirkshaushaltes fließen inSchwaben 615 Mio. Euro in den Bereich „Soziales &Gesundheit“. Dies betrifft insbesondere die Finanzierung der Eingliederungshilfe für geistig, körper- odermehrfach behinderte Menschen.Auch 2014 dienten viele Maßnahmen und Entscheidungen im Sozialbereich dem weiteren Ausbau hin zueiner inklusiven Gesellschaft:Offene Behindertenarbeit:Neufassung der Förderrichtlinien Regionale Offene Behindertenarbeit undÜberregionaleOffeneBehindertenarbeit:Diebeiden seit 2010 geltenden bayernweiten Richtlinien wurden inhaltlichum Themen wie Inklusion und Sozialraumorientierung angepasst. DiePersonal- und Sachkostenpauschalenwurdenerhöht.Offene Behindertenarbeit (OBA)Aufgaben und Ansprechpartnerwww.bezirk-schwaben.deZustimmung zu neuen Maßnahmen in derBehindertenhilfe:- Schaffung von 60 Plätzen im Projekt „Offene Werkstätte Schwaben“ der Katholischen Jugendfürsorge- Schaffung von weiteren 48 Plätzen für Menschenmit geistiger Behinderung bei den SchäfflerbachWerkstätten in Augsburg bis zur Erreichung desAusbauzieles von 60 Plätzen- Schaffung von 6 zusätzlichen Wohnplätzen für Menschen mit geistiger Behinderung bei den AlbertusMagnus-Wohnstätten Günzburg-Offingen- Schaffung von 24 Plätzen für geistig behinderteMenschen mit schwerwiegenden Verhaltensstörungen durch die St.-Lukas-Klinik gGmbH.- Lebenshilfe Donau-Iller e.V: Schaffung von 90 Werkstattplätzen am Standort IllertissenSchaffung von 24 Förderstättenplätzen am StandortIllertissenSchaffung von 12 Förderstättenplätzen am StandortNeu-Ulm- Schaffung von vier Kurzzeit-/Verhinderungspflegeplätzen im Wohnheim Bruderhaus Illertissen derLebenshilfe Donau-Iller- Schaffung von weiteren 7 Plätzen für Menschen mitSehbehinderung an der Förderstätte Pfaffenhausen,Außenstelle Augsburg des Dominikus-RingeisenWerkes- Schaffung von 8 zusätzlichen Wohnplätzen für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung durchdie Körperbehinderte Allgäu gGmbH am StandortMemmingen- Erweiterung der Ulrichswerkstätten der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH:120 Werkstattplätze am Standort Augsburg/Lechhausen36 Werkstattplätze am Standort Kissing/Mering24 Förderstättenplätze- Erweiterung der Alpenklinik Santa Maria Bad Hindelang-Oberjoch (Katholische Jugendfürsorge) um8 Plätze- Erweiterung um 12 Plätze für geistig behinderteMenschen und Schaffung von 8 Plätzen für körperlich behinderte Menschen durch die LebenshilfeOstallgäu am Standort Kaufbeuren- Schaffung von 8 zusätzlichen Plätzen für die Betreuung von Kindern in der Heilpädagogischen Tagesstätte der St. Gregor Jugendhilfe in Bliensbach- Schaffung von 5 Wohnheimplätzen und 6 zusätzlichen Plätzen in einer Außenwohngruppe des Bodelschwingh-Hauses des Diakonischen Werkes AugsburgAußenarbeitsplätze bei den Werkstätten:Akquisezuschlag: Der seit dem 1.4.2012 geltende Entgeltzuschlag zum Pflegesatz für die Akquise von Außenarbeitsplätzen durch die Werkstätten für Menschen mit Behinderung wurde verlängert und wird ab1.1.2015 von 0,10 auf 0,12 erhöht.Modellprojekt „Begleiteter Übergang Werkstatt –allgemeiner Arbeitsmarkt“:Das auf Landesebene initiierte Projekt „BÜWA“ sollmehr Menschen mit Behinderung motivieren undbefähigen, den Weg aus einer Werkstätte auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu gehen. Finanziert werden

