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Wie ein Blitzins LebenDie Schauspieler Sharon Stone und Kirk Douglassowie der Musiker Wolfgang Niedecken – so unterschiedlich diese Prominenten auch sind, sie habeneines gemeinsam. Sie haben einen Schlaganfall erlitten. Für Stone und Niedecken verlief die Erkrankungglimpflich. Beide haben keine Folgeschäden davongetragen. Kirk Douglas hingegen leidet trotz intensiven Trainings unter massiven Sprachstörungen undkann sich nur mühsam artikulieren. Ein Schicksal, daser mit Millionen von Menschen teilt.Prävention l Akut l Reha l PflegeMediClin – Ein Unternehmen der Asklepios Gruppe

Sterblichkeit zurückgegangenNoch vor einigen Jahren war der Verlauf eines Schlaganfalls eine weitgehend „schicksalhafte“ Angelegenheit. Nach der Diagnose eines Schlaganfalls mussteabgewartet werden:Überlebt der Patient?Bleiben Beeinträchtigungen?Was ist ein SchlaganfallEin Schlaganfall, oder auch Apoplex genannt, entsteht,wenn das Gehirn oder Teile des Gehirns plötzlich nichtmehr oder nicht ausreichend durchblutet werden.Die Folge:Taubheitsgefühle, Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Bewusstseinsstörungen, je nachdem, welcher Teil des Gehirns betroffen ist. Die häufigste Ursache ist eine Mangeldurchblutung (Ischämie 80%) durch Unterbrechungder Blutzufuhr, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß imGehirn verstopft. Seltener kommt es zu einer Blutung indas Hirngewebe (Hämorrhagie 20%). Die häufige Formdes Hirninfarkts (Ischämie) ist in ihrer Entstehung vergleichbar mit einem Herzinfarkt und kann durch Störungen des Herz-Kreislauf-Systems, Gefäßverkalkung oderandere Vorschädigungen der Gefäßwände verursachtoder begünstigt werden.Etwa jeder fünfte Schlaganfall wird durch eine Hämorrhagie verursacht. Durch Veränderungen der Gefäßwand oder durch jahrelangen Bluthochdruck geschwächt, platzt ein Gefäß im Gehirn, Blut dringt insHirngewebe ein. In seltenen Fällen entsteht eine solcheHirnblutung auch durch angeborene Missbildungenvon Gefäßen. Beide Formen des Schlaganfalls – Mangeldurchblutung durch Verstopfung und Gehirnblutung – können seltener auch die Folge einer akutenErkrankung, beispielsweise eines Unfalls sein.So erlitt der Magier Roy Horn, dem bei einem Tigerangriff die Halsschlagader verletzt wurde, durch ein dabeientstandenes Blutgerinnsel einen Schlaganfall.Die moderne Medizin betrachtet den Schlaganfallhingegen als medizinischen Notfall, bei dem eineschnelle Diagnostik und Therapie geboten sind, dieüber den Verlauf der Erkrankung sowie über möglicheFolgeschäden entscheiden. Die Letalität (Sterblichkeit)beim Schlaganfall ist zwar in den vergangenen Jahrzehnten durch eine verbesserte Versorgung deutlichzurückgegangen (um circa 45% seit 1970), beträgtaber immer noch 15 – 20%. Damit ist der Schlaganfalldie dritthäufigste Todesursache in Deutschland.Trotz verbesserter Akut- und Rehabilitationsbehandlung ist der Schlaganfall darüber hinaus eine der häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter.Risikofaktoren für SchlaganfallBei den Risikofaktoren für Schlaganfälle unterscheidet man zwischen nicht veränderbaren und veränderbaren Faktoren. Die bedeutendsten veränderbarenRisikofaktoren sind anhaltender hoher Blutdruck(und daraus resultierende Schädigung von Gefäßwänden), Rauchen, Fettstoffwechselstörungen unddie Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Ein erhöhtes Risiko tragen Menschen mit koronarer Herzerkrankung (Verengung oder Verstopfung der Herzkranzgefäße) sowie Patienten nach bereits überstandener Durchblutungsstörung des Gehirns (Zweitereigniszwischen 8 und 15% im ersten Jahr). Das Risiko, einenSchlaganfall zu erleiden, ist auch für Menschen mitÜbergewicht und körperlicher Minderaktivität, Frauen,die die Pille nehmen, und bei chronischem Alkoholgenuss deutlich erhöht. Nicht zuletzt ist der Schlaganfalleine typische Zivilisationskrankheit.Nichtveränderbare Risikofaktoren sind insbesonderedas Alter (Verdopplung alle zehn Jahre nach dem 55.Lebensjahr), das Geschlecht (bei Männern um 24 bis30% höher), erbliche Belastung (1,9 fach höher beiVerwandten ersten Grades) und die ethnische Zugehörigkeit (2,4 fach höher bei Afro-Amerikanern).

