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Mir z'liebDie Kundenzeitschrift der EGK-Gesundheitskasse14. Jahrgang I Januar 2009BauchgefühleWie wir den Darm in Schwung bringenVitaminbombeSprossen – Energielieferanten im WinterGardi HutterClownin mit Herzwww.egk.ch

2Mir z'liebEditorial«Euch z’lieb»Liebe Leserinnen und Leser12 Mal im Jahr haben wir das Vergnügen, Ihnen eine neue Ausgabedes «Mir z’lieb» zu präsentieren. Der Wunsch, Sie zu informierenund zu unterhalten, steht bei unserer Themenwahl immer an ersterStelle. Ganz besonders freut es uns jeweils, wenn wir interessanteund spannende Anregungen von Leserinnen und Lesern entgegennehmen dürfen.Yvonne ZollingerGreifen Sie zum Kugelschreiber oderin die Tasten!Schreiben Sie uns bitte, wenn Sie Ergänzungen oder Einwände gegen die im«Mir z’lieb» publizierten Texte haben!Die Redaktion freut sich auf Ihre Post,ob als Brief oder ion «Mir z’lieb»,Postfach 3634501 [email protected] den letzten Jahren hat sich das «Mir z‘lieb» vom schmalen Einschub im «Natürlich» zur eigenständigen Kundenzeitschrift entwickelt. In dieser Zeit haben wir immer wieder kleine Veränderungenvorgenommen, die unter anderem auch der Leserfreundlichkeitdienten. Im letzten Jahr wurde zum Beispiel die Schrift leicht vergrössert, um das Lesen für Sie angenehmer zu machen. Auch fürdas kommende Jahr haben wir uns ein paar Neuerungen ausgedacht.Am veränderten Erscheinungsbild des «Mir z’lieb» sehen Sie, dassdavon schon einiges umgesetzt wurde.Zum neuen Layout kommen neue Inhalte. So stellen wir im RessortFokus jeweils ein Thema aus den Bereichen Gesellschaft und Gesundheit in den Mittelpunkt. Unter der Rubrik EGK-Kompetenzzentrum können Sie jeden Monat eine Auswahl der interessantestenFragen und Antworten rund um die Naturheilkunde nachlesen. DieStiftung für Naturheilkunde und Erfahrungsmedizin, SNE, informiert Sie auf einer eigenen Seite über ihre Projekte. Die letzte Seitehaben wir ganz für die Kinder reserviert. Hier gibt es Rätsel, Spassund Wettbewerbe mit tollen Preisen.Wir hoffen, dass Sie auch 2009 wieder viel Interessantes, Nützlichesund Unterhaltsames im «Mir z’lieb» finden werden und wünschenIhnen ein wunderschönes neues Jahr.Yvonne ZollingerRedaktionsleitungMir z’liebImpressum: Mir z’liebHerausgeberin: EGK-GesundheitskasseInternet: www.egk.chRedaktionsleitung: Zett Corporate Publishing, Yvonne ZollingerVerantwortlich: GfM AG, Bruno MosconiLektorat/Koordination: GfM AG, Marianne De ParisRedaktion: Walter Hess, Petra Mark Zengaffinen, Mitra DeviGestaltung: Ingold Design, Stephan Ingold, Caroline DiethelmFoto Titelseite: Adriano HeitmannE-Mail: [email protected]ür unverlangt eingesandte Manu skripte, Fotos oder Illustrationenübernimmt die Herausgeberin keine Haftung.

