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LeitlinienKardiologe 2015 · 9:29–34DOI 10.1007/s12181-014-0632-6Online publiziert: 23. Februar 2015 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V.Published by Springer-Verlag Berlin Heidelberg- all rights reserved 2015V. Schächinger1 · H. Nef2 · S. Achenbach3 · C. Butter4 · I. Deisenhofer5 · L. Eckardt6 ·H. Eggebrecht7 · E. Kuon8 · B. Levenson9 · A. Linke10 · K. Madlener11 · H. Mudra12 ·C.K. Naber13 · J. Rieber14 · H. Rittger3 · T. Walther15 · T. Zeus16 · M. Kelm161 Med. Klinik I, Herz-Thorax-Zentrum, Klinikum Fulda, Fulda; 2 Med. Klinik I, Universitätsklinikum Gießen-Marburg, Gießen; 3 Med. Klinik 2, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen;4 Herzzentrum Brandenburg, Bernau; 5 Abteilung Elektrophysiologie, Deutsches Herzzentrum München,München; 6 Abteilung Elektrophysiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster;7 Cardioangiologisches Centrum Bethanien, Frankfurt a. Main: 8 Klinik Fränkische Schweiz, Ebermannstadt;9 Kardiologische Gemeinschaftspraxis und Herzkatheterlabor, Berlin-Charlottenburg;10 Herzzentrum, Universität Leipzig, Leipzig; 11 Labormedizin und Krankenhaushygiene, Kerckhoff-Klinik, BadNauheim; 12 Klinik für Kardiologie, Klinikum Neuperlach, München; 13 Klinik für Kardiologie und Angiologie,Elisabeth-Krankenhaus, Essen; 14 Herzzentrum München-Bogenhausen, Städt. Klinikum München, München;15 Herzchirurgie, Kerckhoff-Klinik, Bad Nauheim; 16 Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf,DüsseldorfArbeitsanweisung inHerzkatheterlabor undHybridoperationssaalZusatzmaterial onlineDieser Beitrag enthält als zusätzliches Dokument die ausfüllbare Mustervorlage „Arbeitsanweisung im Herzkatheterlabor und HybridOP“. Dieses SUPPLEMENTAL finden Sie weisung im Herzkatheterlabor und Hybrid-OPV. Schächinger, B. Levenson, M. Kelm für dieKlinische Kommission für Kardiologie derDeutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)H. Nef, H. Eggebrecht, H. Mudra, C.K. Naber, H.Rittger für die Arbeitsgruppe InterventionelleKardiologie der DGKC. Butter, I. Deisendorfer, L. Eckardt für dieArbeitsgruppe Rhythmologie der DGKT. Walther für die Deutsche Gesellschaft fürThorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)Herausgegeben vom Vorstand der DeutschenGesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V.Bearbeitet im Auftrag der Kommission fürKlinische Kardiologie.EinleitungGemäß §18 (2) der Röntgenverordnung isteine Arbeitsanweisung – auch für Herzkatheterlabore – schriftlich zu erstellen.Diese im Auftrag der Kommission fürKlinische Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- undKreislaufforschung e. V. (DGK) entworfene Arbeitsanweisung stellt als Mustereine Hilfestellung dar und muss an diespeziellen Gegebenheiten individuell angepasst werden (siehe ausfüllbares Musterformular „Zusatzmaterial online“). Esbasiert auf der „Leitlinie zum Einrichten und Betreiben von Herzkatheterlaboren und Hybridoperationssälen/Hybridlaboren (3. Auflage 2015)“ der DGK undder Richtlinie „Arbeitsanweisungen undAufzeichnungspflichten nach RöV“ undersetzt die 2006 von der DGK publizierteArbeitsanweisung [Silber S, HoffmeisterHM, Drexler C et al (2006) Clin Res Cardiol 95(Suppl 4):72] als Muster.Ferner kann die schriftliche Arbeitsanweisung für das Herzkatheterlabor derzuständigen Ärztlichen Stelle oder der zu-ständigen Behörde abschließend zur Prüfung vorgelegt werden.Hintergrund§18 (2) Röntgenverordnung (2) lautet:„Für jede Röntgeneinrichtung zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen sind schriftliche