Pflegerisiko SchlaganfallAuch wenn immer wieder Menschen mittleren AltersSchlaganfälle erleiden, sind es doch zumeist ältereMenschen, die „der Schlag trifft“. Denn sie leidenz.B. häufiger unter ausgeprägten Gefäßerkrankungenals Jüngere. Neben der stärkeren Gefährdung ältererMenschen sind bei ihnen auch die Folgen eines Schlaganfalls gravierender. Ein allgemein schlechterer Gesundheitszustand und die verminderte Regenerationsfähigkeit des Gehirns sorgen dafür, dass besonders vielebetagte Schlaganfallpatienten zu Pflegefällen werden.Dieses Problem wird im Zuge der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft weiter an Bedeutunggewinnen. Dazu tragen auch die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten nach einem Apoplex bei. Geradenach schweren Schlaganfällen, die Dank modernerMedizin häufiger überlebt werden, sind die dauerhaften Funktionseinschränkungen des Gehirns, wie z.B.Lähmungen oder Aphasie, besonders ausgeprägt.Nur das rechte Bein strampelt:Schlaganfälle bei KindernStändige Übelkeit und Krampfanfälle, Lähmungserscheinungen und Entwicklungsstörungen. Tretenbei einem Neugeborenen oder Kleinkind solcheSymptome auf, denken die Eltern, aber auch vieleÄrzte, nicht daran, dass ein Schlaganfall die Ursache dafür sein könnte. Der Schlaganfall gilt alsKrankheit alter Menschen, vielleicht noch als moderne „Managerkrankheit“ – und doch erkrankenin Deutschland jedes Jahr schätzungsweise rund300 Kinder an einem Schlaganfall, nicht seltenschon im Mutterleib.Die Ursachen für diese Schlaganfälle sindnaturgemäß nicht dieselben wie bei Erwachsenen,deren Alkohol- oder Nikotinkonsum, Übergewichtoder Bluthochdruck erst nach Jahren zu Schädigungen der Gefäße führen. Zwei von drei Schlaganfällen bei Kindern sind auf angeborenes „dickesBlut“ zurückzuführen. Zu viele Blutzellen oder zuwenig Blutplasma machen das Blut dickflüssig underhöhen die Wahrscheinlichkeit von Blutgerinnselnin arteriellen Gefäßen. Bei den übrigen Fällen sindangeborene Herzfehler, Gefäßmissbildungen oderInfektionen die Ursache von Schlaganfällen.Erst seit rund zehn Jahren kann durch neue technische Möglichkeiten die Diagnose eines kindlichen Apoplexes abgesichert werden. So seltenSchlaganfälle bei Kindern sind – für die Betroffenen können sie lebenslange Folgen haben, wennsie nicht erkannt werden.Schnelle Behandlung erforderlich„Time is brain“. Der entscheidende Faktor bei der Behandlung eines Hirninfarkts ist Zeit.Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser sind die Überlebenschancen und dieRehabilitationsaussichten. Grundlage der Behandlung ist die genaue Diagnostik. Mittelseiner Computer- oder Magnetresonanztomografie kann festgestellt werden, welche Ursache der Schlaganfall hat und welche Hirnregionen betroffen sind. Bei Hirnblutungen istin den meisten Fällen eine Operation notwendig, um die Blutung zu stoppen oder irreparabel geschädigtes Gewebe zu entfernen. Sind Hirnregionen durch ein verstopftes Gefäßnicht mehr durchblutet, kann in einigen Fällen durch eine gezielte Auflösung des Gerinnselsdie Störung beseitigt werden. Dieses Verfahren nennt man Thrombolyse. Es ist speziellenZentren, so genannten Stroke Units, vorbehalten. In den ersten Stunden steht die intensivmedizinische Behandlung im Vordergrund. Ein akuter Schlaganfall ist immer lebensbedrohend. Für die Vermeidung oder Verminderung von Folgeschäden ist die möglichst frühzeitige rehabilitationsmedizinische Behandlung notwendig. Je nach Zustand des Patientenschon wenige Stunden nach dem Schlaganfall.