InhaltDie Feiertage sind nicht spurlos an unsvorübergegangen: fettes Essen, süsseSpeisen. Was unser Darm davon hält, zeigter oft schneller, als uns lieb ist.4Wenn im Winter das Angebot an Frischprodukten eingeschränkt ist, bietenselbst gezogene Sprossen eine willkommene Abwechslung auf dem Teller.8FokusBauchgefühle4GesundheitDie Vitaminbombe aus dereigenen Küche8KompetenzzentrumSie fragen, wir antworten11ReiselustFortschritt auf dem Narrenschiff12SNE News15KolumneChind und Chegel16InterviewClownin Gardi Hutter17Kinderseite2017Gardi Hutter versteht es, als Clownin dieMenschen zum Lachen zu bringen. IhrHumor wird auch in China, Russland undBrasilien verstanden.3

4Mir z'liebFokusDarmgesundheitBauchgefühleDie Feiertage sind nicht spurlos an uns vorübergegangen: fettige Speisen, süsse Naschereien – und von allem viel zu vielgegessen. Was unser Darm davon hält, spüren wir oft schneller, als uns lieb ist: Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfallund vieles mehr. Das Bedürfnis nach Entlastung und Reinigungkommt auf. Doch wie reinigt man den Darm?Bauchschmerzen – wer kennt das nicht? Ärger,Stress oder Angstgefühle führen ganz schnell zueinem komischen Gefühl im Bauchraum. Kinderreagieren fast prompt auf psychische Belastungenjeglicher Art mit dem stets gleichen Schmerz:«Bauchweh!» Kein Wunder – unser MagenV o n P etra M ark Z engaffinenFoto: iStockphoto, Lorelyn MedinaDarmtrakt hat sehr viel mit dem Gefühlszentrumzu tun. Auch die Intuition sitzt im Bauch. Werseinem Bauchgefühl vertrauen kann, der erhältwertvolle Informationen. Diese gehen aber nichtdirekt an das Gehirn. Unser Bauchgedächtnis hatviel mit dem Unbewussten zu tun. Umgekehrt gehen sehr viele Nervenstränge vom Gehirn in denDarmbereich. Vor allem Stress und Leistungsdruck setzen unserem Darm mächtig zu. SensibleMenschen, die es verlernt haben, auf diese Alarmsignale zu hören, leiden schnell unter Verdauungsstörungen. Diese Störungen sind «Aufstossen», Flatulenz, Blähungen und Bauchkrämpfe.Doch es muss nicht sein, dass die Geisseln derÜberflussgesellschaft wie Reizdarmsymptomatik,Morbus Crohn oder sogar Darmkrebs über unshereinbrechen.Gute Freunde – schlechte FreundeUnd noch andere Faktoren bewirken ein Unwohlsein: Mit ihrer Gesamtoberfläche von zirka400 Quadratmetern ist die Darmschleimhaut diegrösste Kontaktfläche zur Umwelt. Egal, was wiran Nahrungsmitteln aufnehmen: Die Darmwandmuss sich damit auseinandersetzen und entschei-

Fokusden, was ausgeschieden wird und was nicht. Abernur ein gesunder Darm mit einer intakten Schleimhaut kann die lebenswichtigen Mikronährstoffeaufnehmen und Gifte zur Ausscheidung bringen.Doch so einfach ist das nicht: Bei vielen Menschenist diese hoch spezialisierte Schleimhaut äusserstverschlackt und belastet und dadurch in ihrerFunktion eingeschränkt. Naturärzte sprechen sogar von betonharten Schichten, die sich jahrelang dort ablagern, wo einmal natürliche Darmschleimhaut war. Die Kleinstlebewesen (Mikroorganismen), die sich in sogenannte gute undschlechte Bakterien aufteilen, können ihren Dienstnur noch unbefriedigend verrichten. Die freundlichen, die eigentlich 80 Prozent ausmachen sollten, sind bei vielen von uns heute in der Minderzahl. Diese produzieren in erster Linie Milchsäure,aber auch Essigsäure, Verdauungsenzyme und Vitamine; die uns weniger dienlichen Kolibakterien,zu denen beispielsweise der Campylobacter undder E. coli gehören, bewirken übel riechende Ausscheidungen. 