Arbeitsanweisungen für die an dieser Einrichtung häufigvorgenommenen Untersuchungen oderBehandlungen zu erstellen. Die Arbeitsanweisungen sind für die dort tätigen Personen zur jederzeitigen Einsicht bereitzuhalten und auf Anforderung den zuständigen Stellen zu übersenden“.Es wird empfohlen, auch für selteneVerfahren eine Arbeitsanweisung zu erstellen, insbesondere wenn diese komplex oder störanfällig sind. Wenn zutreffend, sind die Besonderheiten der An-Gem. §18 Abs. (2) Röntgenverordnung für eineRöntgeneinrichtung zur Anwendung von Röntgenstrahlen am Menschen. Als Muster.Der Kardiologe 1 · 2015 29

LeitlinienAngaben zum StandortDiese schriftliche Arbeitsanweisung gilt für folgende Institution:(Name der Institution, Straße, Stadt)Erstellung der ArbeitsanweisungAn der Erstellung der Arbeitsanweisung haben mitgewirkt:Version dieser Arbeitsanweisung:Erstellt am:Freigegeben von:Gültigkeit:Bis auf WiderrufDiese Arbeitsanweisung ersetzt die Version vom:Version/Datum:GeltungsbereichDiese Arbeitsanweisung ist gültig für den Einsatz der kardiologischen Angiographiegeräte in:Herzkatheterlabor(e):(interne Laborbezeichnung und Raumnummern)(Gebäude, Geschoss, Klinik)Strahlenverantwortlicher und dessen e und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)Stellvertreter des Strahlenschutzverantwortlichen:(Name und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)Strahlenschutzbeauftragte und dessen Stellvertreter1Es können mehrere Strahlenschutzbeauftragte benannt werden (es werden 3 empfohlen)Strahlenschutzbeauftragter für dieRöntgenstrahlenanwendung am Patienten:Weiterer Strahlenschutzbeauftragter für dieRöntgenstrahlenanwendung am Patienten:(Name und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)(Name und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)Strahlenschutzbeauftragter bei physikalischen,technischen und Strahlenschutzfragen:Weiterer Strahlenschutzbeauftragter bei physikalischen, technischen und Strahlenschutzfragen:(Name und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)(Name und Erreichbarkeit; z.B. Telefon)Berechtigte Personen1Zur Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen sind gemäß § 24 Abs. 1 Röntgenverordnungin oben genannter Röntgeneinrichtung folgende Personen berechtigt: Ärzte mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für das Gesamtgebiet der Röntgenuntersuchung (z.B. incl. CT, Mammographie)Namen: Ärzte mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für das Teilgebiet der Anwendung der Röntgenuntersuchung, in dem sie tätig sind (Bereich des Herzens)Namen: Ärzte, die nicht über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person mit Fachkunde imStrahlenschutz auf einem Anwendungsgebiet oder für das Gesamtgebiet tätig werden.Namen:Die technische Durchführung obliegt gemäß § 24 Abs. (2) Röntgenverordnung den oben genannten Ärzten den MTRA mit der erforderlichen Fachkunde im StrahlenschutzNamen: Pflege- / Assistenzpersonal mit den erforderlichen Kenntnissen im Strahlenschutz:Namen:1Von diesen genannten Personen ist in regelmäßigen Zeitabständen, mindestens jedoch monatlich, eine Konstanzprüfung vorzunehmen, durch die ohne mechanische oder elektrische Eingriffe festzustellen ist, ob die Bildqualitätund die Höhe der Strahlenexposition den Angaben in der letzten Aufzeichnung der Abnahmeprüfung nach § 16 Abs. 2 Satz 5 Röntgenverordnung noch entsprechen. Bei einer Röntgeneinrichtung nach § 3 Abs. 4 Röntgenverordnung ist zusätzlich regelmäßig, mindestens jedoch jährlich, der Übertragungsweg auf Stabilität sowie auf Konstanz der Qualität und der Übertragungsgeschwindigkeit der übermittelten Daten und Bilder zu prüfen.Abb. 1 8 Diese Informationen müssen (z. B. in Form eines Formulars) im Rahmen der Arbeitsanweisung schriftlichfestgehalten werden30 Der Kardiologe 1 · 2015