Wie es laufen könnte – zwei fiktive FälleFall 1Dienstag, 9.30 Uhr:Günther S., 64, erleidet einen Schlaganfall und bricht imSupermarkt bewusstlos zusammen. Der Filialleiter alarmiertumgehend den Notarzt.Dienstag, 9.50 Uhr:Günther S. wird in die nächste Stroke Unit eingeliefert. Neben Lähmungserscheinungen in der rechten Körperhälfteist seine Sprache verwaschen, er wirkt desorientiert undverwirrt.Dienstag, 11.00 Uhr:Die MRT-Untersuchung zeigt, dass ein Blutgerinnsel einHauptgefäß in der linken Gehirnhälfte verstopft, mitdaraus resultierender Mangeldurchblutung von Teilendes Hirngewebes. Die Ärzte der Stroke Unit versuchen,medikamentös das Gerinnsel aufzulösen (Thrombolyse),und überwachen den Verlauf der Lähmungserscheinungen. Darüber hinaus werden Blutdruck und Blutzuckerüberwacht und optimal eingestellt.Dienstag, 15.00 Uhr:Der Zustand von Günther S. hat sich stabilisiert. Seine Bewusstseinsstörungen haben sich weitgehend zurückgebildet. Eine Physiotherapeutin macht vorsichtige Bewegungsübungen mit der gelähmten Körperhälfte, der Logopädeüberprüft mit einfachen Sprachübungen das Ausmaß derStörung des Sprachzentrums.Mittwoch, 9.00 Uhr:Die Lähmungserscheinungen haben sich in der Nacht teilweisezurückgebildet, die Sprachstörungen sind vollständig verschwunden. Eine erneute MRT-Untersuchung zeigt, dass das Gerinnselvollständig aufgelöst, die Hirndurchblutung wieder normal undnur wenig Hirngewebe abgestorben ist.Donnerstag, 9.00 Uhr:Günther S. wird auf die Normalstation verlegt und darf seinBett unter Aufsicht verlassen. Er leidet noch immer unter einerSchwäche der rechten Körperhälfte.Freitag, 9.00 Uhr:Günther S. hat sich weitgehend erholt, wird aber das Wochenende noch im Krankenhaus verbringen. Je nach Entwicklung derSchwäche in der rechten Körperhälfte soll nach seiner EntlassungAnfang der darauf folgenden Woche eine ambulante Physiotherapie begonnen werden.Dienstag, 9.00 Uhr:Günther S. verlässt das Krankenhaus. Sein Hausarzt verordnet ihmfür zwei Wochen ambulante Physiotherapie zum Training seinerallerdings nur noch leicht geschwächten rechten Körperhälfte. Ihmwird dringend geraten, sein Übergewicht zu reduzieren und nichtmehr zu rauchen, um weitere Schlaganfälle zu vermeiden.Fazit:Günther S. hatte Glück. Aufgrund der Umstände wurde sofort die Dramatik der Ereignisse erkannt und er wurde in dienächstgelegene Stroke Unit eingeliefert, wo man es schaffte, die Durchblutung des Gehirns wieder herzustellen, indemman das Blutgerinnsel auflösen konnte. Deshalb ist bei ihmkein großer Schlaganfall eingetreten.Schlaganfall-Versorgungskompetenz in der MediClinSchnelle Behandlung im KrankenhausDie neurologische Rehabilitation nach dem KrankenhausaufenthaltMediClin Hedon Klinik, LingenMediClin Klinik OffenbachMediClin Klinikum SoltauMediClin Krankenhaus Plau am SeeMediClin Bosenberg Kliniken, St. WendelMediClin Fachklinik Rhein / Ruhr, Essen-KettwigMediClin Hedon Klinik, LingenMediClin Klinik am Brunnenberg, Bad ElsterMediClin Klinik OffenbachMediClin Klinikum SoltauMediClin Reha-Zentrum Bad DübenMediClin Reha-Zentrum Bad OrbMediClin Reha-Zentrum GernsbachMediClin Reha-Zentrum Plau am SeeMediClin Reha-Zentrum Reichshof-EckenhagenMediClin Reha-Zentrum Roter Hügel, BayreuthMediClin Reha-Zentrum Spreewald, Burg