500 verschiedene Bakterienartenleben in billionenfacher Anzahl in den innerenDarmwänden, auch Darmflora genannt. Ein gutesZusammenspiel zwischen diesen ist das A und Ofür eine gut funktionierende Verdauung und nichtzuletzt für unser Wohlbefinden.Wir sind was wir essenVerheerend sind oft unsere Essgewohnheiten:Nicht nur das hastige Hinunterschlingen stresstColon-Hydro-TherapieDer Patient liegt bequem in Rückenlage auf einerBehandlungsliege. Durch ein Kunststoffröhrchenfliesst Wasser mit unterschiedlichen Temperaturenin den Darm ein. Über ein geschlossenes System wirddas Wasser und der gelöste Darminhalt durch einenAbflussschlauch geleitet. Mit einer sanften Bauchdeckenmassage kann der Therapeut vorhandene Problemzonen ertasten und das einfliessende Wassergenau in diesen Bereich lenken. Die Colon-HydroTherapie erreicht dadurch eine inten sive, gründlicheReinigung und Sanierung des Dickdarmes. Die auflösende Wirkung des Wassers und die gleichzeitigeWarm-Kühl-Reizung des Darmes bewirken, dass dieser wieder zu arbeiten beginnt und selbsttätigden angesammelten und stagnierten Darminhaltweiterbefördert. Das geschlossene System verhindert, dass sowohl für den Patienten als auch für denTherapeuten unangenehme Erscheinungen, in Formvon Gerüchen etc., entstehen.www.dr-klatt.de/darm-sanierung.htmdie Darmflora – denn die Bakterien haben keineZeit, die gewaltige Nahrungsmenge zu bewältigen. Auch mit der Zusammensetzung unseres Essens hat der Darm Mühe. Er kämpft sich mitFleischresten herum, die sich oft länger in ihmbreitmachen. Alle zivilisationsgeschädigten Nahrungsmittel stehen für die Darmflora auf derschwarzen Liste: also die Esswaren, die Konservierungsmittel, Farbstoffe und Geschmacksverstärker enthalten; alles, was vorgekocht und haltbargemacht wurde. Und auch die Speisen, die ausWeissmehl, Zucker und Milch gemacht werden.Diese nicht mehr naturbelassenen Stoffe belastenoder verschleimen unseren Darm. Leider sindauch die vielgeliebte Schokolade und der Alkoholein Stressfaktor. Gärungen und Blähungen sinddie Folgen.Viele Heilpraktikerinnen und Heilpraktikerführen Körpergerüche, Hautunreinheiten, Müdigkeit und Infektanfälligkeit auf dieses gestörteVerhältnis in der Darmflora zurück. Sogar Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Allergien werden damit in Verbindung gebracht. Nichtzuletzt, weil sich ca. 70 Prozent des Immunsystems im Darm befinden. Sie empfehlen ein Ausleitungsverfahren zur Rettung des kostbaren Körperbereichs.Darmsanierung – Grossputz im BauchKaum jemand wagt es heute noch, ungeduschtaus dem Haus zu gehen; Sauberkeit wird bei unsgrossgeschrieben. Da stellt sich die Frage: Wie reinigt man seinen Darm? Der Darm ist ein heikles Organ. Daher sollte eine DarmreinigungAndrea Peters «sieht»mit den Fingerspitzendie Befindlichkeit gewisser Darmbereiche.5

Mir z'liebFokusNur eine intakteSchleimhaut kannihre Filterwirkungleisten.gefühl vermitteln, eine echte Darmsanierungnimmt aber mindestens 4 bis 6 Monate in Anspruch, wenn sie professionell begleitet wird. Unddie Sanierung geht schonend vonstatten.Andrea Peters aus Baar (LU) ist eine erfahreneHeilpraktikerin, und dem Magen-Darm-Traktwidmet sie bei ihren Behandlungen grösste Aufmerksamkeit. Eine bekannte Aussage von Paracelsus lautet: «Der Tod sitzt im Darm», oder sagen wires besser: «Die Wurzel der Gesundheit sitzt imDarm».Foto: iStockphoto, Chris Dascher6Die Bauchmassageist eine hilfreiche Methode.durch einen ausgebildeten Heilpraktiker oderArzt begleitet werden. Schnell können bei un fachgemässer Behandlung jahrzehntealte Giftstoffe aufgewirbelt werden und mehr Schadenanrichten, als wenn man sie hätte ruhen lassen.Man muss sich im Klaren sein: Uralter Dreck gehtnicht in ein paar Stunden weg. Da können einpaar Einläufe oder sogar eine Colon-Hydro-Therapie (siehe Erklärung) zwar ein gewisses Frische-Gesunder Darm – gesundes Leben«Man kann dem Darm nicht genug Beachtungschenken», lehrt Andrea Peters, wenn sie an denverschiedenen Heilpraktikerschulen doziert.«Wenn ich eine Darmsanierung durchführe, ist esauch wichtig zu betrachten, welche anderen Faktoren noch einen Einfluss haben könnten. Hatz. B. jemand eine hohe Schwermetallbelastung,kann dies eine antimikrobielle Wirkung, das heissteine vermindernde Wirkung auf die Mikroorganismen der Darmflora haben. Dann können zumBeispiel Candidastämme überhandnehmen unddas physiologische Gleichgewicht der Darmfloraverschieben, was sich auf den gesamten Organismus ungünstig auswirken kann. Sind mehrereStör faktoren vorhanden, reicht eine Behandlungalleine mit Probiotika nicht aus», sagt die Heil-

