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Konzeption Kinderhaus St. MichaelJesenwangAm Keltenbogen 682287 JesenwangStand Januar 2019

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangInhaltsverzeichnis1. Vorwort2. Unsere Einrichtung stellt sich vor2.1. Träger2.2. Lage und Bauweise2.3. Öffnungszeiten2.4. Beiträge2.5. Essen und Getränke2.6. Kinder2.7. Personal2.8. Praktikantenausbildung2.9. Ferienordnung/Schließzeiten3. Unser Leitbild4. Die rechtlichen Grundlagen5. Unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern5.1. Bild vom Kind5.2. Basiskompetenzen5.3. Förderschwerpunkte5.3.1. Religiosität und Werteorientierung5.3.2. Naturwissenschaften5.3.3. Sprach- und Medienkompetenz5.3.4. Mathematik im Kindergarten5.3.5. Umwelt5.3.6. Ästhetik, Kunst und Kultur5.3.7. Musik5.3.8. Bewegung5.3.9. Gesundheit5.3.10. Partizipation5.4. Tagesablauf5.4.1. Krippe5.4.2. Mischgruppe5.4.3. Kindergartengruppe5.5. Spiel5.6. Beobachtung und Dokumentation5.7. Kinder verschiedenen Alters5.8. Aufnahme und Eingewöhnung5.9. Das letzte Jahr vor der Schule6. Umgang mit individuellen Unterschieden und soziokultureller Vielfalt6.1. Integration von behinderten oder von Behinderung bedrohten Kindern6.1.1. Gesetzlicher Rahmen6.1.2. Unsere Rahmenbedingungen6.1.3. Förderung und Betreuung in der Gruppe6.1.4. Pädagogische Arbeit6.1.5. Kooperation mit Fachdiensten6.1.6. Elternarbeit6.2. Integration ausländischer KinderKath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 1

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang7. Zusammenarbeit in der Einrichtung7.1. Zusammenarbeit der Mitarbeiterinnen7.2. Teamarbeit7.3. Teamformen7.4. Fortbildung7.5. Zusammenarbeit mit dem Träger7.6. Kirchenverwaltung7.7. Pfarrgemeinderat8. Zusammenarbeit mit den Eltern8.1. Partizipation8.2. Möglichkeiten der Mitgestaltung8.3. Angebote9. Kooperation mit dem Fachdienst9.1. MSH9.2. Heilpädagogischer Fachdienst10. Vernetzung11. Öffentlichkeitsarbeit12. Qualitätssicherung12.1. Elternbefragung12.2. Beschwerdemanagement12.2.1. Beschwerdemöglichkeit der Eltern12.2.2. Beschwerdemöglichkeiten für Kinder12.3. Fort- und Weiterbildung12.4. Weitere Methoden zur Qualitätssicherung13. KinderschutzkonzeptKath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 2

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangVorwort des Trägers„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“ (nach Ex 12,2).Dieses Versprechen gab Gott dem Abraham mit auf seinen Weg in das zugesagte undunbekannte Land.Die Wege der Kinder in ihre Zukunft kennen wir als Begleiter ebenso wenig, wie Abrahamden Weg kannte. Aber wir vertrauen darauf, dass auch uns und allen Kindern dieseVerheißung Gottes gilt: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“. Deshalb ist es einAuftrag für die Erzieher, ein Stück Weg der Kinder so zu begleiten, dass sie Gottes Segenspüren und zum Segen für andere werden können.Ein Kindergarten arbeitet mit an der gesunden, aufbauenden Entwicklung eines Kindes undsoll ihm helfen, sich zu einem fröhlichen, offenen Menschen zu entwickeln.Jedes Wachstum geht langsam voran, nicht nur äußerlich. Auch die Bildung des Herzensund des Geistes braucht viel Geduld, Ausdauer und Liebe. Und gerade das ist gefragt, weilsich auch „Verwachsungen“, Fehler einschleichen, die es rechtzeitig zu erkennen undauszugleichen gilt.Die „Erziehungslehre Jesu“ ist das Gespräch und das gute Beispiel. So sind Feste, dieKinder mit Gott, Jesus und den Heiligen zusammenführen, immer auch Ermutigungen undFundament für ein gesegnetes Leben. Wir wollen den Kindern verständnisvolle Menschensein, die sie lehren, ihren eigenen Weg zu finden und vertrauensvoll in die Zukunft zuschauen.Was wir den Kindern wünschen:Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen, um dich zu schützen gegenGefahren.Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.So segne dich der gütige Gott heute und morgen und immer. (Patrick, Apostel von Irland)Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 3