6Sozialesgemeinsam durch die Bezirke, die Agentur für Arbeitund den Freistaat Bayern die Qualifizierung des behinderten Menschen sowie Lohnkostenzuschüsse fürden Arbeitgeber. Das Projekt BÜWA löst das schwäbische Projekt EVA ab.Projekt zur inklusiven Weiterbildung zurBetreuungskraft:Der Bezirk Schwaben finanziert ein Projekt der Unterallgäuer Werkstätten, Werkstattmitarbeiter zu Betreuungskräften nach § 87 b SGB XI für Menschenmit und ohne Behinderung zu qualifizieren und ihnensomit ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis oder zumindest einen Außenarbeitsplatz zuermöglichen.Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention:Zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonventionwurde ein Aktionsplan beschlossen. Dieser soll in regelmäßigen Abständen erstmals zum 31.12.2015 aufZielerfüllung und Weiterschreibung überprüft werden.Der Aktionsplan kann auch in einer Ausführung inLeichter Sprache bei der Pressestelle (E-Mail: [email protected]) angefordert werden.Konzept für älter werdende Menschen mitBehinderung:Das 2009 erstellte Gesamtkonzept für eine bedarfsgerechte Versorgung von älter werdenden Menschenmit Behinderung wurde gemeinsam mit den Verbänden überarbeitet. Dabei flossen insbesondere dieLeitgedanken der Inklusion in das Konzept mit ein.Verbesserung der Personalschlüssel in der Hilfezur Pflege:Die erste Stufe der 2013 beschlossenen Personalschlüsselverbesserung in der Hilfe zur Pflege trat zum1.1.2014 in Kraft:- Leitung und Verwaltung - Verbesserung auf 1:28- Hauswirtschaft (Wäsche und Raumpflege) - Verbesserung auf 1:10,5- Einführung eines pflegestufenunabhängigen Zusatzschlüssels „Sonstige Dienste“ in Höhe von 1:40Julia Kohlmus ist die neue Inklusionsbeauftragtebeim Bezirk SchwabenIm Frühjahr 2014 verabschiedete der Schwäbische Bezirkstag seinen Aktionsplan zur Umsetzung der Inklusion. Nun folgte der nächste Schritt:Julia Kohlmus aus der Sozialverwaltung ist seit Januar 2015 die Inklusionsbeauftragte des Bezirks Schwaben. Sie koordiniert die Umsetzungdes Aktionsplanes auf Bezirksebene. „Ebenso sind auch die Landkreiseund kreisfreien Städte in der Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention zur Inklusion von Menschen mit Behinderung dabei, Aktionspläne und Leitlinien auf ihren Ebenen zu erarbeiten“, so BezirkstagspräsidentJürgen Reichert. „Hier wollen wir als Bezirk die Kräfte und Ideen gernein einem gemeinsamen Arbeitskreis bündeln und ein Netzwerk bilden.“Julia Kohlmus ist beim Bezirk Schwaben bereits seit 2013 als Koordinatorin aller Aktivitäten und Maßnahmen für die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsmarkt tätig. AlsInklusionsbeauftragte wird sie sich jedoch nicht nur um den Bereich der Arbeitswelt für Menschen mitBehinderung kümmern, sondern unter anderem auch um die Bereiche Wohnen, Freizeit, Erziehung undBildung.Kontakt:Julia Kohlmus, Bezirk Schwaben, Telefon 0821/3101-4189, Email: [email protected]