Fokuspraktikerin. Sie macht darauf aufmerksam, dassauch andere Herde im Körper den Darm dauerndstören können. Neben Ernährungsfaktoren undzunehmenden Umweltbelastungen, ist Bewegungsmangel ein weiterer Grund für viele Störungen. Andrea Peters empfiehlt neben einer LaborStuhlanalyse den Aufbau der Darmflora, aberauch verschiedene Ausleitverfahren, wie z. B. dieColon-Hydro-Therapie, die jahrelang angesammelte Schlacken und in den Darmkrypten angesammelten alten Kot zur Ausscheidung bringtund damit eine immense Unterstützung zur Entgiftung des Körpers leisten kann.Mentale und physische Verdauunghängen zusammenAndrea Peters meint: «In der ganzheitlichenSichtweise sind der obere Verdauungspol (Verdauung und Verarbeitung mentaler und geistigerInhalte) und der untere Verdauungspol (Verdauung stofflicher Inhalte – Nahrung) voneinanderabhängig. Oft finde man bei Menschen, die übermässig grübeln und studieren, eine aus demGleichgewicht gekommene Verdauung. Typischsei dabei das Erwachen um ca. 5 Uhr morgens,dann habe der Dickdarm seine höchste Aktivität.Aber auch das Erwachen in der Nacht, wenn dieLeber aktiv ist, genauso wie EinschlafstörungenWeiterführende Links und Literatur Rubin/Schutt, Hauptsache gesund, Volkskrankheiten – wie Medizinund Natur helfen und heilen. Rowohlt Taschenbuch Verlag und VERLAGim KILIAN 2004. ISBN 3 499 61930 X Kruis/Rebstock, Wirksame Hilfe bei Reizdarm-Syndrom.Karl F. Haug Fachbuchverlag 2002. ISBN 3 830 43023 X Sieg, Darmkrebs verhindern. Schlütersche 2004. ISBN 3 899 935012 Becker, Chronisch entzündliche Darmerkrankungen:Morbus Crohn/Colitis ulcerosa. Medpharm Scientific 2003.ISBN 3 887 630521können einen Zusammenhang mit der Verdauung haben.Eine Darmreinigung, oder besser gesagt, eineDarmentlastung kann über verschiedene Methoden angegangen werden, z. B. über eine Ernährungsumstellung mit unterstützender Einnahmevon Probiotika und Mikronährstoffen. Auch eineFastenwoche mit hohen Einläufen oder mit derEinnahme von Bittersalzen zum Abführen hat einen entlastenden Effekt in Bezug auf die Ausscheidung von Stoffwechselschlacken. Die Methode der Colon-Hydro-Therapie ist eine Darmspülung mit stark entlastender Wirkung für dengesamten Organismus. Foto: iStockphoto, Sebastian KaulitzkiDen Teufelskreis durchbrechenSie weist darauf hin, dass die Leberbelastung beimangelnder Darmtätigkeit steigen kann. Auch dieim Alter zunehmend eingeschränkte Funktion derBauchspeicheldrüse und der daraus resultierendeMangel an Verdauungsenzymen hätten einen ungünstigen Einfluss auf den Darm. Dies wiederumkönne zu schlechter Aufschliessung der Nahrungmit nachfolgender Gärung führen. Die Darmwände (Schleimhaut) könnten dabei Schaden nehmenund sich entzünden oder durchlässig werden. Dabei entsteht ein Teufelskreis, der wiederum zu verschiedenen Symptomen führen kann, die vonAllergien bis zu Depressionen reichen. «Stress istein ganz wichtiger Faktor beim Thema Darmgesundheit», sagt Andrea Peters. «Denn er hat Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Ein Anteildieses Nervensystems, nämlich der Parasympathikus, dominiert die Verdauungsfunktionen. SeinGegenspieler, der Sympathikus, wird bei Stressreizen erregt. Hat ein Mensch viel Stress zu bewältigen, können aufgrund der vermehrten Sympathikus-Aktivität die Verdauungsvorgänge nicht mehrrichtig ablaufen.»Leider können wir uns in unserer hektischenZeit und bei unserer Lebensweise dem Stress nichtimmer entziehen – zu viele Reize müssen «verdaut» werden und schlagen uns nur zu oft auf denMagen.7Im Darmbereichsitzen 70 % desImmunsystems.