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangUnsere Einrichtung stellt sich vor2.1.TrägerDer Träger ist die katholische Kirchenstiftung der Pfarrei St. Michael in Jesenwang, im KitaVerbund Aufkirchen- Jesenwang. Momentaner Ansprechpartner für das Kinderhaus sindFrau Barbara Raabe (Kita Verwaltungsleitung) und Pfarrer Halys (Pfarrer).2.2.Lage und BauweiseDas katholische Kinderhaus St. Michael befindet sich am Ortsausgang (RichtungMoorenweis), neben der Feuerwehr in einem Wohngebiet von Jesenwang.Die Einrichtung besteht aus Erd- und Obergeschoss. Im Erdgeschoss befinden sich vierGruppenräume, die für 2 Kindergartengruppen, eine Krippengruppe sowie momentan einerMischgruppe dienen. Zu den Gruppenräumen gehören 2 großzügige Nebenräume, die fürgruppenübergreifende Kleingruppenarbeit genutzt werden und 2 Nebenräumen die alsSchlafraum dienen. Im Erdgeschoss befindet sich weiter ein Teamzimmer, ein Leitungsbüro,eine Behinderten- und Personaltoilette, 3 Waschräume mit insgesamt 8 Kindertoiletten, 3Wickelplätze, ausreichende Garderobenbereiche , ein Raum für Putzsachen, einen Raummit dem Sicherungskasten und einer Küche.Der Eingangsbereich bzw. die Aula liegt zwischen dem Krippen- und Kindergartenbereich imErdgeschoss und bietet einen Blick auf den Garten. Hier befindet sich auch dieElterninformationsecke, die zugleich auch Warteberich für Gäste ist. Für die Matschsachenbefindet sich eine Garderobenleiste an einer gefliesten Wand und zwei Gummistiefelwägen.,sowie einem Raum für Kinderwägen. Von der Aula gelangt man zu dem großzügigenMehrzweckraum, der u.a. als Bewegungsraum dient.Der Eingangsbereich kann unter Aufsicht auch als Spielbereich genutzt werden.Der Kindergarten- und Krippenbereich sind farbig unterteilt.Der erste Stock ist über eine Treppe, deren Zugang mit einer Tür abgegrenzt wird, zuerreichen. Hier befindet sich ein weiterer Waschraum mit 3 Kindertoiletten, sowie einerabschließbaren Erwachsenentoilette. Zwei weitere Gruppenräume mit ausreichendGarderobenplätzen befinden sich auch im Obergeschoss.Alle Gruppenräume sind mit Küchenzeilen ausgestattet. Die Räume sind durch den Einsatzvon Glas sehr hell und freundlich und bieten Einblick in das Geschehen der Einrichtung.Der Garten, ist für die unteren Gruppen vom Eingangsbereich, sowie von denGruppenräumen selbst zu erreichen. Die oberen Gruppen nutzen die Tür von der Aula alsZugang zum Garten. Die oberen Räume sind auch durch eine Feuertreppe mit dem Gartenverbunden (welche nicht als regulärer Ausgang genutzt werden darf).Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 4