SozialesBezirksrat Volkmar Thumser (SPD) wurde in Nachfolgevon Wolfgang Bähner (im Bild links) zum Behindertenbeauftragten des Schwäbischen Bezirkstags bestellt.Bild: Bezirk SchwabenBei den im Jahr 2014 durchgeführten Entgeltverhandlungen wurden die Schlüsselverbesserung beiLeitung und Verwaltung bei nahezu 100 % der Einrichtungen beantragt. Die daraus resultierende Entgeltsteigerung liegt zwischen 1 und 1,5 %. Den Zusatzschlüssel für das Pflegepersonal haben ca. 75 %der Einrichtungen beantragt. Die Entgeltsteigerungenliegen je nach Fachkräfteanteil zwischen 3 und 6 %.7Neubesetzung der Koordinatorenstelle des GPVKaufbeuren-Ostallgäu:Der Gemeindepsychiatrische Verbund (GPV) Kaufbeuren-Ostallgäu war der erste GPV in Schwaben, der imRahmen eines Modellprojektes eingerichtet wurdeund durch eine wissenschaftliche Begleitung durchdie Aktion Psychisch Kranker seinen Weg genommenhat. Mit dem Ausscheiden der ersten und langjährigenGPV-Koordinatorin für Kaufbeuren-Ostallgäu, PetraRuf, war die Stelle über einen längeren Zeitraum nichtbesetzt. Mit der Neubesetzung seit dem 1.11.2014 mitManuela Weikmann kann die GPV-Arbeit in kontinuierlichem Rahmen weitergeführt werden. Alle Beteiligten sind sich einig, dass damit wieder mehr Aktivität in den GPV für die betroffenen Menschen in derRegion Kaufbeuren-Ostallgäu Einkehr findet.Weiterentwicklung der GemeindepsychiatrischenVerbünde in Schwaben:Die Erkenntnisse aus der vom Bezirk Schwabenbeauftragten Wirkstudie der Universität Augsburgwurden 2014 in Zusammenarbeit mit den Gemeindepsychiatrischen Verbünden (GPV) weiterentwickelt.Insbesondere die Beteiligung der GPV‘s in der Einzelfallhilfe stand im Mittelpunkt. Hier wurde gemeinsamein Verfahren erarbeitet, dass die GPV‘s stärker in dieFeststellung des Hilfebedarfs in der Einzelfallhilfe einbezieht.Fachtag zur Suchtproblematik beimBezirk Schwaben:Mit dem Fachtag „Sucht“ hat der Bezirk Schwaben einhoch interessantes und in der Öffentlichkeit sensiblesThema aufgegriffen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion, besetzt mit Fachleuten aus verschiedenenProfessionen, wie Vertretern der Polizei, Fachärztenfür Suchtfragen, verschiedenen Leistungsanbieternund Betroffenen selbst wurde das Thema lebhaftund kontrovers diskutiert. Neben der Darstellung vonbestehenden Hilfsmöglichkeiten wurden notwendigeBedarfe wie fehlende Ärzte in der Substitution, dieSuchtproblematik im Alter und verstärkte Aufklärungüber neue Drogensubstanzen (z. B. Badesalze undKräutermischungen) deutlich gemacht. Auch die Besucher der Veranstaltung wurden aktiv in die Diskussion eingebunden. Für die teilnehmenden Bezirkspolitiker stellte die Veranstaltung eine Plattform dar, ihrWissen für ihre politischen Aktivitäten und Handlungen zu erweitern.Diese gilt es nun in der Praxis zu erproben und beiBedarf Nachbesserungen vorzunehmen. Auch soll dergemeinsame Austausch von Anliegen und Themender schwäbischen Sozialpsychiatrie in gemeinsamenregelmäßigen Besprechungen unter Beteiligung desBezirkstagspräsidenten ab 2015 erfolgen.Aus- und Fortbildungsangebote in derSozialverwaltung:Neben dem umfangreichen Angebot der Fort- undWeiterbildung für das Personal der Sozialverwaltungim Rahmen des Bildungswerkes des Bayerischen Bezirketages wurde für neue Mitarbeiterinnen und Mit-