8Mir z'liebGesundheitDie Vitaminbombe ausder eigenen KücheSelbst gezogene Sprossen sind nicht nur gesund, sie schmecken auchausgezeichnet. Wenn im Winter das Angebot an Frischprodukten eingeschränkt ist, bieten die kleinen Wunderpflänzchen eine willkommene Abwechslung auf dem Teller. «Mir z’lieb» zeigt, wie’s geht.Ob mild, pikant, herb oder scharf, frischeKeimlinge geben fast jedem Gericht das gewisseEtwas. Seien es bunte Blattsalate mit Rettichsprossen, Suppen mit gekeimten Mungobohnen, SandV o n M itra D eviwiches für unterwegs mit Sonnenblumenkeimlingen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.Manche mögen sie zur Garnierung von warmenSpeisen, Saucen und Gemüsegerichten, für anderesind sie Würzkräuter in Salatdressings oder Zugaben im Hüttenkäse oder Kräuterquark.Mit wenig Geld und kleinem Aufwand lassensich aus harten Körnern und Samen schmackhafte Sprossen produzieren, deren Vitamin- und Mineralstoffgehalt sich während des Keimprozessesum ein Vielfaches erhöht. Zum Verspeisen eignensich alle Arten, die schnell keimen, ungiftig undgut verträglich sind. Man unterscheidet Gemüsesprossen (wie z.B. Rettich, Broccoli, Zwiebeln),Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Mungobohnen), Getreide (Weizen, Dinkel, Roggen) sowie Ölsamen (geschälte Sonnenblumen- undKürbiskerne, Sesam).Fotos: Mitra DeviAlfalfa – die Königin der SprossenEin besonderes Grünkraut macht seit Jahrenvon sich reden: Es ist die Luzerne, auch Alfalfagenannt. Ihr Samen ist winzig, hellbraun undbirgt eine kraftvolle Energie, die sich in wenigenTagen zu einem wahren Wunderwerk entfaltet.Eine halbe Tasse Alfalfa-Sprossen enthält dengleichen Vitamin-C-Gehalt wie sechs Gläserfrisch gepresster Orangensaft. Alfalfa ist ausserdem reich an den Vitaminen A, B-Komplex, E,H und K sowie an Chlorophyll, Kalzium, Eisen,Magnesium und allen essentiellen Aminosäuren.Die Luzerne wird in vielen Ländern als Viehfutter angebaut. Sie gehört zu den Leguminosen, kannbis zu einem Meter hoch werden und mehrere Meter tiefe Wurzeln entwickeln, was sie robust gegenDürre macht. Bereits 470 v. Chr. gelangte sie vonPersien nach Griechenland, vorerst als Futterpflanze, später für den menschlichen Verzehr. Ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften sind schonlange bekannt. Laut amerikanischen Studien regtAlfalfa nicht nur den Stoffwechsel an, sondernwirkt ausserdem bei rheumatischen Krankheitenabschwellend und schmerzlindernd. Zusätzlichenthält sie pflanzliche Hormone, die gegen Wechseljahrbeschwerden helfen können. Damit stelltsie eine Alternative oder Ergänzung zu herkömm lichen Therapien dar, und dies auch noch ohne jegliche Nebenwirkungen. Eine Ladung geballteGesundheit also, die aus der modernen Vollwertküche nicht mehr wegzudenken ist.Linsen, Weizen, BockshornkleeAuch andere Sorten eignen sich vorzüglich alsVitalstofflieferanten und runden viele Menüs köstlich ab. Mungobohnen, früher fälschlicherweise

Gesundheitsich in dieser kurzen Zeit ebenfalls um ein Vielfaches. Auch Quinoa, ein südamerikanisches, inEuropa noch nicht so lange bekanntes Getreide,ist keimfähig und unkompliziert in der Anzucht.Einzig geschälte Getreidesorten wie beispielsweiseweisser Reis haben ihre Keimfähigkeit verloren.So wird’s gemachtIm Gegensatz zur Gartenkresse, die in der Erdewächst, Wurzeln bildet und später mit dem Messer oder der Schere geschnitten wird, kommen alldie hier vorgestellten Sprossen ohne Nährbodenaus. Wasser genügt ihnen zum Wachstum. Sorten, die grüne Blättchen entwickeln sollen, wieRadieschen, Rucola oder Alfalfa, benötigen zusätzlich Licht. Am besten lässt man sie auf demFenstersims keimen. Hülsenfrüchte und Körnerhingegen gedeihen ebenso gut an einem dunklenOrt.Und so gehen Sie vor: Weichen Sie abends dasSaatgut in genügend Wasser ein. Für eine PortionAlfalfa reicht ein Teelöffel Samen aus, da sich diePflänzchen sehr voluminös entwickeln, von anderen nehmen Sie mehrere Tee- oder Esslöffel voll.Morgens das Wasser abgiessen und die inzwi-Sojabohnen genannt, werden häufig in der asiatischen Küche verwendet. In Suppen, japanischenNudelspeisen oder chinesischen Gemüse- undReisgerichten verleihen die ohne Licht gezogenenund deshalb bleichen Sprossen der fernöstlichenKochkunst einen unverwechselbaren Geschmack.Beim Erhitzen verlieren die Keimlinge zwar etwas von ihren wertvollen Inhaltsstoffen, doch diegesundheitlichen Vorteile sind auch in gekochtemZustand