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IHR PERSÖNLICHER FINANZRATGEBER3/2017GELD GEWINNSPEZIALFEHLERHELFERWarum wir eine neue Fehlerkultur Beratung, Zufriedenheit,Service, Vertrauen – diePSD Banken erhielten inallen Kategorien Bestnoten.Nur auf niedrige Zinsen zuschauen, ist riskant. Auchdie Darlehensbedingungenmüssen stimmen.Ausprobieren, verwerfen, neuversuchen – beim Experimentieren lernen Kinder Kreativität und Verständnis für Fehler.

„ Wir haben uns unserenTraum günstigund schnell erfüllt! “Kostenfreie Sondertilgung:Bis zu 5 % pro KalenderjahrPSD BauGeldBaugeld zum MietpreisOb Erwerb, Neubau, Umbau, Modernisierung oder Umschuldung – mit dem PSD BauGeldfinanzieren Sie besonders günstig und bleiben flexibel. Prüfen Sie auch, ob vielleicht staatlicheFördermittel für Sie in Frage kommen. Wir unterstützen Sie gerne bei der Entscheidung,welche Finanzierungs-Kombi zu Ihnen passt!Aktuelle Konditionen und Infos unterwww.psd-muenchen.de/baugeld oder 0821 5049-260Ihre Vorteile: Keine Wertermittlungs- und Kontoführungsgebühren Kein Forderungsverkauf bei der PSD Bank München Tilgung ab 2 % jährlich Schnelle Entscheidungswege Bereits ab 50.000 Euro Nettodarlehensbetrag Keine Bereitstellungszinsen bis zu 6 Monate nach Vertragserstellung.Eine längere bereitstellungsfreie Zeit ist auf Anfrage möglich. Option zum Tilgungssatzwechsel während der Laufzeit auf Anfrage

PSD BANK MÜNCHEN eGEDITORIAL036Konstruktiv mitFehlern umgehenThomas HausfeldVorstandssprecher der PSD Bank München eG, Sitz AugsburgFehler sind wichtigJeder macht mal Fehler. Und das ist auchgut so. Denn oft bringen uns erst Fehler dazu, nach der richtigen Lösung zusuchen. Sie zeigen uns unsere Grenzen,die wir dann mit innovativen Ideen überwinden können. Sie ahnen es schon: Indieser Geld Gewinn SPEZIAL geht es umFehlerkultur. Aus meiner Sicht bedeutetdas, erlerntes und durch Sozialisationgefestigtes Verhalten durch Ausprobierenpositiv verändern zu können – ohne Angstvor den Folgen.Fotos: PSD Bank München eG, Africa Studio, detailblick-foto, Victoria Novak; Titel: USCGerade Banken sind indes so organisiert,dass Fehler unter allen Umständen vermieden werden müssen. Es gibt strengeAufsichts- und Kontrollmechanismen sowie Dokumentationspflichten. Was jedocheinerseits Schäden für den Finanzmarktim Keim ersticken soll, schafft auf deranderen Seite Starre. Weil die Angstvorherrscht, Fehler zu machen, gehenInnovationskraft, Kreativität und Schnelligkeit verloren. All das ist im aktuellenMarktumfeld aber lebensnotwendig. Wirmüssen heute flexibel auf Marktchancenreagieren und Risiken frühzeitig erkennen.Innovative Lösungen sind nicht leicht zufinden, wenn Mitarbeiter mit Ärger rechnen müssen, sobald sie eigene Entscheidungen treffen. Vielmehr muss es möglichsein, mehr zu experimentieren. Aus diesemGrund ist es uns wichtig, eine Atmosphäredes Vertrauens zu schaffen – bei den Kunden und den Kollegen. Wir übertragen unseren Mitarbeitern bewusst Verantwortung– frei von Ängsten und Rechtfertigungsdruck. Das bedeutet aber zugleich: WerFehler macht, darf sie nicht vertuschen,sondern muss sie offen thematisieren, analysieren und konstruktiv lösen.Eine spannende Lektüre wünscht,IhrFehler passieren – ob wir wollenoder nicht. Die Frage ist, wie wirdamit umgehen.101704 Meldungen14 Zweite Familie06 Fehlerkultur16 Zufriedenes PersonalKunden geben PSD Banken Bestnoten; Konto-Benachrichtigungsservice.Scheitern ist oft ein Tabuthema –Zeit, das zu ändern.09 InterviewDie Fail-Night-Initiatorin SabineSikorski