Fall 2Montag, 22.00 Uhr:Ilse K., 67, erleidet kurz nach dem Zubettgehen einen Schlaganfall. Sie bemerkt starke Schwindelgefühle und Lähmungserscheinungen in der rechten Körperhälfte, möchte ihren Manndeshalb aber nicht wecken und versucht, einzuschlafen.Dienstag, 5.00 Uhr:Ilse K. verbringt eine unruhige Nacht und schläft kaum. In denfrühen Morgenstunden verstärken sich ihre Schwindelgefühleund sie muss sich übergeben. Bei dem Versuch, ins Bad zugelangen, stürzt sie; ihr Mann wacht auf.Dienstag, 6.00 Uhr:Ilse K.s Ehemann erreicht den Hausarzt. Dieser alarmiert sofortden Notarzt.Mittwoch, 9.00 Uhr:Die rechte Körperhälfte von Ilse K. ist weiterhin gelähmt und wirdvon Physiotherapeuten vorsichtig durchbewegt. Sie kann wiedereinige Worte sprechen, findet jedoch oft nicht den richtigen Begriff und muss sich weiterhin mit Tafeln behelfen.Mittwoch, 12.00 Uhr:Eine erneute CT-Untersuchung zeigt, dass sich das Blutgerinnselaufgelöst hat, aber dass ein Hirninfarkt eingetreten ist. Der Blutdruck von Ilse K. hat sich normalisiert, die Temperatur ebenfalls.Donnerstag, 9.00 Uhr:Ilse K. wird auf die Normalstation verlegt. Die Lähmungen sindkaum zurückgegangen, die physiotherapeutische und logopädische Betreuung wird fortgesetzt.Dienstag, 6.30 Uhr:Ilse K. wird ins Krankenhaus eingeliefert. Sie ist ansprechbar,kann jedoch ihre rechte Körperhälfte nicht bewegen und leidet unter einer ausgeprägten Aphasie.Montag, 9.00 Uhr:Sozialarbeiter und Ärzte empfehlen dem Ehemann von Ilse K., andie Krankenhausbehandlung einen stationären Rehabilitationsaufenthalt anzuschließen, um die Dauerschäden des Schlaganfallsmöglichst zu begrenzen. Die Patientin ist weiterhin gelähmt undmacht nur langsame Fortschritte bei der Sprechtherapie.Dienstag, 8.00 Uhr:Die CT-Untersuchung hat ein Blutgerinnsel in der linken Hirnhälfte gezeigt, das die Durchblutung u.a. des Sprachzentrumsverhindert. Die Ärzte verordnen u.a. gerinnungshemmendeMedikamente und überwachen die Vitalzeichen der Patientin.Vier Wochen später:Die Familie von Ilse K. berät noch, ob die gelähmte Frau nachihrem Rehabilitationsaufenthalt nach Hause zurückkehren kann.Sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen und kann sich nur mühsamartikulieren.Dienstag, 15.00 Uhr:Ilse K. hat Fieber, die Ärzte haben Mühe, den viel zu hohenBlutdruck unter Kontrolle zu bringen. Die Lähmungserscheinungen sind unvermindert, die Patientin ist zwar orientiert,kann aber nur mit Hilfe von Bild- und Texttafeln, die der Logopäde mitgebracht hat, kommunizieren.Fazit:Ilse K. maß ihren Symptomen nicht die rechte Bedeutung beiund vertraute auf die heilende Kraft des Schlafes. Insofernwar am nächsten Morgen die Zeit schon verstrichen, in derman versuchen konnte, ein Blutgerinnsel aufzulösen. Aufgrund