in ausreichendem Mass vorhanden. Andere Hülsenfrüchte, die nicht nur geschmacklich,sondern auch optisch zum Genuss anregen, sinddie eiweissreichen Kichererbsen und Linsen.Ebenfalls sehr beliebt ist der Same des Bockshornklees, der als verarbeitetes Pulver ein Teil jederCurry-Mischung ist. Bockshornkleesprossen preisen sich für pikante Gerichte an. Sie erinnern andie indische Küche, können jedoch, wenn sie zulange gewachsen sind, leicht bitter werden. Keimlinge aus Sonnenblumen- oder Kürbiskernen sindeine süsslich-nussige Zutat und passen zu diversen Gerichten, unter anderem auch zu Desserts.Schon richtig scharf in ihren jungen Tagen sinddie Radieschensprossen. Sie schmecken ähnlichwie Kresse. Randenkeimlinge wiederum sind filigrane, dünne Fädchen von tiefem Rot und deshalb ein willkommener Farbtupfer zum Garnieren. Auch klassische Körner wie Weizen, Roggenund Dinkel haben es in sich. Sie sind einfach zuziehen und können bereits nach zwei bis drei Tagen verzehrt werden. Ihr Vitamingehalt steigertLiving Food statt FastFood – frische Sprossenbereichern jeden Salatteller.Büchertipp Rose-Marie Nöcker: Sprossen und Keime. Der Garten im Zimmer,Heyne-Verlag, ISBN 978-3-453403093 Jody Vassallo: Sprossen, Körner und Bohnen,AT-Verlag, ISBN 978-3-03800-337-3 Gisela Aicher: Keime, Sprossen, Grünkraut. Bausteine zur Vollwert er nährung, Schnitzer-Verlag, ISBN 978-3-9228945829

10Mir eimdauerSpülenAlfalfa6–12 Std.6–7 Tage2 täglichRettich6–12 Std.3–4 Tage2 täglichRucola6–12 Std.4–5 Tage1–2 täglichZwiebeln4 Std.6–9 Tagejeden 2. TagBockshornklee6–12 Std.3–5 Tage2 täglichWeizen6–12 Std.2–3 Tage2 täglichDinkel6–12 Std.2–3 Tage2 täglichLinsen12 Std.2–3 Tage2 täglichMungobohnen12–18 Std.2–3 Tage2 täglichKichererbsen12 Std.2–3 Tage2 täglichSonnenblumenkerne6–12 Std.2–3 Tage2 täglichKürbiskerne6–12 Std.2–3 Tage2 täglichAuch optisch ansprechend – Alfalfasprossenals Vorspeise.schen aufgequollenen Samen gut spülen. Wenn Siemöchten, verwenden Sie das Einweichwasser, umIhre Pflanzen zu giessen – es ist voller Nährstoffe.Nun füllen Sie die Keimlinge in ein Glas undbedecken dieses mit einem Mull- oder Gazetüchlein, das Sie mit einem Gummi befestigen. DasGlas sollte mit der Öffnung schräg nach untenstehen, damit das Restwasser abfliessen kann undsich kein Schimmel bildet. Inzwischen bieten auch viele Bioläden und Reformhäuser spezielle Sprossengläser oder Keimboxen an. Wässern Sie diePflänzchen täglich ein- bis zweimal, bei trockenerWinter-Heizungsluft oder während eines heissenSommers auch häufiger. Nach wenigen Tagenkönnen Sie ernten.Und wenn sie nicht wachsen?Sprossenzucht ist eine einfache Sache, die richtig Spass machen kann. Dennoch kommt es vor,dass die Samen nicht keimen, die Jungpflänzchenzu langsam wachsen oder anfangen zu faulen. Daskann verschiedene Ursachen haben. Quillt dasSaatgut zu wenig auf, liegt es möglicherweise daran, dass es nicht genügend lang eingeweicht wurde. Beginnt sich hingegen nach einem oder zweiTagen Schimmel zu bilden, wurden die Sprossenzu lange im Wasser gelassen oder zu feucht gehalten. Achten Sie darauf, dass das Wasser nach jedem Spülen gut abfliesst und reinigen Sie das Glassorgfältig. Ein Grund für unbefriedigende Er gebnisse kann auch zu altes, chemisch behandeltes oder beschädigtes Saatgut sein. Kaufen Sie nurkeimfähige Samen in Bio-Qualität. Und sortierenSie zerbrochene Samenteile vorher aus, vor allemsolche von grossen Hülsenfrüchten wie Kichererbsen. Ein intakter Samen quillt im Wasser undkeimt, ein verletzter beginnt zu faulen.Die richtige Temperatur ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für gutes Wachstum. Saatgutgedeiht am besten bei 20 C. Einige Grade darunter oder darüber fallen nicht ins Gewicht, doch ineiner frostigen Berghütte mit Eisblumen an denFenstern werden Sie keine Sprossen ziehen können. Normalerweise gelingt die Anzucht problemlos. Auch Neulinge, die glauben, keinen «grünen Daumen» zu haben, bekommen nach kurzerZeit Übung und ein Gefühl für die Bedürfnisse derpotenten kleinen Lebewesen.Eine einzige Einschränkung muss beachtetwerden: Nachtschattengewächse wie z. B. Kartoffeln oder Tomaten dürfen nicht zum Keimen verwendet werden, da einige ihrer Bestandteile giftigsind. Beim Genuss aller anderen Sprossen aber,seien sie würzig oder zart, knackig oder mild,kombiniert mit Salaten, Avocados oder Käse, angerichtet mit Fleisch, Fisch oder Gemüse, wünschen wir «En Guete»!