Zusammenfassung · AbstractAbkürzungen von Behörden,Gremien und GesetzenAllgemeine Richtlinienund AnweisungenBfS Bundesamt für StrahlenschutzZiel der Arbeitsanweisung ist eine verbesserte Umsetzung, Dokumentationund Qualitätssicherung bei der medizinischen Anwendung von Röntgenstrahlungam Menschen, die zu einer möglichst geringen Strahlenbelastung für den Patienten führt. Diesem Ziel dient die Vorgabediagnostischer Referenzwerte (DRW), dievom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)zusammengestellt und veröffentlicht werden und nach §16 Abs. (1) RöV bei derUntersuchung von Menschen zugrundezu legen sind. In der Leitlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung inder Röntgendiagnostik werden Qualitätsanforderungen zu Referenzwerten, charakteristischen Bildmerkmalen, wichtigen Bilddetails, kritischen Strukturen undaufnahmetechnischen Daten beschrieben.Vom BfS werden regelmäßig die aktuellen DRW auf Basis von RöV und EURATOM-Richtlinie veröffentlicht. Die Dosiswerte gelten für Untersuchungen an Standardpatienten. Im Einzelfall können höhere Werte auftreten; diese sollen laut BfSbegründet werden. Die DRW orientierensich in erster Linie am Dosisflächenprodukt (DFP), ggf. aber auch an der Einfallsdosis. Kardioangiographiegeräte müssenüber ein DFP-Messgerät verfügen.BSI Bundesamt für Sicherheit in der InformationstechnikRKI Robert Koch-InstitutRöV RöntgenverordnungKRINKO Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim RKISSK Strahlenschutzkommission des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutzund ReaktorsicherheitSTIKO Ständige Impfkommission (STIKO)am RKIwendung von Röntgenstrahlen bei Kindern aufzuführen.Die Erstellung und Umsetzung derArbeitsanweisung gehören nach §15Abs. 2 Nr. 1 der Röntgenverordnung zuden Pflichten des Strahlenschutzbeauftragten. Im Übrigen handeln der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte ordnungswidrig imSinne des §46 Abs. 1 Nr. 4 des Atomgesetzes, wenn die Anweisung nicht vorhanden ist. Auf Anforderung ist die Anweisung der zuständigen Behörde oder derÄrztlichen Stelle zu übersenden.Die Arbeitsanweisung ist in der jeweiligen Fassung nach Ende der Gültigkeitmindestens 10 Jahre zu archivieren, wobeiersichtlich sein muss, welche Arbeitsanweisung zu welchem Zeitpunkt gültig war.Angaben zu Standortund PersonenDie in . Abb. 1 aufgelisteten Angabenzu Standort und Personen müssen in derArbeitsanweisung schriftlich festgehaltenwerdenTechnische Angaben zu deneingesetzten Geräten. Tab. 1 zeigt, welche technischen Anga-ben zu den eingesetzten Geräten festgehalten werden sollten.Indikationen zurKatheteruntersuchungDie Indikation zur Untersuchung/Behandlung kann nur durch den nach derRöV fachkundigen Arzt gestellt werden.Das Papier „Orientierungshilfe für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen“ der Strahlenschutzkommission (SSK) gibt hierfür Empfehlungen zurindikationsabhängigen Auswahl von bildgebenden Untersuchungen (http://www.ssk.de).Der Untersuchungen umfassen u. a.die diagnostische Darstellung und/oderdie therapeutische Intervention anF Koronararterien;F Herzkammern, -klappen und herznahen Gefäßen;F großen Leitungsgefäßen und peripheren Arterien, wie z. B.1 Becken- und Beinarterien,Kardiologe 2015 · 9:29–34DOI 10.1007/s12181-014-0632-6 Deutsche Gesellschaft für Kardiologie Herz- und