8Sozialesarbeiter ein Fortbildungsangebot im Hause zur Grundwissensvermittlung für die praktische Tätigkeit imVollzug der Sozialhilfe vorgehalten. Langjährige underfahrene Mitarbeiter der Sozialverwaltung stelltensich als fachkundige Referenten zur Verfügung. Diedurchgängig positiven Rückmeldungen der Teilnehmer lassen den Schluss zu, diese Veranstaltungsreihejährlich neuen Mitarbeitern in der Sozialverwaltunganzubieten.Gerontopsychiatrische Sozialarbeit:Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem BezirkSchwaben, der Stadt Augsburg und dem LandkreisDonau-Ries zur Finanzierung der Sozialarbeit Gerontopsychiatrie in Augsburg und Landkreis Donau-Rieswurde ab 1.1.2015 für weitere fünf Jahre neu gefasst.Hierbei wurden die Förderbeträge pro Vollzeitstelle andie Personalkostenpauschalen nach den Förderrichtlinien für die Sozialpsychiatrischen Dienste in Schwaben angepasst und erhöht.Streetwork – Kontaktladen der DrogenhilfeSchwaben in Augsburg:Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem BezirkSchwaben, der Stadt Augsburg und dem LandkreisAugsburg zur Finanzierung des Streetwork-Kontaktladens wurde überarbeitet und ab 1.1.2015 für weitere5 Jahre abgeschlossen. Die beteiligten Vertragspartner haben ihre Fördersummen deutlich erhöht. Damitverbunden ist auch eine Aufstockung der Personalstellen.Psychosoziale Suchtberatungsstellen:2014 setzte der Bezirk Schwaben den weiteren Ausbau der Psychosozialen Suchtberatungsstellen inSchwaben fort mit dem Ziel, ein flächendeckendesAngebot an Volldiensten der Beratungsstellen inSchwaben zu erreichen. In diesem Jahr konnten somit die Standorte Lindau, Kempten, Günzburg, Memmingen und Augsburg erweitert werden. Darüberhinaus wurden Haushaltsmittel bereitgestellt, um diepersonelle Mindestausstattung an allen Standortenbis 2016 zu erhalten.Zuverdienstprojekte / Integrationsfirmen:Der Bezirk Schwaben unterstützt aufgrund von Förderrichtlinien zahlreiche alternative und innovativeArbeitsprojekte für Menschen mit psychischer Erkrankung oder Behinderung. Fördermittel erhaltenProjektbetreiber von Integrationsfirmen sowie Zuverdienstprojekte verschiedener Träger. Ebenso werdendie Beschäftigungsangebote in den Tagesstätten fürseelische Gesundheit finanziell gefördert.Über so genannte Außenarbeitsplätze und die Erfahrungen vonMitarbeitern und Arbeitgebern informierten sich Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert (2.v.r.) und Regierungspräsident Karl MichaelScheufele (links) in der Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen.Hier zeigt Mitarbeiter Christian Frank (2.v.li.) ihnen und BezirksratHerbert Pressl (rechts) seine Aufgaben in der Blumenpflege derGärtnerei. Bild: Bezirk SchwabenSozialpsychiatrische Dienste:Die Sozialpsychiatrischen Dienste bilden einen zentralen Baustein in der Versorgung von psychisch erkrankten oder von einer solchen Erkrankung bedrohtenMenschen. Der Bezirk Schwaben fördert diese Einrichtungen und hat sich den flächendeckenden Ausbauin ganz Schwaben zum Ziel gesetzt. Haushaltsmittelkonnten für den weiteren Ausbau und die personelleStärkung der Dienste bereitgestellt werden. Um dieQualität in den Diensten sicherzustellen, werden inregelmäßigen Abständen Zielvereinbarungsgespräche mit den Diensten und ihren Trägern durchgeführt.