EGK-Kompetenzzentrum11Das EGK-Kompetenzzentrumbeantwortet Ihre FragenVor zwei Monaten hat das EGK-Kompetenzzentrum seine Arbeit aufgenommen. Dieser Service der EGKsteht jedermann kostenlos zur Verfügung und beantwortet Fragen rund um die Komplementärmedizin. Wirhaben für Sie einige der bisher gestellten Frage und Antworten ausgewählt.Frage: Darf man einem 3-wöchigen Säugling die sogenannten «Schwedentropfen» eingeben?Antwort: Keinesfalls. Dieses Präparat ist alkoholhaltig und enthält zudemauch abführende Komponenten.Frage: Ich nehme seit 2 Jahren vom Arzt verordnete Hormone für meineWechseljahrbeschwerden und habe ein ungutes Gefühl dabei beziehungsweise möchte ich diese absetzen. Gibt es Alternativen?Antwort: Besprechen Sie Ihr Vorhaben mit Ihrem Arzt. Eine möglicheAlternative wäre ein Traubensilberkerze-Präparat. Lassen Sie sich in Ihrer Drogerie oder Apotheke beraten.Frage: Ich nehme schon seit 3 Monaten ein Abführmittel ein. Jetzt wirktdieses nicht mehr so richtig. Was für ein anderes Präparat empfehlen Siemir?Antwort: Sie sollten dieses Problem mit Ihrem Arzt oder Naturarzt besprechen. Eine Verstopfung kann tiefer liegende Gründe haben. Grundsätzlich sollten Abführmittel nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Wenn es gar nicht anders geht, sollte man zumindestzwischen Präparaten mit unterschiedlichen Wirkungsweisen abwechseln.Frage: Ich möchte Silberwasser für meinen Schnupfen einsetzen. Nunhabe ich gehört, dass dies giftig sei. Stimmt das?Antwort: Wenn Sie damit das sogenannte kolloidale Silber meinen, können Sie es bei einem Schnupfen anwenden. Es muss jedoch sichergestelltsein, dass die Lösung ausschliesslich mit destilliertem Wasser hergestelltwurde. Ist dies nicht der Fall, entstehen bei der Herstellung nicht nur diegewünschten Nanopartikel, sondern es können sich auch giftige Silbersalze bilden.Frage: Ich habe immer mal wieder etwas zu tiefe Eisenwerte im Blut undmag keine Eisentabletten schlucken. Gibt es Alternativen?Antwort: Lassen Sie sich von einer Ernährungsfachperson beraten. Vielleicht bessert sich der Zustand, wenn Ihr Essverhalten umgestellt wird.Ausserdem könnten Sie das Präparat «Anaemodoron» der Firma Weledaversuchen. Es hilft, die Eisenverwertung zu verbessern.Sie möchten wissen, welche natürlichenMittel sich gegen Migräne einsetzen lassen? Siesind nicht sicher, ob sich eine bestimmte Therapie für Sie eignet? Sie möchten eine zweiteMeinung zu einem bestimmten Heilmittel?Für alle Fragen, für Tipps und Beratung imBereich Komplementärmedizin gibt es ab sofort eine Anlaufstelle: das Kompetenzzentrumder EGK-Gesundheitskasse.Beim Kompetenzzentrum erhält manschnell und unkompliziert Auskunft. Das Angebot steht allen Versicherten honorarfreizum normalen Telefontarif zur Verfügung.Betreut wird das Zentrum durch den erfahrenen Naturarzt und Vertrauensarzt der EGKfür Komplementärmedizin Edgar Ilg und seine Tochter Romina Ilg, Medizinische Praxis assistentin. Das neue Angebot der EGK ist indieser Form einmalig in der Schweiz undschliesst eine Bedürfnislücke. Vorerst könnenAnfragen nur auf Deutsch beantwortet werden. Fachstellen in der Romandie und im Tessin sind jedoch im Aufbau. Fakten und Daten zumKompetenzzentrumÖffnungszeiten für telefonische Anfragen:Montag bis Freitag, 08.00 –11.30 UhrTelefon 071 343 71 80Anfragen per E-Mail unter:[email protected] per Fax: 071 343 71 89Allgemeine Informationen zumKompetenzzentrum:www.egk-kompetenzzentrum.ch