über das wohltuende Gefühl,über Fehler zu reden.Wie Patchwork-Paare ihre Finanzenregeln können.Die PSD Bank fördert ihre Mitarbeiter individuell – auch im Sinne derKunden.17 PSD Lexikon: IrrtümerEine Menge falsches Alltagswissenhält sich hartnäckig – Schluss damit!10 Ohne Finanzierungsfehler18 Trial and Error12 Sorry!19 Gewinnspiel13 Falsches Rentenwissen20 Volleyball in AugsburgNicht allein die Bauzinshöhe entscheidet – auch die Kreditbedingungen.Etwas danebengegangen? So gelingtdie formvollendete Entschuldigung.Verbreitete Fehlvorstellungen überRente und Altersvorsorge.Beim Experimentieren lernen Kinderden Umgang mit Fehlern.Wir verlosen Gelegenheiten zumExperimentieren.Warum Fehler auch im Leistungssportwichtig sind.Ihr direkter Draht zu uns: 0821 5049-333IMPRESSUMGELD GEWINN SPEZIALHerausgeber: PSD Bank München eG,Sitz Augsburg, Max-Hempel-Str. 5,86153 Augsburg; Telefon: 0821 5049-333Internet: www.psd-muenchen.deE-Mail: [email protected]: Gülden DalgicRedaktion: BrunoMedia GmbH,Martinsstraße 17, 55116 MainzChefredaktion: Melanie RübartschGestaltung: Ulrich Schmidt-ContoliAnzeigen: Gülden Dalgic,Telefon: 0821 5049-4104Druck: Repa Druck, 66131 SaarbrückenErscheinungsweise: dreimal jährlichGELD GEWINN SPEZIAL ist dasKundenmagazin der PSD Bank München eG.Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck nur mitGenehmigung. Trotz sorgfältiger inhaltlicherKontrolle können wir keine Haftung für dieRichtigkeit und Vollständigkeit der in dieserZeitschrift veröffentlichten Informationen undRatschläge übernehmen. Der Bezug diesesKundenmagazins ist kostenlos. Wenn SieGELD GEWINN SPEZIAL nicht mehr erhalten möchten, informieren Sie uns darüberbitte schriftlich.

04MELDUNGENKONTO UNDKARTE STETSIM BLICKMit dem kostenlosen Benachrichtigungsservice im PSD OnlineBanking haben Kunden ihr Konto immer im Auge. Sie selbstentscheiden, wann und über welche Veränderungen sie per EMail oder SMS benachrichtigt werden wollen. Beispiele: DerKunde möchte eine Nachricht, wenn neue Dokumente im Postfach sind, ein bestimmter Kontostand unterschritten ist oderUmsatzbuchungen in einer bestimmten Höhe erfolgen. Er kannsich aber auch einfach täglich zu einer von ihm festgelegtenUhrzeit über seinen Kontostand informieren lassen.Den kostenlosen Benachrichtigungsservice finden PSD Kunden im PSD OnlineBanking unter „Service – Weitere Services –Benachrichtigungen“. Hier stellen sie ihr individuelles Benachrichtigungsprogramm zusammen und bestätigen die Auswahlanschließend mit einer TAN.Über die PSD Banking-App können PSD Kunden seit Kurzemzudem auch ihre Kreditkartenumsätze im Blick behalten. Wennsie die Funktion „Kreditkarten-Benachrichtigung“ aktivieren, er-halten sie bei jedem Einsatz der Kreditkarte im Inland eine kostenlose Push-Benachrichtigung, bei Einsätzen im Ausland einekostenlose SMS. Direkt in der App legen die Nutzer fest, für welche Kreditkarten der Alarm gelten und ab welchem Betrag eineBenachrichtigung erfolgen soll. Der Service sorgt insgesamt fürmehr Transparenz und beugt Missbrauch vor.Mehr Informationen gibt’s unter: www.psd-muenchen.deBanking Banking-Apps oder Service/BenachrichtigungsserviceFINANZENPSD GEWINNSPIELSparpapiere sind beliebtVersöhnungsDinnerTrotz anhaltender Nullzinspolitik halten die Deutschen Sparpapieren dieTreue. Laut Bundesverband Deutscher Banken besitzen private Haushalte nochimmer gut 2 Billionen Euro als Sicht-, Termin- und Spareinlagen (siehe Grafik).Noch etwas höher war die Anlage in Versicherungen und Pensionskassen. Insgesamt lag