SozialesEX-IN Genesungsbegleiter:Der erste Kurs mit 17 Teilnehmern hat die Qualifizierungsmaßnahme „Experten aus Erfahrung“ im Juni2014 nach 12-monatiger Dauer erfolgreich abgeschlossen. Die Maßnahme ist bundesweit die zweite,die nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung der Arbeitsförderung (AZAV) zertifiziert ist. EineExpertengruppe begleitet das Projekt. Sehr bewährthat sich der Einsatz einer Prozessbegleiterin, die sichbeim Bildungsträger „allgäu akademie“ in Kaufbeurenum die Teilnehmer kümmert. Der zweite Kurs startetemit 20 Teilnehmern im November 2014. Einige Kursteilnehmer von Kurs 1 haben bereits eine Anstellungin verschiedensten Einsatzfeldern erhalten. Damit istdas Kernziel des Kurses, die eigene Krankheitserfahrung in eine berufliche Kompetenz zu wandeln, erreicht.9Bürgerschaftliches Engagement:Eine sehr engagierte und hochmotivierte Arbeitsgruppe ehrenamtlich tätiger Menschen aus Schwabenkümmert sich um Randbereiche des Freiwilligen-Engagements, die aber genau der Kernbereich der sozialen Aufgaben des Bezirks sind: die Behindertenhilfefür geistig, körperlich und seelisch behinderte Menschen. Vordringliches Ziel ist es, den Engagierten indiesen schwierigen Einsatzfeldern Unterstützung zugeben. Dies geschieht durch gezielte Förderung vonMaßnahmen und durch Fachtage, die die Kompetenz der Ehrenamtlichen erweitern soll. Im November 2014 fand ein Fachtag für die südliche Regionin Kempten mit über 60 Teilnehmern statt. Er standunter dem Motto: „Barrierefreiheit fängt in unserenKöpfen an“. Erstmals wurden 2014 Haushaltsmitteldafür bereitgestellt.Bezirk-Schwaben-StiftungDie Modellwohnanlage Bezirk-Schwaben-Stiftung inGünzburg ist eine unselbständige Stiftung des BezirksSchwaben. Der neu gewählte schwäbische Bezirkstag besuchte im Rahmen seiner Informationsfahrtauch die Bezirk-Schwaben-Stiftung und lernte hierden Grundgedanken der Stiftung, das Konzept desnachbarschaftlichen Zusammenlebens, kennen. ImJuli 2014 folgte der Besuch einer Gruppe interessierter Bürger aus Ulm, die selbst ein solches Wohnmodell umsetzen wollen. Ein neuer Anstrich (siehe Bild)sorgte 2014 für Frische in der Optik und Pflege derBausubstanz. Für die Attraktivität des Lebens trugenunter anderem das gemeinsame Ferienprogrammmit der Stadt Günzburg, dem Jugendtreff sowie demMalteser Hilfsdienst in der Siedlung bei, ein dreitägiger Flohmarkt für Kinderartikel, den die Richard-GroerStiftung veranstaltet hatte sowie in Zusammenarbeitmit dem Landkreis Günzburg das monatlich stattfindende „Internationale Frauenfrühstück“ im Glashaus.

10KulturSchwäbisches VolkskundemuseumOberschönenfeldMit einer Auswahl aus seiner einzigartigen Plakatsammlung erinnerte das Museum an den Ausbruchdes Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren: „Siegt, spendet, schreibt an die Front!“; Teile der Ausstellung wanderten nach Immenstadt in das Museum Hofmühle.Die große kulturhistorische Ausstellung „Addiator,Hüftgürtel und Goggomobil – Verschwundene Dingevon A bis Z“ erlebte einen wahren Besucheransturmim Sommerhalbjahr und begeisterte kleine und großeGäste. Weihnachtlich klang das Jahr aus: „GöttlichesKind – Jesuskinder als Seelentröster und Wallfahrtsziel“ präsentierte entsprechende Wallfahrtsziele sowie die Verehrung zauberhafter, liebevoll bekleideteroder gefatschter Kindlein aus Nonnenkonventen inSchwaben. Einen Höhepunkt im dichten Programmder Schwäbischen Galerie bildete die Ausstellung„Fabian Hesse Kunstpreisträger des Bezirks Schwaben 2013“.Hammerschmiede und Stockerhof Naichen,Neuburg/KammelDie Sonderausstellung „Josef, Bepperl, Sepp. Geschichten um einen Namen“ konnte vom Freilichtmuseum Glentleiten des Bezirks Oberbayern übernommen und für Naichen adaptiert werden. Einabwechslungsreiches museumspädagogisches Pro-Ausstellung „Addiator, Hüftgürtel und Goggomobil –Verschwundene Dinge von A bis Z“. Das Goggomobil in der Ausstellung. Bild: SVO/Barbara Magggramm für Familien und Schulklassen umfasste auchThemen wie Leben und Handwerk am Wasser: Technische Zeitreisen – so auch im Mai am Internationalen Museumstag und am Deutschen Mühlentag – ermöglichten Vorführungen der historischen Anlage derHammerschmiede.Ausstellung „Josef, Bepperl, Sepp. Geschichten umeinen Namen“: Postkarte„Der Seppl als Protestler“,Bayern verteidigt eigeneRechte innerhalb des deutschen Kaiserreiches; Autotypie, um 1900, SammlungStehle, München.