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang2.3. ÖffnungszeitenMontag- Freitag:07.00-16.00 Uhr (evtl. ggf. 17.00 Uhr)Frühöffnung07.00-08.00 UhrKernzeit: (muss gebucht werden)08.30-12.30 Uhr (Kindergarten)08.30-12.00 Uhr (Krippe)2.4. BeiträgeDie Beiträge werden für 12 Monate erhoben. Sie gliedern sich in Beitrag, Getränke- undSpielgeld und Essen (dies wird derzeit pro Tag abgerechnet). Geschwisterermäßigung wirdgewährt. Im letzten Kindergartenjahr gibt es den 100 Zuschuss für die Vorschulkinder. DieBeiträge gliedern sich in U3 (Kinder unter 3 Jahren) und Ü3 (Kinder über 3 Jahren) Beiträgeund sind nach Buchungsstunden gestaffelt. Näheres entnehmen Sie bitte der Anlage 1 derKindergartenordnung.2.5. Essen und GetränkeDie Verpflegung ist ein wichtiger Bestandteil in unserer Einrichtung, die Speisepläne werdenvom Essenszulieferer gestaltet, wobei die Einrichtung Einfluss auf vegetarisch etc. nehmenkann. Wir erhalten das Essen von der Metzgerei Mödl. Die Essenstemperaturen werdenjeden Tag gemessen und dokumentiert. Das Essen wird pro Tag abgerechnet. DieEinrichtung stellt für alle Kinder jeden Tag einen Obst- und Gemüseteller zur Verfügung.Die Kinder erhalten Getränke in der Einrichtung. Wahlweise werden Milch, Tee, Wasser undvereinzelt Fruchtsäfte zur Verfügung gestellt.2.6. KinderDie Kinder werden in bis zu 4 Kiga-Gruppen, 2 Krippengruppen oder 1 Krippen- und 1Mischgruppe (große Krippenkinder und Kindergartenkinder die eine kleine Gruppenstärkebenötigen) unterteilt. In der Mischgruppe ist aktuell auch, aufgrund der kleinenGruppenstärke der Platz zur Einzelintegration angesiedelt.2.7. PersonalUnser Team besteht aus Gruppenleitungen, pädagogischen Ergänzungskräften undgruppenübergreifendem Personal. Sie sind als Erzieher(innen), Kinderpfleger(innen) undHeilerziehungspfleger(innen) ausgebildet.Die Einzelintegrationsarbeit wird von einer Heilpädagogin unterstützt.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 5

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang2.8. PraktikantenausbildungDie Ausbildung von Praktikanten ist uns ein großes Anliegen und wir versuchen derenInteresse für den sozialpädagogischen Bereich zu wecken, ihnen Einblick zu gewähren undsie je nach ihren schulischen Voraussetzungen zu fördern und auszubilden.Wir öffnen momentan unsere Türen für Praktikanten der KinderpflegeschuleSchnupperpraktikanten der Haupt-, Real- und FachoberschuleBlockpraktikanten, Erzieherpraktikanten und Berufspraktikanten der Fachakademienfür Sozialpädagogik2.9. Ferienordnung/SchließzeitDie entsprechenden Zeiten, in denen der Kindergarten geschlossen bleibt, werden zu Beginneines jeden Kindergartenjahres bekannt gegeben. Der Kindergarten ist in der Regel 30 Tagegeschlossen (davon 3 Wochen im August).3. Unser LeitbildJeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes- deshalb achten wir dessen Einzigartigkeit undEigenständigkeit. Die Kinder sollen erfahren, dass es von Gott geliebt wird, so wie esist.Wir begleiten und unterstützen Entwicklungsprozess des Kindes. Wir nehmen diejeweiligen Bedürfnisse wahr und gehen darauf ein. Die Stärken der Kinder stellen wirin den Vordergrund. Ihre Lebensfreude wollen wir erhalten und fördern. Das Gefühlvon Geborgenheit im Kindergarten ermöglicht dem Kind mit Misserfolgen undÄngsten selbstbewusst umzugehen, sowie Vertrauen und Mut aufzubauen.Durch unser persönliches Vorbild bieten wir Orientierung. Den Kindern wird Halt undSicherheit geboten, damit sie sich im Lebenzurecht finden.Wir wollen das behinderte oder von Behinderung bedrohte Kind in die GemeinschafteingliedernWir wollen die Eltern/Sorgeberechtigten unterstützen und ein vertrauensvollesMiteinander schaffen, um sie in ihrer Erziehungsarbeit zu begleiten und zu stärken.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 6