das Geldvermögen der Bundesbürger bei 5,6 Billionen Euro.Aktien bleiben nach wie vor weniger gefragt: Auf sie entfielen nur 373 Milliarden Euro oder knapp 7 % des Geldvermögens. Zwar stieg das Aktienvermögengegenüber dem Vorjahr mit 9 % überdurchschnittlich stark, doch ein beträchtlicher Teil davon ist auf Kurssteigerungen zurückzuführen.So sparen die DeutschenDas gesamte Geldvermögen liegt bei 5,6 Bio. Euro (Angaben in der Grafik in Mrd. Euro)Versicherungen/Pensionskassen2.149Spar-, Sicht- und rschreibungenSonstiges2.034518373166127218Quelle: Deutsche Bundesbank/eigene BerechnungStand: Ende 2016Die komplette letzte Ausgabe vonGeld GewinnSPEZIAL war demThema Streitkulturgewidmet. Dochum der ganzenAusgabe sozusagen einen versöhnlichenAbschluss zu geben, konnten die Leserzum Schluss ein Drei-Gänge-Abendessenfür zwei Personen inklusive Wein undWasser im EATALY in der MünchnerSchrannenhalle gewinnen. Losglück hattedieses Mal H. Eisenack aus Germering.HINWEIS: Wer an dem Gewinnspiel indieser Ausgabe (Seite 19) teilnimmt, hilftuns, das Magazin weiter zu verbessern.Wir möchten die Themen auf den Meldungsseiten (Seite 4, 5) bestmöglich aufdie Interessen unserer Leser abstimmen.Daher ist das Gewinnspiel dieses Mal aneine kleine Umfrage geknüpft: Über welche Themen möchten Sie generell gerneinformiert werden?Fotos: Fotolia / kartoxjm, Eataly München, PSD Bank München eG, Yousuf Karsh, btb VerlagWEBTIPP: BENACHRICHTIGUNGSSERVICE

05KUNDENUMFRAGEPSD BANKEN AN DER SPITZEGesamtergebnisse der Institute im Vergleich (Angaben in Prozent)Auf einer Basis von 20 Wertungsfragen zu fünf Leistungskategorienwurde ein Gesamtwert pro Institut von maximal 100 % [email protected]ü63,763,4Deutsche Bank60,7Deutsche Postbank63,8Hypo Vereinsbank / ionale Banken70,1Volks- und Raiffeisenbanken70,9DirektbankenSparda-BankenPSD Banken73,5Landesbanken78,6GDas Handelsblatt hat mit der Beratungsgesellschaft Emotion Banking rund 28.000 Bankkunden befragt, was sievom Service deutscher Banken halten. Die PSD Bankenhaben hierbei mit einem Spitzenergebnis den ersten Platzbelegt. Der Abstand zu den Wettbewerbern – darunterSparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Deutsche oderPostbank – ist zum Teil erheblich.Nicht nur im Gesamtergebnis, auch in den fünf abgefragten Leistungskategorien hatte die Bankengruppe dieNase vorn. Bei Service, Beratung, Zufriedenheit und Vertrauen erreichte sie jeweils den Spitzenwert. Auch in SachenDigitalprozesse ist die Gruppe auf dem richtigen Weg. Hierschnitten nur die Direktbanken ein bisschen besser ab.„Dieses sehr positive Feedback zeigt uns, dass wir inden vergangenen Jahren vieles richtig gemacht habenund unseren Kunden die gewünschten Leistungen undServices anbieten“, sagt Thomas Hausfeld, Vorstandssprecher der PSD Bank München. Die Bankengruppeverbindet die Vorteile einer Direktbank mit denen einergenossenschaftlichen Bank. Dabei versuchen die Institutestets, die Kostenvorteile, die durch eine schlanke Strukturerreicht werden, an die Kunden weiterzugeben.Diese Vorteile sprechen sich herum. Die PSD Bankendürfen sich über eine hohe Weiterempfehlungsbereitschaft freuen, zeigt die Studie.Quelle: Handelsblatt/emotion bankingD E R B U C H T I P P V O N P S D M I TA R B E I T E R NLIEBE DEINE FEHLERJürgen Haschka,Vertriebsleiter derPSD Bank MünchenNur wo wir irren dürfen, sind wir frei.Davon ist der WissenschaftsjournalistJürgen Schaefer überzeugt und hat daher direkt ein ganzes Buch dem Lobdes Irrtums gewidmet. Es erklärt, wiewir lernen, unsere Fehler zu lieben.Warum? „Nur wo wir scheitern dürfen, können wir uns entfalten, könnenwachsen, unsere Grenzen entdeckenund diese überwinden. Fehler führenuns vor Augen, dass unsere Kontrolleüber uns selbst und unser Leben Grenzen hat. Wir funktionieren nicht, wirleben.