Kreislaufforschung e.V. Publishedby Springer-Verlag Berlin Heidelberg - allrights reserved 2015V. Schächinger · H. Nef · S. Achenbach ·C. Butter · I. Deisenhofer · L. Eckardt ·H. Eggebrecht · E. Kuon · B. Levenson ·A. Linke · K. Madlener · H. Mudra ·C.K. Naber · J. Rieber · H. Rittger ·T. Walther · T. Zeus · M. KelmArbeitsanweisung inHerzkatheterlabor undHybridoperationssaalZusammenfassungGemäß §18 (2) der Röntgenverordnung sindfür jede Röntgeneinrichtung zur Anwendungvon Röntgenstrahlung am Menschen schriftliche Arbeitsanweisungen für die an dieserEinrichtung häufig vorgenommenen Untersuchungen oder Behandlungen zu erstellen.Dies gilt entsprechend auch für Herzkatheterlabore und Hybridoperationssäle. Die Erstellung und Umsetzung der Arbeitsanweisung gehören nach §15 Abs. 2 Nr. 1 der Röntgenverordnung zu den Pflichten des Strahlenschutzbeauftragten. Der vorliegende Textstellt ein die Vorgaben erfüllendes Musterdar, welches bei der Erstellung einer Arbeitsanweisung als Vorlage dienen kann.SchlüsselwörterHerzkatheter · Hybridoperationssaal ·Arbeitsanweisung · Röntgenverordnung ·StrahlenschutzWorking instructions incatheterization laboratoriesand hybrid operating roomsAbstractAccording to the German Radiation Act §18(2) (Röntgenverordnung) every radiation facility administering radiation to humans hasto provide written working instructions forthose examinations and treatment procedures which are frequently performed. This isalso valid for catheterization laboratories andhybrid operating rooms. It is the duty of theradiation protection officer (Strahlenschutzbeauftragte), a person who has to be appointed by German law (§15 Abs. 2 Nr. 1 Röntgenverordnung) to formulate and implement theworking instructions. The current manuscriptis a template to create such working instructions, which fulfill the legal requirements.KeywordsCardiac catheterization · Hybrid operatingroom · Work instruction · Radiation act ·Radiation protectionDer Kardiologe 1 · 2015 31

LeitlinienTab. 1Übersicht über technische Angaben zu den eingesetzten GerätenLokale fbericht (Nr./Datum)Interne IdentifikationGesamtfilterungSystemleistung Generator/RöhreDetektor lkennlinie oder SpannungsbereichStreustrahlenrasterProgramme und AbschaltdosenBrennfleckgrößeLokale fbericht (Nr./Datum)Interne IdentifikationGesamtfilterungSystemleistung Generator/RöhreDetektor lkennlinie oder SpannungsbereichStreustrahlenrasterProgramme und AbschaltdosenBrennfleckgrößez. B.: HKL 1Typ, Herstellerz. B. 2,5 mm Alz. B. 100 kWz. B. 25, 20, 16 cmz. B. Minus, Normal u. Plusz. B. in µGy m2z. B.: HKL 2Typ, Herstellerz. B. 2,5 mm Alz. B. 100 kWz. B. 25, 20, 16 cmz. B. Minus, Normal u. Plusz. B. in µGy m2Vorbereitung des PatientenBei weiteren Laboren, obige Tabelle kopieren und für alle Geräte einzeln ausfüllen.Diagnostische Referenzwerte des Bundesamtes für Strahlenschutz.(Quelle: df)Tab. angiographiePTA (perkutane transluminale Angioplastie)PCI (perkutane transluminale Card-Angioplastie)1 Subclavia-Arterien,1 Karotisarterien;F elektrischen Leitungsbahnen des Herzens.KontraindikationenAusschließende Kriterien (in erster Linieeine bestehende Schwangerschaft) für dieAnwendung einer Röntgenstrahlung sindgrundsätzlich vor Beginn der Untersuchung festzustellen. Sollte dennoch eineAnwendung notwendig sein, ist die Indikation besonders streng zu prüfen.32 Der Kardiologe 1 · 2015F Information über gerinnungshemmende Medikamente und ggf. denZeitpunkt, seitdem diese abgesetzt/pausiert worden sind [z. B. Acetylsalicylsäure (ASS), Clopidogrel, Ticagrelor, Prasugrel, Heparin, Marcumaroder neue