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang4. Gesetzliche GrundlagenWir beziehen uns in unserer Arbeit auf das BayKiBiG (Bayerische Kinderbildungs- undBetreuungsgesetz) und den Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan.5. Unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern5.1. Bild vom KindDas Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zurEinschulung bildet unsere Arbeitsgrundlage.Um diese Grundlagen besser darstellen zu können, haben wir den Baum als Symbolgewählt.Wie ist es zu verstehen:Unser Bild vom Kind beruht auf den Wurzeln, ohne Wurzeln könnte der Baum nichtüberleben, aus ihnen saugt der Baum seine Kraft und Stärke um sich zu entfalten.Bild vom KindDer neugeborene Mensch kommt als „kompetenter Säugling“ zur Welt.Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung von Geburt an aktiv mit.Jedes Kind unterscheidet sich durch seine Persönlichkeit und Individualität vonanderen Kindern.Kinder haben Rechte.5.2. BasiskompetenzenDie Basiskompetenzen, welche gefördert, entwickelt und gefestigt werden sollen stellen denStamm des Baumes dar.Kompetenzen zum Handeln in sozialen Kontext Soziale KompetenzEntwicklung von Werten und OrientierungskompetenzFähigkeit und Bereitschaft zur VerantwortungsübernahmeFähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen TeilhabeKath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 7

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangLernmethodische Kompetenz Lernen wie man lerntKompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen Widerstandsfähigkeit (Resilienz)Personale Kompetenzen SelbstwahrnehmungMotivationale KompetenzKognitive KompetenzPhysische Kompetenz5.3.Unsere Förderschwerpunkte (pädagogische Methoden)Unser Bild vom Baum wird durch die Krone vervollständigt. Dieses sind dieFörderschwerpunkte und entwicklungsperspektiven.Wie diese im Einzelnen aussehen, wird durch die nachfolgenden Punkte erklärt.5.3.1. Religiöse Bildung und WerteorientierungAls katholische Einrichtung, die von der Kirchenstiftung St. Michael getragen wird, ist diereligiöse Dimension und die Glaubenserziehung ein wichtiger Bestandteil der pädagogischenPlanung. Es geht in unserer Kinderhauspädagogik nicht darum, Glaubensinhalte nebenanderen Bereichen des Kinderhausalltags anzubieten, sondern die Mitarbeiter/innenversuchen das Selbstverständnis christlichen Glaubens in die allgemeine pädagogischePlanung und in das tägliche handeln einzubeziehen, das heißt, es mit allen Aspekten undAktionen der Kinderhausarbeit zu einer Ganzheit zu binden.Die pädagogischen Mitarbeiter/innen halten sich vor allem an die sinnorientierte undganzheitliche Religionspädagogik von Franz Kett und bilden sich diesbezüglich kontinuierlichfort.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 8

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangBeten mit den KindernBei uns wird unteranderem im Morgenkreis und zu den Mahlzeiten gebetet. Es geht unsnicht um das Aufsagen von Gebeten, sondern um den Vorgang des Betens. Das freie betenmit Kindern ist die erste und wichtigste Form. Es wird fortgeführt zu einem gesunden Gebet,welches vor allem für das gemeinsame beten wichtig ist.GottesdienstMit den Kindern feiern wir Wortgottesdienste im Kinderhaus oder in der Kirche. DieGottesdienste werden vom Träger und Team kindgemäß gestaltet. Hierbei ist es uns wichtig,dass die Kinder nicht nur „Hörende“ und „Schauende“ sind, sondern auch „tun“ dürfen.Biblische GeschichtenDie Kinder erleben, erfahren und spielen biblische Geschichten im Laufe einesKinderhausjahres z.B. bei Advents- oder Ostereinheiten. Hierzu werden auch Elterneingeladen, um daran teilzunehmen.Christliche Feste im JahreskreisChristliche Feste dürfen die Kinder mit allen Sinnen und mit kirchlichem Hintergrunderfahren, erleben und gemeinsam feiern.Wichtig ist uns die Atmosphäre in der Einrichtung. Durch einen Würde- und respektvollenUmgang mit, Eltern und Personal wird diese gefördert.5.3.2. NaturwissenschaftenDas Forschen, Experimentieren und Entdecken nehmen einen großen Stellenwert inunserem Kinderhaus ein. Den Kindern wird Zeit, Raum und Material zur Verfügung gestellt,um auch selbständig tätig zu werden, um sich zu ihren eigenen Themen Fragen selbsterschließen zu können. Hierzu richten wir Experimentierecken in den Gruppenräumen ein.Es gibt auch für alle Gruppen regelmäßige Experimentiertage.Ziele sind dabei: Eigenes AuszuprobierenFragen und Lösungen entwickelnSelbständiges HandelnSinneserfahrungenErste Zugänge zu naturwissenschaftlichen und technischen VorgängenKath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 9