“ So lautet Schaefers Antwort.Der Autor nimmt seinen Leser mitauf eine Expedition in die Welt der Fehlerforschung. Er beschreibt unter an-derem, wo der Ursprung vieler Fehlerliegt, warum die Wissenschaft Fehlerbraucht, die Natur sie sogar liebt, undwie es Unternehmen gelingt, eine fehlerfreundliche Kultur zu etablieren.Mit vielen Belegen aus der Forschungund gespickt mit Erfahrungsberichtenund Lebensverläufen ist das Buch einzugleich wissenschaftlich fundierteswie unterhaltsames Plädoyer für dieVorzüge der Fehlergelassenheit. Schaefer ermutigt seine Leser, den Perfektionismus, der wohl vor allem unsDeutschen irgendwie im Blut zu liegenscheint, einfach einmal abzulegen.Das Buch ist unter anderem bestellbar bei: www.randomhouse.de„Erfolg besteht darin, von Fehlschlagzu Fehlschlag zu eilen, ohne darüberdie Begeisterung zu verlieren.“Winston ChurchillBritischer Staatsmann und Nobelpreisträger(1874 –1965)btb Verlag254 Seiten9,99 Euro

06SCHWERPUNKT:FEHLERKULTUROops!Bloß keine Fehler machen? Von wegen. Viele großeErfindungen verdanken wir Fehlern und Missgeschicken. So vergaß beispielsweise der schottische Bakteriologe Alexander Fleming im Sommer1928, das Fenster in seinem Labor zu schließen, bevorer in den Urlaub fuhr. Als er zurückkehrte, stellte erfest, dass alle Bakterien, die er auf Versuchsplatten zurKultivierung aufgetragen hatte, plötzlich verschwunden waren. Schuld waren Pilzsporen, die von draußenreingeflogen waren. Der Forscher machte nach, was dieSporen vorgemacht hatten, und erfand das Penicillin– den Ursprung aller modernen Antibiotika, die gegenbakterielle Infektionen eingesetzt werden.Doch nicht nur in der Forschung herrscht das Prinzip„Trial and Error“. Auch Kinder lernen auf diese Weiseelementare Fähigkeiten. Etwa das Laufen: hochziehen,ein kleiner Schritt, hinfallen, aufrappeln, weitermachen.Immer und immer wieder. Und auch in Unternehmenkönnen Fehler dazu beitragen, neue Produkte zu ent-wickeln, Innovationen zu fördern und Verbesserungsprozesse ins Rollen zu bringen. Zumindest theoretisch.Aber bereits unser Schulsystem ist darauf ausgelegt,dass keine Fehler gemacht werden. Denn Schüler werden nach Fehlern benotet – und nicht danach, was siegewagt oder aus ihren Misserfolgen gelernt haben (sieheauch „Im Zickzackkurs zum Aha-Erlebnis“, Seite 18).Nach wie vor ist Scheitern ein Tabuthema in unsererleistungsorientierten Gesellschaft. Auf der Arbeit undprivat sprechen wir eher selten über Misslungenes.Laut einer Umfrage der Talent- und Karriereberatungvon Rundstedt fürchten immer noch viele Mitarbeiter die Reak tionen von Vorgesetzten, wenn sie Fehlerbeichten. Zwar können knapp 60 Prozent der Berufstätigen offen im Team ansprechen, wenn etwas danebengegangen ist. Doch die Folgen dieser Offenheit sindnicht immer erfreulich: Jeder Vierte hat die Erfahrunggemacht, dass bei Fehlern nicht nach der Ursache, sondern nach einem Sündenbock gesucht wird. Und knapp20 % haben den Eindruck, dass ihr Vorgesetzter ihnenFotos: Africa Studio, Ullstein Bild; Illiustration: macrovectorFehler passieren, ob wir wollen oder nicht. Der Umgang mit Misslungenemist entscheidend und zeigt, welche Fehlerkultur in Gesellschaft und Unternehmen herrscht: Wird unter den Tisch gekehrt oder aus Fehlern gelernt?