der anhaltenden Durchblutungsstörung ist es bei IlseK. zu einem „ausgedehnten” Schlaganfall gekommen.Weiterführende InformationenPhasen der Erholung nach SchlaganfällenStiftung SchlaganfallOberföhringer Str. 123, 81925 Münchenwww.stiftung-schlaganfall.deInformationen über den Schlaganfall, Aufklärung,Informationen zu SelbsthilfegruppenStiftung Deutsche SchlaganfallhilfeCarl-Bertelsmann-Str. 256, 33311 Güterslohwww.schlaganfall-hilfe.deKompetenznetz mationsportal für Patienten undMediziner, bereitgestellt von derCharité in Berlin mit Unterstützungdes BundesgesundheitsministeriumsWiederdurchblutung2 – 3 Tage RückbildungÖdem2 – 3 Wochen Plastizitätbis zu mehrerenMonaten

Wie das Gehirn sich erholtDas menschliche Gehirn verfügt über erstaunliche Möglichkeiten, sich zu regenerieren und entstandene Schädigungenentweder zu beheben oder ausgefallene Bereiche des Gehirns durch andere zu ersetzen. Schlaganfallpatienten, diekurz nach dem Apoplex gelähmt sind oder nicht sprechenkönnen, erholen sich in vielen Fällen innerhalb von wenigenTagen und gewinnen die verlorenen Fähigkeiten ganz oderteilweise zurück.Bei diesem Erholungsprozess unterscheidet man physiologisch zwischen drei Phasen. In den ersten Tagen nach demSchlaganfall sind die schnellsten Rückbildungen der Ausfallerscheinungen zu beobachten. Die Grundlage dieser Regeneration ist die spontane oder durch Medikamente beeinflusste Auflösung des verstopfenden Blutgerinnsels. Danachwerden die geschädigten Hirnregionen wieder durchblutet.Das betroffene Gewebe kann sich erholen, soweit es nochnicht endgültig abgestorben ist. In der zweiten Regenerationsphase sind langsamere Fortschritte zu registrieren, dieüberwiegend auf den Rückgang von sogenannten Hirnödemen zurückzuführen sind. Diese Flüssigkeitsansammlungendie sich häufig infolge des Schlaganfalls bilden, üben Druckauf Teile des Gehirns aus und beeinträchtigen dessen Funktion. Durch Rückgang des Drucks können sich die betroffenen Gehirnareale regenerieren. In der dritten Phase sindweitere stetige Erfolge zu erwarten. Diese basieren auf derso genannten Plastizität des Gehirns. Dabei werden ausgefallene Funktionen von anderen Regionen des Gehirns übernommen und ersetzt, häufig jedoch nicht vollständig.Diese Plastizität nutzt die moderne Rehabilitation. Gezielt werdendie verloren gegangenen Funktionen beübt, wobei das Gehirndurch ständige Wiederholungen an die vorher vorhandene Funktion „erinnert“ wird. Jedoch müssen fünf wichtige Säulen der Rehabilitation zusammenwirken. In der Krankengymnastik (Physiotherapie) werden Bewegungsabläufe mit dem Ziel der selbstständigen Fortbewegung eingeübt. Die Ergotherapie hilft dem Patienten dabei, dass er seinen Alltag wieder allein meistern, sich in ersterLinie also wieder selbst versorgen kann (wie z.B. Waschen, Anziehen, Essen). Die Sprach- und Schlucktherapie (Logopädie) arbeitet an dem Ziel, verloren gegangene Funktionen der Sprache,des Sprechens oder des Schluckens wiederherzustellen. In derNeuropsychologie werden