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang Kennenlernen von Eigenschaften und Funktionen verschiedener StoffeAufbau und VersuchsanordnungenNaturvorgänge erleben und nachzuvollziehenErfahrungen mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten5.3.3. Sprach- und MedienkompetenzenUnser Alltag ist durch die Förderung der Sprache geprägt. Die Kinder erwerben sprachlicheKompetenz nicht als isolierte Kompetenz, sondern stets im Kontext von Kommunikation, vonsinnvollen Handlungen und Themen, die sie interessieren. Das Kind soll Freude amSprechen und Dialog erwerben. Es soll aktiv zuhören lernen und seine Gedanken undGefühle sprachlich differenziert mitteilen können. Es soll Literacy-bezogene Kompetenzen,ein Interesse an Sprache und ein sprachliches Selbstbewusstsein entwickeln.Zu dem im Kinderhaus üblichen Sprachförderungsangeboten bieten wir ein zusätzlichesLernprogramm für alle Kinder, die ein Jahr vor der Schule stehen an.„Würzburger Sprachtrainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb derSchriftsprache“.Das Programm wird täglich über 16-18 Wochen durchgeführt. Es besteht aus Spielen undÜbungen zu sechs verschiedenen Bereichen. LauschspieleReimeSätzeWorteAnlautePhonemeDiese sind inhaltlich aufeinander aufgebaut und verfolgen das Ziel, dem Kind einen Einblickin die Struktur der gesprochenen Sprache zu verschaffen. Das Programm zeigt, dass diephonologische Bewusstheit bei Vorschulkindern auf spielerische Weise massiv gefördertwerden kann, und dass diese Förderung einen deutlichen Vorteil beim Lernen von Lesenund Schreiben bringt. Selbst Kinder, die im Vorschulalter über schwache phonologischeFertigkeiten verfügen und somit stark gefährdet sind, eine Lese- und Rechtschreibschwächeauszubilden, profitieren von diesem Programm enorm.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 10

Konzeption Kinderhaus St. Michael JesenwangVorkursDer Vorkurs ist eine Maßnahme zur Sprachförderung, welche im bayerischenKinderbildungs- und betreuungsgesetzt verankert ist. Sie wird in Zusammenarbeit mitKinderhaus und Grundschule geleistet.1. PlanungsgrundlageIm Kinderhaus findet eine Spracherhebung (durch Sismik) statt und es erfolgt eineMeldung der Kinder mit besonderen Sprachförderbedarf an die Schule und an dasLandratsamt.2. BeginnDer Vorkurs umfasst von Januar bis Juli des vorletzten Kinderhausjahres 40Schulstunden, d.h. zwei Stunden wöchentlich und wird vom Personal derKindertageseinrichtung geleistet. Ab September 80 Schulstunden und dieGrundschule 120 Schulstunden.3. SprachstandsdiagnoseIm März/April des darauffolgenden Jahres erfolgt eine Diagnose des Kindes um eineEinschulung zu ermöglichen oder gegebenenfalls eine Rückstellung zu beantragen.SismikWir wenden für Migrantenkinder das Beobachtungsverfahren Sismik an. Sismik deckt dieAlters- und Entwicklungsspanne von ca. dreieinhalb Jahren bis zum Schuleintritt. Hier wirdfrüh begonnen, die Sprachentwicklung von Migrantenkindern systematisch festzuhalten. Eskönnen so gut dokumentierte Aussagen über die Lernfortschritte von Kindern und über derensprachbezogene Schulfähigkeit gemacht werden.SprachförderungsgruppenBei uns findet 1x wöchentlich eine individuelle Förderung für eine altershomogene Gruppemit verschiedenen Sprachförderungsangeboten statt.MedienUnter Voraussetzung altersadäquater Rahmenbedingungen lernen die Kinder eineselbständige Auswahl und Bedienung der Medien. Sie lernen diese zu nutzen und somiteinen bewussten und kontrollierten Umgang damit. Medienerlebnisse sollen verbal undemotional verarbeitet werden können.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 11