07„Der Profi machtnur neue Fehler.Der Dummkopfwiederholt seine Fehler.Der Faule und der Feigemachen keine Fehler.“OSCAR WILDEirischer Schriftsteller(1854–1900)bestimmte Aufgaben nicht mehr zuteilt, nachdem sie inder Vergangenheit schon einmal etwas falsch gemachthaben (siehe Grafik, unten).Kein Wunder, dass die Angst groß ist, Fehler zu begehen. „Jeder schleppt einen Rucksack an guten undschlechten Fehler-Erfahrungen mit sich herum: enttäuschte Blicke von Eltern und Lehrern, wütende Worteoder Abmahnungen vom Chef, den Spott der Kollegen“,sagt die Wiener Psychologin und ManagementtrainerinElke M. Schüttelkopf. Wichtig sei es, sich davon nichtlähmen zu lassen. „Wer Angst vor Fehlern hat, bleibtstehen und blockiert die eigene Weiterentwicklung. Wirmüssen anfangen, in Schule, Studium und ArbeitslebenFehler nicht als Endpunkt zu betrachten, sondern alsEreignisse in einem laufenden Lernprozess.“Daher hält die Expertin auch klassische Schulnotenfür wenig aussagekräftig: „Besser sind individuelleLeistungsbewertungen. Das kann ein Schüler gut, dageht es noch besser, wenn er dieses oder jenes wiederholt oder anders machen würde“, schlägt Schüttelkopfvor. Das gelte auch für Beurteilungen im Beruf.Fehler lassen sich nicht vermeiden. Sie passieren, obwir wollen oder nicht. Produktiv sei es dann jedoch, dieUrsachen zu ergründen und Verbesserungen zu entwickeln. „Wer Fehler verbietet, lanciert dagegen lediglichFehlervertuschung“, sagt die Expertin. Wir müsstenFehler als Fakt akzeptieren, um sie letztlich kontinuierlich zu reduzieren. „Es bringt nichts, sich nach einemFehler Selbstvorwürfe zu machen“, so SchüttelkopfFehler sind eng mit der Frage nach der Schuld undder Suche nach einem Schuldigen verknüpft. „Leiderfragen wir heute immer schnell „Wer war das?“ statt„Warum ist das passiert?“, hat die Psychologin beobachtet. Damit bekämpft man aber nur das Symptom,nicht die Ursache.In Unternehmen kann eine neue, offene Fehlerkultur helfen. „Aber die muss von Unternehmensleitungund Führungskräften vorgelebt werden. Erst dannwerden sich auch Mitarbeiter trauen, offen mit Fehlern umzugehen, statt sie wie bisher unter den Tischzu kehren oder anderen in die Schuhe zu schieben“,sagt Sabine Sikorski. Die Organisatorin der MünchnerFail Night, bei der Menschen öffentlich über ihr Scheitern im Beruf und Privatleben erzählen, ist überzeugtdavon, dass solche Veranstaltungen helfen, den gesellschaftlichen Blick auf misslungene Projekte zu ver-WIE BEWERTEN DEUTSCHE ARBEITNEHMER DIE FEHLERKULTUR IN IHREM UNTERNEHMEN?51%25 %60 %25 %Wenn Fehler gemachtwerden, analysieren wirdiese gemeinsam, umdaraus zu lernen?Mein Vorgesetzter schiebtdie Schuld für eigene Fehleroft auf andere MitarbeiterWenn ich einen Fehlergemacht habe, kann ich dasoffen im Team ansprechenWenn etwas schiefläuft,wird nicht nach der Ursache, sondern nach einemSündenbock gesuchtQuelle: Talents & Trends, Februar 2016: von Rundstedt befragte gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACTAG in einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung rund 1.000 Personen (n 654, Berufstätige in Voll- und Teilzeit)

08SCHWERPUNKT: FEHLERKULTURändern – wenn auch nur sehr allmählich (sieheInterview „Die Gründerszene hat Scheitern salonfähig gemacht“, Seite 9).In den Köpfen mancher Manager ist aber auchbereits angekommen, dass es ohne Fehler keineInnovationen geben kann. So forderte jüngst ClaudiaNemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, ineinem Spiegel-Interview die Einführung von sogenanntenFuck-up Days – angelehnt an eben jene Fuck-up Nights,wie Sabine Sikorski sie in München organisiert. Tage also,an denen über alle Dinge im Unternehmen gesprochenwerden darf, die schiefgelaufen sind. „Es geht dabei nichtum eine Du-bist-schuld-Kultur, sondern darum, gemeinsam herauszufinden, was das Unternehmen aus den gemachten Fehlern lernen kann“, sagt Nemat.„Wer noch nie einenMisserfolg hatte, hatnoch nie etwasNeues versucht.