direkte orale Antikoagulanzien];F Information über frühere Kontrastmittelunverträglichkeit oder –allergie;F Ruhe-EKG;F Voruntersuchungen und Konsile (soweit durchgeführt);F Ischämiediagnostik (BelastungsEKG., evtl. bildgebende Belastungsteste);F bildgebende Verfahren des Herzensund/oder der betroffenen Gefäße(z. B. Echo, CT, MRT);F frühere invasive (Herzkatheter) undevtl. nicht-invasive Angiographien(z. B. MR/CT-Angiographien);F problemrelevante Arztberichte.Dosisflächenprodukt (µGy m2)6400350050006000Informationen und UnterlagenFolgende Informationen und Unterlagensind vor der Untersuchung notwendigoder sollen dahingehend geprüft werden,ob sie benötigt werden:F Anamnese und Fragestellung;F Aufklärungsbogen und Einverständniserklärung;F Laboruntersuchungen:1 kleines Blutbild,1 Kalium, Natrium,1 Kreatinin, besser: GFR (evtl. auchindirekt berechnet),1 basales TSH,1 kleiner Gerinnungsstatus;F nüchtern, je nach Indikation;F bei Kontrastmittelallergie medikamentöse Prophylaxe intravenös oderevtl. auch orale Vorbehandlung;F Messung des Blutdrucks;F Rasieren und Desinfektion;F Anlegen der EKG-Elektroden;F venöser Zugang;F sterile Abdeckung.StandardprojektionenStandardprojektionen sind RAO 30 undLAO 45–60 (45 aufgrund der Strahlenbelastung zu bevorzugen). Die Projektionen „PA caudal“ bzw. „PA cranial“ (mit jeweils ca. 15 Angulation nach kaudal oderkranial) bieten für die Koronargefäße einegute Darstellung mit erheblich niedrigerStrahlenbelastung für den Untersucher alshemiaxiale Projektionen (ca. 30–45 RAOund/oder LAO-Projektionen).Die PA-Projektion gibt eine gute Übersicht über die Herzstrukturen und wirdhäufig bei nichtkoronaren Untersuchungen verwendet.Falls eine strikt laterale (90 ) Projektion benötigt wird, sollte aufgrund derStrahlenexposition für den Untersucher

Infobox 1: BegriffsdefinitionenAP anterior-posterior (von vorne nachhinten)PA posterior-anterior (von hinten nachvorne)RAO Strahlengang im 1. schrägen Durchmesser; von links hinten nach rechts vorn,rechte Schulter detektornahLAO Strahlengang im 2. schrägen Durchmesser; von rechts hinten nach links vorn,linke Schulter detektornahkranial Richtungsbezeichnung (schädelwärts oder den Schädel betreffend)kaudal Richtungsbezeichnung (steißwärtsoder die Lende betreffend)LIH „last image hold“ (im DL-System gespeichertes letztes Durchleuchtungsbild)RAO 90 gegenüber LAO 90 bevorzugtwerden.Alle weiteren Projektionen können jenach Anatomie und Bedarf angewendetwerden, wobei auf die unterschiedlicheStrahlenbelastung, welche von den verschiedenen Projektionen ausgeht, geachtet werden sollte (siehe [2]; . Infobox 1).StrahlenschutzSiehe auch „Leitlinie zum Einrichten undBetreiben von Herzkatheterlaboren undHybridoperationssälen/Hybridlaboren (3.Auflage 2014)“ [1].Reduktion der StrahlenexpositionF Lagerung des Patienten auf Bleiabdeckung oder Bleigummimatte inden Bereichen, die nicht durchleuchtet werden müssen (z. B. Beine unterhalb der Punktionsstelle bei femoralem Zugang).F Durchleuchtung und Cine-Angiographie:1 vorab Einstellung für Durchleuchtung und Filmaufnahme kontrollieren;1 vorzugsweise Einstellung jeweils(durchleuchtung und Film): „Geringe Strahlendosis“ und 7,5 Bildern pro Sekunde;1 Ventrikulographie (sofern bei vorbestehender Echokardiographienoch notwendig) ggf. mit 15 Bildern pro Sekunde.F Der Einsatz von gepulster Durchleuchtung reduziert oft die Strahlenexposition. Möglichst geringe ZoomFaktoren verwenden, da dies wenigerDosis benötigt als Vergrößerungen(diese nur bei Bedarf verwenden).F Auf optimierte Einblendung achten; die Blenden/Irisblende sollte