Beeinträchtigungen des Denkens, derKonzentration, der Aufmerksamkeit, des Sehens aber auch Beeinträchtigungen der Stimmung oder die fehlende Entspannungsfähigkeit beübt. Die fünfte Säule ist die „Gesundheitserziehung“,an der sämtliche Berufsgruppen der Rehabilitation mitarbeitenund die dem betroffenen Menschen die Erfahrung zurückgebensoll, sein Leben und die Gesundheit „selbstwirksam“ zu beeinflussen. Hierzu gehören manchmal auch das Aufgeben von Lebensgewohnheiten wie dem Rauchen oder mangelnde Bewegung.Die Unterstützung der körpereigenen Heilungskräfte ist durchgezieltes Training notwendig. Die ersten Tage nach dem Schlaganfall sind dabei besonders „wertvoll“. In dieser Akutphase könnenphysiotherapeutische und logopädische Behandlungen die größteWirkung entfalten. Grundsätzlich gilt: Je schneller der Rückbildungsprozess der Symptome des Schlaganfalls einsetzt, desto wahrscheinlicher können dauerhafte Folgeschäden vermieden werden.Stroke Units: Allheilmittel gegen den Schlaganfall?Seit rund zehn Jahren wird, nach US-amerikanischem und skandinavischem Vorbild, in Deutschland ein dichter werdendes Netzso genannter „Stroke Units“ (Stroke: engl. für Schlaganfall) eingerichtet. Dabei handelt es sich um kleine medizinische Einheiten,die meist einer Intensivstation eines Krankenhauses angegliedert sind und sich auf die Behandlung von Schlaganfällen spezialisierthaben. Die Stroke Units verfügen über die notwendige diagnostische Ausstattung und haben Personal, welches über die erforderlicheErfahrung und medizinische Expertise verfügt, um in der entscheidenden Frühphase schnell und kompetent die notwendigen Schrittedurchzuführen. Darüber hinaus ist das Personal erfahren im Erkennen von Komplikationen.Die Vorteile der Schlaganfallzentren liegen auf der Hand, und die medizinischen Erfolge, insbesondere die Möglichkeit, Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit als Folge eines nicht schnell genug behandelten Schlaganfalls zu vermeiden, rechtfertigen die dafürnotwendigen Investitionen.Allerdings sind Stroke Units in dünn besiedelten Gebieten nur schwer zu realisieren und verlieren durch längere Anfahrtswege einenTeil ihrer Vorteile. Es ist besonders wichtig, Bevölkerung und zuweisende Ärzte über die Dringlichkeit einer spezialisierten Schlaganfallversorgung aufzuklären.Symptome richtig erkennenZivilisationssünden wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel haben eine Fülle negativer Folgen. Doch während beispielsweise der Herzinfarkt als Risiko vielen Menschen bekannt ist, spielt der Schlaganfall im Bewusstsein vor allem jüngerer Menschenkaum eine Rolle und wird unter „mögliche Spätfolgen“ verbucht und vergessen. Neben einer verbesserten Vorsorge ist es jedoch dringend notwendig, dass möglichst viele Menschen die Symptome eines Schlaganfalls richtig erkennen und wissen, dass das Wichtigstebei einem Schlaganfall die möglichst schnelle und kompetente medizinische Versorgung ist.

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