“ALBERT EINSTEINWissenschaftler dertheoretischen Physik(1879–1955)Am Umgang mit seinen eigenen Fehlern kann jederEinzelne arbeiten (siehe auch „Sorry, mein Fehler“,„Scheitern ist einfachnur eine Möglichkeit,es nochmals zu versuchen.Dieses Mal intelligenter.“HENRY FORDvisionärer Autohersteller(1863–1947)Seite 12). Ist einem am Arbeitsplatz oder auch im Privatleben ein Fehler unterlaufen, rät Trainerin Schüttelkopf zur Flucht nach vorn: „Am besten ist es, ruhig undsachlich die Fakten zu benennen – und sein Bedauernzum Ausdruck zu bringen.“ Gute Führungskräfte sehenauf diese Weise, dass der Mitarbeiter zwar etwas falschgemacht hat, aber mit der Situation und seinen Fehlernrichtig umgeht.Idealerweise findet aber auch der Vorgesetzte die richtigen Worte, etwa „Danke, dass Sie mich gleich informiert haben.“ Das schafft eine gute Kooperationsbasis– und einen ersten Schritt für die wichtige Ursachenforschung.Und die ist wichtig, damit am Ende für alle geltenkann: Aus Fehlern wird man klug.Katja Stricker61%EINMAL GRÜNDER, IMMER GRÜNDER wieder ein Start-up gründenNur ein Viertel der gescheiterten Unternehmer würden alsAngestellte arbeiten wollen. Was Gründer tun würden, wennihr aktuelles Unternehmen keinen Erfolg hat?!24 % als Angestellter arbeiten9% als Freelancer arbeiten4% mich als Investor engagieren2% nicht mehr arbeitenQuelle: Deutscher Startup-Monitor 2016; Zahlen gerundet

09DIE GRÜNDERSZENE HAT SCHEITERN SALONFÄHIG GEMACHTunsicher sind und zweifeln. ImNachhinein hilft es häufig, endlichmit einer Geschichte abzuschließen.Dieser Katharsis-Charakter, also dieReinigung oder Befreiung von einerAltlast, ist sicherlich das Erfolgsgeheimnis der Fail Nights.Wie reagiert das Publikum?Sabine Sikorski,Organisatorin der MünchnerEpic Fail NightsBei den Münchner Fail Nights drehtsich alles ums Fehlermachen undScheitern.Richtig. Vier- bis fünfmal im Jahrerzählen drei Redner in einer Münchner Bar oder Kneipe ihre ganz persönliche Geschichte vom Scheiternund – ganz wichtig: wie sie wiederaufgestanden sind und was sie daraus gelernt haben.Illiustration: macrovector / USC; Fotos: Getty Images, Wikiwand.com, Epic Fail Night / Sebastian Lehner, Raimund VerspohlWas sind typische Fehler, von denendie Menschen bei Ihnen berichten?Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren Veranstaltungen kommenbei uns nicht nur fehlgeschlageneUnternehmensgründer zu Wort,sondern wir decken die ganze Bandbreite des Scheiterns ab. Es geht umgescheiterte Ehen, Kündigungen,Selbstüberschätzung bei Projekten,aber auch falsche Studienwahl oderKarriereentscheidungen.Wie schwer ist es, Redner zu finden?Einfacher als gedacht. Das liegt vielleicht daran, dass wir letztlich alleschon einmal irgendwo gescheitertsind – und wir auch niemanden dazu drängen, über seine Schmerzgrenze zu gehen. Wir wollen keinenbloßstellen. Jeder Redner soll selbstentscheiden, wie viel er erzählenmöchte. Wichtig ist uns nur, dass essozusagen eine Art Happy End gibt –eine Lehre aus den Fehlern.Hilft es den Rednern, über ihreFehler zu reden?Auf jeden Fall. Bisher war das Feedback durchweg positiv – auch wennkurz vor dem Auftritt viele nochFür die Zuschauer relativieren dieGeschichten die eigenen Fehler.Plötzlich fühlt man sich mit seiner Unvollkommenheit wenigerallein. Zu unseren Events kommenzwischen 80 und 200 Zuhörer, diemeisten sind zwischen 30 und 40Jahre alt. Das ist kein Wunder, dennin dieser wichtigen Umbruchsphaseim Leben treffen wir alle täglichviele berufliche und private Entscheidungen – und machen entsprechendauch jede Menge Fehler.Schock für mich, letztlich hat es abereine spannende Wende in meinemLeben gebracht. Ich habe danachden Schritt in die Selbstständigkeitgewagt. Meine Geschichte habe ichauch bei einer unserer Fail Nightserzählt und dabei gemerkt, wie vielMut es kostet, sein Scheitern öffentlich zu machen.Das Interview führte Katja StrickerIst Scheitern immer noch ein Tabuthema in Deutschland?Es wandelt sich langsam: Die Gründerszene hat Scheitern salonfähiggemacht. Da gehört es fast zumguten Ton, über seine Fehlschlägezu reden. Aber sicher leistet auchunser Veranstaltungsformat einenBeitrag. Früher haben