imRandbereich immer erkennbar sein.F Die Strahlzeiten der Aufnahmeserien und der Durchleuchtung sollenimmer so kurz wie möglich gehaltenwerden.F Auf einen größtmöglichen Fokus-Objekt-Abstand achten; d. h. den Detektor möglichst nahe am Körper des Patienten positionieren. Dies verbessert die Bildqualität und reduziert dieHauteinfalldosis.F Positionieren der Röhre möglichstimmer unter dem Lagerungstisch.F LIH-Aufnahmen zur Dokumentationverwenden, soweit Bildqualität ausreichend.F Wenn möglich, sollten Projektionsebenen mit möglichst niedrigerStrahlenbelastung für den Patientenund den Untersucher gewählt werden. Besonders strahlenbelastendsind LAO-Projektionen, vor allemwenn sie anguliert sind.F Bei Zweiebenensystemen ggf. eineEbene abschalten, wenn die Dokumentation nicht benötigt wird (z. B.während einer Koronarintervention,wenn eine Ebene eine klare Darstellung des Verlaufs erlaubt).Strahlenschutz des PersonalsF Rundumschürzen wie Mantelschürzen und „Rock und Weste“ bedeuten einen optimierten Strahlenschutz,da die Strahlenexposition hier ausmehreren Richtungen erfolgen kann( 0,35 mm Pb-Gleichwert).F Weiterhin soll ein Schilddrüsenschutzgetragen werden.F Bei Durchleuchtungen soll ein möglichst großer Abstand zur Strahlenquelle ( bestrahltes Patientenvolumen) eingehalten werden (Abstandsquadratgesetz).F Bleivorhänge und Bleiglasabschirmungen sollen zur Streustrahlenabschirmung benutzt werden. Wenndies nicht möglich ist, soll eine Bleiglasbrille mit Seitenschutz getragenwerden.F Türen zum Katheterlabor währenddes Röntgens geschlossen halten.F Mitarbeiter, welche während derStrahlenanwendung nicht unbedingt erforderlich sind, verlassen denUntersuchungsraum.Schulungs- undÜberwachungsmaßnahmenF jährliche Unterweisung im Strahlenschutz (Anwesenheitsbuch);F Personendosimeter (z. B. Strahlenüberwachungsplakette) sind entsprechend der RöV immer zu tragen;F ggf. Fingerringdosimeter.Diagnostische ReferenzwerteDie diagnostischen Referenzwerte dienenals obere Richtwerte, die im Durchschnittnicht ungerechtfertigt überschritten werden dürfen (. Tab. 2). Bei Überschreitung im Einzelfall sollte eine Begründungin der Dokumentation ersichtlich sein.Kontrastmittel (Anhaltspunkte)F diagnostischer HK: ca. 50–80 ml;F PCI: 300 ml;F bei hohem Kreatinin ( 1,4) bzw.GFR 60 ml/min: periinterventionelle Flüssigkeitsgabe (1 ml/kg/h), sofernkeine Kontraindikation (z. B. Aortenstenose, Herzinsuffizienz);F Ventrikulographie in Abhängigkeitvon der bildgebenden Vordiagnostikdes Myokards.Patientenversorgung nachder UntersuchungF Druckverband (in Abhängigkeit vonevtl. Verschlusssystem und Zugangsweg);F ggf. Überwachung am Monitor (nachEntscheidung des Untersuchers);F PCI-Patienten über Nacht (stationäroder Praxisklinik).Der Kardiologe 1 · 2015 33

tion im EDV-System nachDIN-Norm 6827-5.Zur Dokumentation gehören:F Anamnese, insbesondere Risikofaktoren und Medikamenteneinnahme;F Indikation der Diagnostik bzw. Therapie;F durchgeführte Untersuchung bzw.Intervention;F Patientendosis: DFP (ggf. Durchleuchtungszeit und Eintrittsdosis; Begründung bei Abweichung des DFPvon den diagnostischen Referenzwerten, siehe oben);F Befund;F Arztbrief;F Qualitätssicherung.Prof. Dr. V. SchächingerMed. Klinik I, Herz-Thorax-Zentrum,Klinikum FuldaPacelliallee 4, 36043 [email protected] Schächinger V, Nef H, Achenbach S et al (2014)Leitlinie zum Einrichten und Betreiben von Herzkatheterlaboren und Hybridoperationssälen/Hybridlaboren (3. Aufl. 2015). Kardiologe [im Druck].DOI 10.1007/s12181-014-0631-72. Hamm CW, Albrecht A, Bonzel T et al (2008) Leitlinie Diagnostische