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.3.4. Mathematik im KindergartenUns ist es wichtig, dass die mathematische Frühförderung nicht als Mathematikunterrichtverstanden wird. Unter dem Weg zur Mathematik verstehen wir den Weg vom Konkretenzum Abstrakten. Um dahin zu gelangen, brauchen die Kinder erst konkrete Erfahrungen undErlebnisse aus der wirklichen Welt. Wir wollen deshalb den Kindern einen solidenErfahrungsschatz aus der Welt der „anfassbaren“ Dinge ermöglichen.Wirkliches Verstehen braucht das „Klick“ im eigenen Kopf, und dazu geben wir den Kinderndie Gelegenheit, diese Erfahrungen so oft zu machen, bis die Erkenntnis auftaucht.Wie z.B. Die Erfahrung, dass ein Bauklotz-Treppchenturm manchmal eine Spitze hat,manchmal nicht Bausteine, Stifte lassen sich manchmal glatt teilen, manchmal nicht 5.3.5. UmweltDas Kind lernt mit allen Sinnen zu erfahren und sie als unersetzlich und verletzbarwahrzunehmen. Es entwickelt ein ökologisches Verantwortungsgefühl und ist bemüht auchin Zusammenarbeit mit anderen, die Umwelt zu schützen und sie auch für nachfolgendeGenerationen zu erhalten. Zur Umweltbildung und- Erziehung gehört bei uns unter anderemdas folgende Angebot:WaldtageZu den Erfahrungen, die wir dem Kind bei uns ermöglichen wollen, gehört auch dieAuseinandersetzung mit der Natur.Kinder lieben die Abwechslung und Bewegung. Sie brauchen die Natur. Kinder benötigenaber auch Ruhe und Entspannung. Die Natur mit Wald und Wiese ist für all dieseBedürfnisse ideal geeignet. Hier finden Kinder einen Abenteuerspielplatz der besonderenArt.Wald- und Wiesentage ermöglichen intensive Naturerlebnisse. Sie bieten Raum fürBewegungsdrang und ihre Entdeckungsfreude. Der unebene Waldboden und die zahlreichenÄste, die auf den Wegen liegen, stellen für manche Kinder eine große Herausforderung dar.Sie schulen ihre motorischen Fertigkeiten und fördern gleichzeitig ihr Vertrauen in dieeigenen Fähigkeiten.Im Wald, ohne vorgefertigtes Spielzeug, mit geheimnisvoll wirkenden Bäumen undungewohnten Geräuschen werden Phantasie und Kreativität angeregt. Der gesundheitlicheAspekt ist auch nicht zu vergessen, denn der regelmäßige Aufenthalt in der freien Naturstärkt das Immunsystem. Die Kinder erforschen gemeinsam die Geheimnisse des Waldesund seiner Bewohner (Tiere).Die Waldtage werden von allen Gruppen regelmäßig in den Wochenablauf integriert und dieKinder und Eltern entsprechend informiert.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 12

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.3.6. Ästhetik, Kunst und KulturIn gezielten Aktivitäten, aber auch im freien Tun, entfalten die Kinder ihr kreatives undkünstlerisches Potenzial.Die ästhetische Bildung erfasst alle Ausdrucksformen des Kindes (Sprache, Mimik, undGestik, Singen und Musizieren, Bewegung und Tanzen). Kreative und phantasievolleLösungsstrategien sind auch in Bereichen wie Mathematik, Naturwissenschaft und Technikgefragt.Unsere Zielsetzungen sind: Spaß, Freude und Gestaltungs- und Ausdruckswege entdecken (zeichnend, malend,bildnerisch-plastisch, mimisch, gestisch, sprachlich)Wertschätzung und AnerkennungGrundverständnis für Farben und Formen und den Umgang damitGefühle, Gedanken und Ideen auf unterschiedliche Weise darstellenWirkung von Farben wahrnehmenUnterschiedliche Werkzeug, Materialien, Techniken kennen lernen damitexperimentieren und Erfahrungen sammelnBerühmte Künstler, ob Maler, Schriftsteller, Schauspieler etc. kennen lernenWie wird es umgesetzt? Den Kindern werden unterschiedlichste Materialien, Werkzeuge und diegeeigneten Räume angeboten. So gehören neben dem Maltisch auch derwasser- bzw. Matschbereich oder die Werkbank dazu. Wir haben zusätzlich einenseparaten Kreativraum bei uns in der Einrichtung.Im Freien befinden sich Sandkästen sowie die Sandwanne im Zimmer und dasKonstruktionsmaterial der Bauecke sind wichtige BestandteileNeben den kreativen Angeboten am Vormittag findet am Nachmittag regelmäßigein zusätzliches geplantes kreatives Angebot stattProjekte zum darstellenden Spiel, wo sich die Kinder selber einbringen können.Sei es als Schauspieler, Kulissenmaler, Sänger oder StatistTheateraufführungen in der Einrichtung oder wir besuchen dieseBesuche in Museen mit WorkshopsKath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 13