wir immernur über unsere Erfolge gesprochen;mich hat die Idee, übers Scheitern zusprechen, sofort fasziniert.Wie könnte eine neue Fehlerkulturbeispielsweise in Unternehmenaussehen?Wenn sich der Umgang mit Fehlernändern soll, müssen Chefs und Vorgesetzte das vorleben. Erst dannwerden sich auch Mitarbeiter trauen,offen mit Fehlern umzugehen, stattsie wie bisher unter den Tisch zukehren oder anderen in die Schuhezu schieben. Noch haben vieleAngestellte einfach Angst, dass Fehlentscheidungen bei der nächstenGehaltsverhandlung auf den Tischkommen – und beispielsweise denBonus, die Beförderung oder Vertragsverlängerung gefährden.Sind Sie auch schon einmal gescheitert?Natürlich. Mir ist vor einigen Jahrenin der Probezeit gekündigt worden. Ich war bei einem Start-upeingestiegen und dachte wirklich:Das könnte mein Traumjob werden.Falsch gedacht, nach drei Monatenwar Schluss. Das war zunächst einFuck-up NightsLass uns übers Scheitern reden: Genau daspassiert bei den sogenannten Fuck-up Nights.Erfunden im Jahr 2012 in Mexico City, dient dasEvent heute weltweit als Plattform in ersterLinie für fehlgeschlagene Jungunternehmer.Vor einem Publikum berichten sie von ihrenErfahrungen, von ihren Fehlern und was sie daraus gelernt haben. Mittlerweile gibt es Fuckup Nights in mehr als 250 Städten und rund 80Ländern weltweit. Auch in Deutschland findenin vielen Großstädten wie Berlin, Stuttgart,Köln, Leipzig, Frankfurt und München ähnlicheVeranstaltungen statt. Die Münchner VersionEpic Fail Night (siehe Fotos oben) hat SabineSikorski gemeinsam mit einigen Mitstreiternvor drei Jahren ins Leben gerufen.Neben der ehrenamtlichen Organisation desEvents arbeitet Sikorski selbstständig als digitale Content-Strategin und berät Unternehmen.Die nächsten Termine der Epic Fail Night unterwww.facebook.com/epicfailnight/

10IMMOBILIENNicht nur dieZINSENentscheidenDie Chancen, das Eigenheim günstig zu finanzieren,waren selten besser. Doch es wäre ein Fehler zuglauben, es käme nur auf die Zinsen an. Was einguter Kreditvertrag alles können sollte.Des einen Leid, des anderen Freud.Mit Blick auf die Zinsständemacht klassisches Sparen momentan zumindest aus Renditegesichtspunkten eher wenig Spaß. Wer hingegen in Betongold investieren will, findetparadiesische Konditionen vor. „Auchwenn sich zuletzt wieder leichte Aufwärtstendenzen bei den Zinsen zeigten,lassen sich Immobilien so günstig finanzieren wie kaum zuvor“, sagt Paul Reitzle, Teamleiter der Baugeldberatung beider PSD Bank München.Doch niedrige Bauzinsen hin oderher – allein von den guten Rahmenbedingungen sollte sich niemand zu einemüberstürzten Hauskauf verleiten lassen.„Selbst in einem so idealen Marktumfeldwie dem jetzigen sollte stets das Objektund nicht der Zinssatz entscheiden, obman kauft oder nicht“, warnt der Experte.Zwar seien Immobilien derzeit so gefragt,dass man gerade im Großraum München oder Augsburg nahezu jedes Objektwieder an den Mann bringen könne. Obdas aber auch in Zukunft so bleibt, seizweifelhaft. Deshalb sollten Interessenten auch in Zeiten extremer Niedrigzinsen nur eine Immobilie kaufen, die ihrenBedürfnissen entspricht – und in die siejederzeit selbst einziehen würden.Ein weiterer wichtiger Faktor für dengelungenen Immobilienkauf: die richtige Kalkulationsgrundlage. Dazu solltensich Interessenten zunächst klarmachen,welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen. „Wer billig Schulden machen kann,kann sich zunächst natürlich auch eine höhere Kaufsumme leisten“, erklärtReitzle. Kunden bekommen also mehrHaus für weniger Geld. Bedenken sollten angehende Eigenheimbesitzer dabeiaber stets, dass sie auch noch die Nebenkosten des Immobilienerwerbs stemmen müssen: Neben dem Kaufpreis sinddas Grunderwerbsteuer (3,5 % in Bay-Gegen einengeringen Zinsaufschlag von 0,05 %lässt sich die Sondertilgungsoptionbei PSD BauGeldauf 10 % erhöhen.Stand: 01.09.2017ern), Notargebühren (1 bis 1,5 % desKaufpreises) und gegebenenfalls Maklercourtage (3 bis 6 % des Kaufpreises).Bevor sich die eigentliche Finanzierungplanen lässt, ist es