KulturRieser Bauernmuseum MaihingenDas Jahr stand ganz im Zeichen des Umbaus einesMuseumsgebäudes, des ehem. Brauhauses. 30 Jahre nach der Eröffnung ist es Zeit für andere Themenschwerpunkte und für eine zeitgemäße Didaktik mitinteraktiven Elementen. Die Handwerker und das Museumsteam arbeiten intensiv an der attraktiven neuenAusstellung. Das Veranstaltungs- und Kursprogrammlief nur leicht reduziert dennoch weiter. Wetterpechtraf das sonst so beliebte Kartoffelfest, das völlig verregnet war. Dagegen minderte übermäßige Hitze denBesuch des deutschen Mühlentages. Beim Schnitterfest gab sich die bayerische Mehlkönigin – eine Müllerin aus dem Ries – die Ehre. Jubiläen verzeichneten die beiden Liedersingen: Zum Weihnachtssingenkamen die Gäste zum zehnten Mal zusammen, zumVolksliedersingen gar schon zum fünfzehnten Mal. Erneut sehr gefragt waren die Kräuterkurse.Königlicher Besuch beim Schnitterfest 2014:Die Bayerische Mehlkönigin Carolina Göggerle (M.)mit fleißigen Helfern.Bild: RBM/Bruno Langner11Dr. Otto Kettemann wurde in den Ruhestand verabschiedet.Bild: Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren, Tanja KutterSchwäbisches Bauernhofmuseum IllerbeurenDas Museumsjahr stand in Illerbeuren ganz im Zeichen des Moores. In Zusammenarbeit mit der Bezirksheimatpflege Schwaben kam ein attraktivesMuseumsangebot zustande: Eine umfassende Ausstellung, Begleitveranstaltungen wie die Kinonächtemit Moor-Krimis sowie ein umfangreicher Bild- undAufsatzband. In der folgenden Ausstellung präsentierte das architekturforum allgäu Fotografien von Christian Heumader, einem Hindelanger, der die Geschichtedes „Hoibat“, der alpinen Heubergung, erforscht, besammelt und fotografisch dokumentiert. In den Ruhestand verabschiedet wurde 2014 Dr. Otto Kettemann,der das Museum 27 Jahre lang geleitet hatte. Unterseiner Ägide entwickelte sich das Museum vom Höfemuseum in ein Freilandmuseum mit umfassendemAngebot. Bezirkstagspräsident Reichert würdigte seine Arbeit. Auf der größten Baustelle des Museumsentsteht seit Juli 2014 das Schützenkompetenzzentrum mit Schützenmuseum. Einen Höhepunkt bildeteder sonnige Tag der Volksmusik im Juli, der in Kooperation mit der Beratungsstelle für Volksmusik und derTrachtenkulturberatung des Bezirks Schwaben ausgeführt wurde.