12Mir z'liebReiselustPaul Gugelmanns poetische Kreationen in SchönenwerdFortschritt aufdem NarrenschiffEin gut gelaunter Mensch mit einer Narrenkappe sitzt aufdem oberen von zwei aufeinandergestellten Stühlen. Zwischenden Stuhlbeinen unter dem Narren bewegt sichein Gewirr von Drähten und Metallteilen wie Räder, diemit Transmissionsriemen verbunden sind, auf geheimnisvolleWeise; das Konstrukt mündet oben in die Elektronik aus.Die beschriebene poesievolle und gesellschaftskritische Skulptur heisst «Fortschritt» und befindet sich neben zahlreichen anderen, die gleichermassen lustig und gesellschaftskritisch sind, imVon WALTER HESSFotos: Walter HessPaul-Gugelmann-Museum in Schönenwerd. Diefiligranen, manchmal wirr anmutenden und kaumzu durchschauenden, in zeitraubender Handarbeit zusammengestellten Geräte befolgen das Prinzip, dass Kunst Freude bereiten und auch nachdenklich machen kann, ja machen soll. Selbst imRuhezustand befriedigen sie ästhetische Ansprüche, und ihre Nützlichkeit fusst auf den Denkanspornen, die sie vermitteln.Hinter den meisterhaften, komplexen Kombinationen von Gegenstand und Bewegung verbergen sich viele Einfälle und Aussagen. Sie haltendem Menschen oft einen Spiegel vor, in dem ersich selber zurechtfinden muss und je nach Fantasiebegabung zu eigenen Schlüssen kommen kann.Die Systeme aus geschweissten, gelöteten und ineinander verzahnten Drähten, Rädern, Ketten undÜbertragungsmechanismen, die manchmal in kuriose menschliche Gestalten oder einfach in Köpfeeingewoben sind, sehen Karikaturen ähnlich, diejeden Betrachter auf seine individuelle Weise berühren.Der Bally-Park und Bally-MuseumAls Produktionsstätte ist die Firma Bally inzwischen vollständig aus Schönenwerd verschwunden. Das Unternehmen war 1977 von Werner K.Rey übernommen worden, kam dann zur OerlikonBührle Holding und wurde 1999 von der Texas Pacific Group gekauft. In Schönenwerd befindetsich immerhin noch der in den 1860er-Jahren angelegte Bally-Park (in unmittelbarer Nähe desehemaligen Bally-Areals), der als öffentlicher Parkfür die Arbeiter angelegt war und eine Bildungsaufgabe verfolgte. Er ist jederzeit frei zugänglichund zeugt von der sozialen Ader der ehemaligenUnternehmerfamilie.Ebenfalls in Schönenwerd (am Zelgliweg 1, im ehemaligen Wohnhaus des Firmengründers Carl FranzBally) befindet sich das Bally-Schuhmuseum. DieSammlung, die innert 120 Jahren zusammenkam,gehört zu den reichhaltigsten und vollständigstenzum Thema Schuh weltweit. Das Museum kannvon Januar bis Mitte Juli und von Mitte August bisMitte Dezember besichtigt werden. Führungenfür Einzelpersonen finden jeweils am letzten Freitagim Monat um 14.00 Uhr und um 16.00 Uhr statt(Anmeldung von Gruppen: Tel. 091 612 91 11).

ReiselustGesellschaftskritikHier werden Masken aufgesetzt und abgenommen, menschliche Eigenschaften auf den Punktgebracht. So sind die «Eitelkeit» (Bild unten rechts)mit Hilfe von Spiegeln und aggressiven Geräuschen und überflüssigen Bewegungen, die «Bescheidenheit» durch Transparenz, harmonischeFormen und ohne jede Aufdringlichkeit oder etwadie «Heuchelei» dargestellt: Beim letzteren Werksind drei Köpfe im Gespräch, eingebunden in einen Rahmen aus sich drehenden Rädern und sichbewegenden Glocken. Wenn sich der mittlereKopf einem seiner Gesprächspartner zuwendet,streckt ihm der andere die Zunge heraus.Die von Paul Gugelmann so benannten «poetischen Maschinen» sind also eig

Darm». GESuNDER DARM – GESuNDES LEBEN «Man kann dem Darm nicht genug Beachtung schenken», lehrt Andrea Peters, wenn sie an den verschiedenen Heilpraktikerschulen doziert. «Wenn ich eine Darmsanierung durchführe, ist es auch wichtig zu betrachten, welche anderen Fak-