daher wichtig, die zuerwartenden Gesamtausgaben zu ermitteln. Bei einem Kaufpreis von 400.000Euro kommen im schlimmsten Fall Ne-benkosten von 52.000 Euro auf den Erwerber zu.Steht fest, wie hoch die Finanzierungssumme ist, sollten Bauherren überlegen,wie – und vor allem wie schnell – sieihre Schulden wieder loswerden. Denndie niedrigen Zinsen lassen sich in zweierlei Richtungen nutzen: Entweder derKunde nutzt die Zinsersparnis, um einen höheren Tilgungssatz von 3 % odermehr zu stemmen. In dem Fall zahlt erden Kredit entsprechend zügig ab. Oderer entscheidet sich für eine gemächlicheTilgung mit vergleichsweise moderatenRaten, weil er sich mehr nicht leistenkann oder will.Welche Variante die sinnvollere ist,hängt maßgeblich von der persönlichenLebenssituation ab. Ausgehend von derFaustregel, dass ein Eigenheim spätestens beim Renteneintritt abbezahlt seinsollte, empfiehlt es sich für ältere Bauherren lieber zügig zu tilgen. JüngereSemester können sich mehr Zeit lassen.Entsprechend wichtig ist neben der Zinshöhe aber eben auch, was der Vertragin Sachen Tilgung regelt und zulässt.Optimal für alle, die an dieser Stelleflexibel bleiben wollen, sind Verträge,die variable Raten und/oder (Sonder-)Tilgungsoptionen enthalten. Wer proJahr etwa standardmäßig 2 % der Kaufsumme tilgt und zudem eine Sondertilgungsoption von zusätzlichen 5 % vereinbart hat, kann bei einem Kredit über300.000 Euro ganz nach seiner jewei-

11NIEDRIGER ZINSSATZ UND FLEXIBLETILGUNG SIND WICHTIG96%!Das wichtigste Kriterium bei der Finanzierung ist laut einer Verbraucherumfrage der Zinssatz. 96 % stufen ihn als„sehr wichtig“ oder „eher wichtig“ ein.90%Die Zinsfestschreibung über diegesamte Laufzeit und eine flexibleRückzahlung, etwa durch Sondertilgungen, sind für knapp über 90 %entscheidend.80%Etwa 80 % wünschen sich dieMöglichkeit, Ratenpauseneinzulegen sowie eine langeKreditlaufzeit zu wählen, umdie Belastung variabler und infinanziell schwierigeren Zeitenniedrig halten zu können.Quelle: PSD Bank Nord eGligen Kassenlage entscheiden, ob er seine Schulden um 6.000 Euro pro Jahr tilgtoder lieber die Sondertilgungsoptionzieht und den Kredit darüber um bis zu21.000 Euro pro Jahr abbezahlt. „Gegeneinen Zinsaufschlag von 0,05 Prozentlässt sich die Sondertilgungsoption sogarauf 10 % pro Jahr erhöhen“, sagt PSD Experte Reitzle (Stand: 01.09.2017). „DieseVariante ist vor allem für Kunden interessant, die mit einer Erbschaft oder derAuszahlung einer Lebensversicherungrechnen können – Geld, das sie dann zurSondertilgung einsetzen können.“Judith MeisterPLÖTZLICH GEHT EIN LICHT AUF!Paul Plötzlich ist ein waschechter Finanzversteher. Und als solcher kanner zum Beispiel auch in ganz einfachen Worten erklären, wie ein Bausparvertrag funktioniert. Schauen Sie doch einfach mal in seine Filme rein.Alle Filme vonPaul Plötzlich:www.psdmuenchen.de/ErklärfilmeFoto: detailblick-foto, PSD Bank München eGNoch flexibler bleiben Bauherren, wennihr Vertrag auch die Möglichkeit einerTilgungsanpassung enthält. „Der BauGeld-Kredit der PSD Bank München erlaubt es zum Beispiel, die Tilgungshöhewährend einer zehnjährigen Zinsbindung einmal nach oben und einmal aufdie ursprüngliche Tilgungshöhe zurückzuverändern“, erläutert Reitzle. DiesesModell ist einerseits für junge Familienempfehlenswert, kann sich aber auch fürSenioren lohnen: Wer seine Tilgungsrate bei finanziellen Engpässen drückenkann, in guten Zeiten dafür umso emsiger tilgen möchte, zahlt für diese Flexibilität zwar einem Zinsaufschlag von0,01 % (Stand: 01.09.2017). Dafür aberhat er schon bei Vertragsschluss sichergestellt, dass der Weg ins Eigenheim soentspannt und sorgenfrei wie möglichverläuft. Und diese Gewissheit ist mitGeld nicht zu bezahlen.

12KOMMUNIKATIONMEINFEHLER!Irren ist menschlich, P

Telefon: 0821 5049-4104 Druck: Repa Druck, 66131 Saarbr cken . halten sie bei jedem Einsatz der Kreditkarte im Inland eine kos - tenlose Push-Benachrichtigung, bei Eins tzen im Ausland eine . Postbank Ð ist zum Teil erheblich. N icht nur im Gesamtergebnis, auch in den f nf abge -