Herzkatheteruntersuchung. ClinRes Cardiol 97:475–5123. Richtlinie zu Arbeitsanweisungen und Aufzeichnungspflichten nach RöV. http://www.dkgev.de/pdf/1466.pdf4. Röntgenverordnung (RöV). http://www.gesetzeim-internet.de/bundesrecht/r v 1987/gesamt.pdf5. Internetadresse zu index.php6. Leitlinien Bundesärztekammer. http://www.baek.de7. Bekanntmachung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) vom 10.07.2003. http://www.bfs.de8. Informationen der Ärztliche Stelle Hessen. http://www.tuev-sued.de/roentgenqualität9. Informationen der Landesärztekammer Brandenburg. 0aesqr/05aesr/index.html10. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). https://www.bsi.bund.de11. DIN 6827-5 (2004) Protokollierung bei der medizinischen Anwendung ionisierender Strahlung – Teil5: Radiologischer Befundbericht. Beuth, BerlinArchivierung der Befunde gemäß RöV,DIN und Ausführungen des Bundesamtsfür Sicherheit in der Informationstechnik(BSI) – Mindestdauer 10 Jahre:F elektronisches Dokumentationssystem für Befunde;F Archivierung der Befunde (10 Jahre),z. B. Digitalisierung der Befunde gemeinsam mit der Papier-Patientenakte;F elektronisches Dokumentationssystem für Bilder;F Archivierung der Herzkatheterbilder(10 Jahre), z. B. PACS.Qualitätssicherung ander RöntgenanlageFolgende Maßnahmen zur Qualitätssicherung müssen – mit Unterschrift undDatumsangabe versehen – durch denStrahlenschutzbeauftragten durchgeführtbzw. bestätigt werden:F regelmäßige Konstanzprüfung gemäß„Richtlinie nach §16 RöV zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik“;F Sachverständigenprüfung nach §18Abs. 5 alle 5 Jahre.34 Der Kardiologe 1 · 2015Prof. Dr. M. KelmKlinik für Kardiologie,Universitätsklinikum DüsseldorfMoorenstr. 5, 40225 ssenkonflikt. Den Interessenkonflikt derAutoren finden Sie online auf der DGK-Homepageunter http://leitlinien.dgk.org/ bei der entsprechenden Publikation.LiteraturEntwicklung von Kindern undJugendlichenDie Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie ihre Chancen auf ein Lebenin guter Gesundheit hängen nicht nur vonkörperlichen und psychischen Faktoren ab,sondern werden auch durch das familiäreund soziale Umfeld geprägt. Diese Zusammenhänge untersucht die erste Folgeerhebung (KiGGS Welle 1) der „Studie zurGesundheit von Kindern und Jugendlichenin Deutschland“ (KiGGS).Im Schwerpunktheft „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen inDeutschland(Ausgabe 7/2014)der ZeitschriftBundesgesundheitsblatt werden u.a.folgende wichtigeDaten, Analysenund Trendentwicklungen aus derneuen KiGGS-Befragungswelle vorgestellt:F Chronische Erkrankungen und impfpräventable InfektionserkrankungenF Tabak- und Alkoholkonsum bei 11- bis17-jährigen JugendlichenF Einflussfaktoren auf Verbreitung undDauer des Stillens in DeutschlandF Körperlich-sportliche Aktivität undNutzung elektronischer Medien imKindes- und JugendalterBestellen Sie diese Ausgabe zum Preis von16,- EUR zzgl. Versandkosten beiSpringer Customer Service CenterKundenservice ZeitschriftenHaberstr. 769126 HeidelbergTel.: 49 6221-345-4303Fax: 49 6221-345-4229E-Mail: [email protected] Sie noch mehr zum Thema? Mite.Med, dem Online-Paket von SpringerMedizin, können Sie schnell und komfortabel in über 600 medizinischen Fachzeitschriften recherchieren. Weitere Infos unterspringermedizin.de/eMed.

Klinische Kardiologie der Deutschen Ge-sellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V. (DGK) entwor-fene Arbeitsanweisung stellt als Muster eine Hilfestellung dar und muss an die . 1 Med. Klinik I, Herz-Thorax-Zentrum, Klinikum Fulda, Fulda; 2 .File Size: 449KB