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.3.7. MusikDas Kind erfährt Musik als Quelle von Freude und Entspannung. Singen, Musizieren,Musikhören, aber auch Erzählen, Bewegen, Tanzen und Malen bieten Anregung zurKreativität. Das Kind erlebt Musik als festen Bestandsteil seiner Erlebniswelt und hatdie Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken.Wir möchten: Freude an der Musik weckenGefühl für Rhythmus entwickelnKonzentration und Ausdauer fördernFördern des GehörsGemeinschaftssinn weckenSelbstvertrauen stärkenRücksichtnahme und pfleglicher Umgang mit InstrumentenMusikalische Bestandteile vermitteln wie Rhythmus, tempo, Dynamik,ArtikulationErreicht wird das durch: Regelmäßige musikalische AngeboteKennenlernen verschiedener InstrumenteGanzheitliches Lernen durch Einsatz von Körper, Stimme, GehörMusik als Lied, Klanggeschichte, Spiel- oder Bewegungslied, TanzkennenlernenBasteln von InstrumentenMusik im AlltagMusik hörenAnmeldungen zur der Aktion „Bayern macht Musik“5.3.8. BewegungWir kommen den Kindern in ihrem natürlichen Bewegungsdrang entgegen, unter anderemdurch gezielte Angebote. Jede Gruppe hat einen Turntag in der Woche, derabwechslungsreich genutzt und kindgerecht gestaltet wird. Als weiteres Bewegungsangebotbietet unser Garten mit seinem unterschiedlichen Geräten viele Möglichkeiten im Bereich derKörperwahrnehmung. Spaziergänge, Spielplatzbesuche und entsprechende Ausflüge rundendieses Angebot ab. Hinzu kommen regelmäßige geplante Bewegungsangebote nachmittags.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 14

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.3.9. GesundheitWir begleiten und unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung ein Gefühl für den eigenenKörper zu bekommen, Mimik und Gestik zu zeigen, Gefühle zu äußern und zu vertreten.Auch das Empfinden- was tut mir gut und was nicht- soll das Kind erfahren und spürendürfen.Uns ist es wichtig, dass die Kinder sich möglichst täglich auch im Freien bewegen. Für gutgelüftete Räume wird vom Persona gesorgt.Unterstützt wird es unteranderem durch ein jährliches Erste-Hilfe-Projekt, Ernährungsprojektund Walderlebnistage.5.3.10. PartizipationUns ist das Mitwirken der Kinder am Bildungs- und Einrichtungsgeschehen sehr wichtig. DerBildungs- und Erziehungsplan spricht bei der Beteiligung der Kinder von einem Lernfeld fürgelebte Demokratie.Zitat: „ Kinder haben ein Recht an allen sie betreffenden Entscheidungenentsprechend ihrem Entwicklungsstand beteiligt zu werden“Die Beteiligung der Kinder findet bei uns in so genannten Kinderkonferenzen statt. Diesebieten den Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und sind ein ideales Übungsfeldfür alle Basiskompetenzen.Sie finden in den Gruppen statt und laufen nach einer bestimmten Struktur. Es gibt auch„große“ Konferenzen mit allen Kindern der Einrichtung.Einmal im Jahr gibt es neben der Elternabfrage auch eine Kinderbefragung.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 15

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.4. Der Tagesablauf5.4.1. Krippengruppe7.00-8.30 UhrBringzeit8.30 UhrMorgenkreis8.45-9.30 UhrToilettengang und Brotzeit9.30 UhrAngebotsphase und Freispiel10.30-11.15 UhrGartenzeit/Spaziergänge 11.15-11.30 UhrWickelzeit11.30-12.00 UhrMittagsessenzeit, Wickelzeit.12.00-14.00/30 UhrSchlafenszeit, 1. Abholzeit14.30-15.00 UhrWickelzeit und Brotzeit15.00 Uhr-16.00 UhrAbholzeit, kleinere Angebote5.4.2. MischgruppeDer Tagesablauf der Mischgruppe orientiert sich an der Kindergarten- und Krippenpädagogikund wird dementsprechend umgesetzt.Die Eingewöhnung der Krippenkinder aus der Mischgruppe gestaltet sich nach dem BerlinerModell (siehe Krippeneingewöhnung).Die Kinder werden ihrem Alter entsprechend in Kleingruppen gefördert.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 16