12KulturDie Schülergruppe des Gymnasiums Wertingen, dieam Projektseminar teilnahm. Bild: Stefanie KautzSchloss HöchstädtDie Ausstellung „Kinderkram?! Kinder und ihr Kramfrüher und heute“ erzählte vom Kinderleben vergangener Zeiten. Ein Raum wurde von Schülern am Gymnasium Wertingen gestaltet, die ihre Kindheit mit derihrer Großeltern verglichen. Ausstellungsbesucherkonnten nicht nur selbst jede Menge Kinderkram ausprobieren, sondern auch aus einem großen Rahmenprogramm wählen. Auch musikalisch war mit demSchwäbischen Jugendsinfonieorchester, der KapelleRohrfrei und dem Meisterkonzert mit Gábor Boldoczkiund Gergely Bogányi Hochkarätiges geboten.Kloster ThierhauptenMit dem Programm „Perlen der Kammermusik“präsentierte sich erstmals das Kollegium der Berufsfachschule für Musik Krumbach der Öffentlichkeit.Neben hochkarätiger Klassik im Kapitelsaal des Klosters Thierhaupten bot der Bezirk Schwaben mit der„Volxmusik“-Kapelle Rohrfrei“ um VolksmusikberaterChristoph Lambertz in der ausverkauften Herzog Tassilo Stube einen viel beachteten kulturellen Akzent zurBelebung der altehrwürdigen Klosteranlage.Die Kapelle Rohrfrei spielte in Thierhaupten undHöchstädt auf.

KulturBezirksheimatpflegeNeben den jährlich stattfindenden Arbeitstagungenfür die Historischen Vereine, die Heimatvereine undfür die Heimatpflege wurde wieder mit großem Erfolg der „Fortbildungskurs ortsgeschichtliche Sammlungen“ im Heimatmuseum Weißenhorn angeboten.Ein Höhepunkt war die Vorstellung des Bandes „10Jahre Denkmalpreis des Bezirks Schwaben“, der dievielfältigen Aktivitäten des Bezirks Schwaben im Bereich der Denkmalpflege zusammenfasst. Als Band 7konnte eine weitere Publikation zu Arthur MaximilianMillers Scherenschnitten und Schattentheater derÖffentlichkeit vorgestellt werden. Die Vorträge der Irseer Fachtagung „Die Höheren Kommunalverbändein Deutschland – Modell der Zukunft“ werden 2015erscheinen, ebenso die Ergebnisse der Präsentationvon Rechtsdenkmälern, die in dem historisch kleinstrukturierten Schwaben noch zahlreich zu findensind.Trachtenkulturberatung2014 war geprägt von Veranstaltungen und Aktionenzum Knopfmacherhandwerk, da das von der Trachtenkulturberatung veröffentlichte Buch „Posamentenknöpfe“ unerwartet große Resonanz erfährt. DasKnopfmacherhandwerk wurde bei der Tagung derDeutschen Handspinngilde e.V., auf dem Textilmarktim tim, auf dem Gredinger Trachtenmarkt und beizahlreichen Fortbildungskursen in den Mittelpunkt gerückt. Der Schwabentag in Friedberg wurde zum Anlass genommen, zusammen mit Handwerkern, Musikern und Vereinen Augsburger Stadttracht aus der13Zeit vor und um 1800 im Archivhof lebendig werdenzu lassen. Den traditionellen Trachtenmarkt in Krumbach, die Veranstaltung, bei der das Landauer-Hausals Sitz der Trachtenkulturberatung seine Türen öffnet,haben über 40 Aussteller it erregte dieses Jahr bei der Beratungsstelle für Volksmusik ein eher ungewöhnlichesVeranstaltungsformat in diesem Metier: Lukas Linzmeier,der im vergangenenJahr sein Freiwilliges Soziales JahrKultur in Krumbachableistete, hatte zusammen mit Volksmusikberater Christoph Lambertz dieIdee, einen Volkstanz-Flashmob aufdemAugsburgerRathausplatz zu organisieren. Potentielle Teilnehmerwurden im Vorfeld über Social Media und verschiedene Verteiler informiert. Sie konnten sich mit Hilfeeines Lernvideos auf die Sternpolka vorb

Neu-Ulm - Schaffung von vier Kurzzeit-/Verhinderungspflege-plätzen im Wohnheim Bruderhaus Illertissen der Lebenshilfe Donau-Iller - Schaffung von weiteren 7 Plätzen für Menschen mit Sehbehinderung