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.4.3. Kindergarten7.00-8.30 UhrBringzeit8.30 UhrMorgenkreis9.00 Uhrgleitende Brotzeit9.00 UhrAngebotsphase, Freispiel10.30 -10.45gemeinsames Aufräumen10.45-12.00 UhrGartenzeit/Spaziergänge12.00-13.00 UhrMittagessen12.00-13.00 UhrFreispiel, Spielkreis fürNichtmittagessenskinder12.30 Uhr1. Abholzeit13.00-14.00 UhrRuhephase14.00 UhrAbholzeit14.15-15.00 UhrNachmittagsangebot15.00 UhrBrotzeit15.00-16.00 UhrAbholzeit/Freispiel5.5. Das SpielDas Spiel des Kindes ist von entscheidender Bedeutung für seine Entwicklung, deshalbbraucht es die Möglichkeit zu spielen. Das Kind soll mit allen Sinnen erleben, sich mit demganzen Körper bewegen, mit Händen und Füßen tätig sein, seine Umwelt begreifen undergreifen. Wir fördern die Nachahmungskräfte und damit sein Spiel. Wir stellen dem KindMöglichkeiten und Material zur Verfügung, um es in seiner Ganzheit zu fördern. Das jüngereKind wird noch vollkommen durch das vorhandene Spielmaterial angeregt, ältere Kinderhaben bereits eigene Ideen und Vorstellungen und suchen sich selbst ihre Materialienzusammen.Das Spiel ist und bleibt als Lernform das Grundprinzip der Kindergartenpädagogik.Freispiel bedeutet für das Kind freie Auswahl des Spielmaterials, des Spielpartners und desSpielortes, unter Berücksichtigung der Regeln, die mit dem Kind erarbeitet und besprochenwerden. Das pädagogische Personal begleitet diese Zeit der Kinder und hilft wenn nötig oderbietet Materialien an.Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 JesenwangSeite 17

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang5.6. Beobachtung und DokumentationAls Beobachtungsmethode und Grundlage für ein Elterngespräch verwenden wir folgendeBeobachtungsbögen: SismikEin Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung vonMigrantenkindern von ca. 3,5 Jahren bis zum SchulalterSeldakEin Beobachtungsbogen für die systematische Begleitung der Sprachentwicklung vonKindern, die mit Deutsch als Erstsprache (Muttersprache) aufwachsen. DerBeobachtungsbogen umfasst die Alterspanne von vier Jahren bis zum Schulalter.PerikEin Beobachtungsbogen für die sozial-emotionale Entwicklung5.7.Kinder verschiedenen AltersUnsere Einrichtung besteht aus altersgemischten Gruppen. Die Altersmischung bietet denKindern ein erweitertes Feld vielseitiger Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten. Davonprofitieren sowohl die älteren als auch die jüngeren Kinder. Jüngere Kinder erhalten vielfältige Anregungen durch das der Älteren, indem sieintensiv beobachten und versuchen deren Fertigkeiten nachzuahmenDurch ihr Vorbild für Jüngere in Wissen und Können, wird das Selbstbewusstsein derÄlteren gestärkt und sie lernen Rücksicht zu nehmen.Die Eingewöhnung neuer Kinder in die Krippe und den Kindergarten wird erleichtert,in dem die erfahrenen Kinder in der Gruppe die „Neulinge“ hierbei unterstützen.5.8. Aufnahme und Eingewöhnung„Wir öffnen unsere Türen für Sie“Am Tag der „offenen Tür“, welcher in der Regel einmal pro Jahr stat

Konzeption Kinderhaus St. Michael Jesenwang Kath. Kinderhaus St. Michael, Am Keltenbogen 6, 82287 Jesenwang Seite 3 Vorwort des Trägers „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“ (nac